Im dritten Achtelfinale kommt es am späten Sonntagabend (22:00 Uhr MESZ) in New Jersey zum nächten Showdown zweier Schwergewichte: Brasilien gegen Norwegen, Vinicius Junior gegen Erling Haaland! Wer setzt seine Reise bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada weiter fort, wer muss die Koffer packen? Dabei wird im MetLife Stadium ein impulsives Match erwartet, in dem die Augen vor allem auf die Offensivreihen gerichtet sind – und Brasilien seinen Negativlauf gegen europäische Teams stoppen will.
Brasiliens schwarze Serien gegen europäische Gegner und Norwegen
In sechs Anläufen in Folge hat die Seleção gegen europäische Teams nicht mehr den Aufstieg in die nächste WM-Runde geschafft – ein ungewohnt langer Negativlauf für den Rekordweltmeister! Das letzte Mal, dass Brasilien einen Europäer ausschalten konnte, war beim Triumph 2002 im Finale gegen Deutschland. Seitdem hieß es immer, wenn die Brasilianer in der K.o.-Runde auf ein UEFA-Team trafen: Koffer packen! Frankreich (Viertelfinale 2006), die Niederlande (Viertelfinale 2010), Deutschland (Halbfinale 2014), Belgien (Viertelfinale 2018) und Kroatien (Viertelfinale 2022) kegelten die Seleção nacheinander bei den letzten fünf WM-Turnieren raus, 2014 wurde zudem auch das Spiel um Platz 3 gegen die Niederlage verloren. Besondere Spuren hinterließ vor allem das legendäre 1:7 gegen Deutschland bei der WM im eigenen Land, das ganz Brasilien in Schock versetzte.

Setzt sich diese schwarze Serie nun gegen Norwegen fort? Das ist sehr gut denkbar, blickt man auf die Historie dieses Duells! Viermal trafen Norwegen und Brasilien bislang aufeinander, nie konnten die Südamerikaner gewinnen (2 Unentschieden, 2 Niederlagen). Auch das einzige Duell bei einer Weltmeisterschaft, beim Turnier 1998 in Frankreich, gewannen die Wikinger (2:1 in der Gruppenphase). Brasilien stieg zwar anschließend trotzdem bis ins Finale auf, unterlag dort aber Gastgeber Frankreich 0:3.
Im aktuellen Turnier in den USA, Kanada und Mexiko läuft bislang aber alles nach Plan für die Seleção. Zwar kam das Team von Trainer Carlo Ancelotti zum Auftakt nicht über ein 1:1 gegen starke Marokkaner hinaus, sicherte sich mit zwei Kantersiegen gegen Haiti und Schottland (je 3:0) aber dennoch den Gruppensieg in Gruppe C. Den Einzug ins Achtelfinale feierten die Brasilianer dann mit einem verdienten Last-Minute-Erfolg gegen Japan (2:1). Zum ersten Mal seit 2006 könnte der Rekordweltmeister nun wieder vier WM-Siege in Folge einfahren. Optas Supercomputer erwartet, dass genau das auch passieren wird: Mehr als jede zweite Simulation endete mit einem Sieg der Brasilianer.

Norwegen auf der anderen Seite schenkte den möglichen Gruppensieg direkt ab und lief im letzten Gruppenspiel gegen Titelfavorit Frankreich mit einer B-Elf auf, 1:4-Niederlage inklusive. Nach dem 4:1-Auftaktsieg gegen den Irak und dem anschließenden 3:2-Erfolg gegen Senegal war das Ticket für das Sechzehntelfinale zu dem Zeitpunkt allerdings schon gebucht, in der Runde der besten 32 Team setzte sich das Team von Stale Solbakken dann knapp, aber verdient mit 2:1 gegen die Elfenbeinküste durch – nie zuvor hatten die Wikinger ein K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen (2 Niederlagen gegen Italien 1938 und 1998).
Für den Schlusspunkt gegen die Afrikaner setzte dabei niemand geringeres als Erling Haaland. Der Starstürmer der Norweger steht damit bereits bei fünf Turniertoren, traf bei jedem seiner drei Einsätze – nur Frankreichs Kylian Mbappe (6 Tore in 4 Spielen) und Argentiniens Lionel Messi (6 in 3) erzielten bislang bei der WM in Nordamerika mehr Treffer als der 25-Jährige, der alle 54 WM-Minuten knipst. Die Lebensversicherung der Norweger war nun in jedem seiner letzten 13 Pflichtspiele im Nationaldress erfolgreich und markierte dabei insgesamt bärenstarke 25 Tore. Sollte er auch gegen Brasilien treffen, wäre er erst der achte europäische Spieler, der bei jedem seiner ersten vier WM-Einsätze ein Tor erzielt – letztmals gelang dies Christian Vieri 1998 für Italien.
Nicht minder beeindruckend: Martin Ödegaard bereitete bei seinen drei Einsätzen gegen den Irak, Senegal und die Elfenbeinküste jeweils einen Treffer vor und könnte als erster Spieler überhaupt seit detaillierter Datenerfassung bei seinen ersten vier WM-Einsätzen immer mindestens ein Assist sammeln. Überhaupt zählen die Spiele der Norweger zu den torreichsten des Turniers, in der Gruppe fielen bei keiner Nation mehr Treffer als in Spielen mit Norwegen (15). In allen vier WM-Partien erzielten die Wikinger mindestens ein Tor (insgesamt 10), ließen aber auch immer mindestens einen Gegentreffer zu (8). Mit 22,86 Prozent Chancenverwertung gehören Haaland und Co. zudem zu den vier effektivsten Teams der Gruppenphase.

Da auch Brasiliens Offensive angeführt von Vinicius Junior (4 Tore) und Bruno Guimaraes (4 Vorlagen) zu den potentesten des Turniers gehört, dürften also Tore in diesem Achtelfinale garantiert sein. In der Gruppenphase hatte die Seleção sogar den zweitbesten Expected-Goals-Wert aller Teams (7,35). 18 Schüsse auf das gegnerische Tor (Platz 8) feuerten Vini Jr. und Co. in den Gruppenspielen ab, sieben Mal zappelte die Kugel im Kasten des Gegners (Platz 9).