Vorhang auf für die spannendste Meistergruppe aller Zeiten! In der ADMIRAL Bundesliga ist ab sofort jeden Spieltag Titelkampf angesagt, denn so eng wie in diesem Jahr war das Spitzensextett noch nie zusammen. Nie zuvor trennten den Tabellenführer (Sturm, 19 Punkte) und Platz 6 (Rapid, 16) nach der Punkteteilung nur drei Zähler, zwischen den Rängen 1 bis 4 liegt sogar nur ein einziges Pünktchen (Salzburg, Austria, LASK alle 18). Im Topspiel der ersten Runde der Meistergruppe fordert am Sonntag (17:00 Uhr) Austria Wien den Titelverteidiger Sturm Graz. Wenige Stunden vorher (Anstoß 14:30 Uhr) will RB Salzburg sich beim SK Rapid revanchieren und die Spitzenposition zurückerobern.
RB Salzburg: Das Imperium will zurückschlagen
Der letzte Spieltag des Grunddurchgangs war irgendwie bezeichnend für die letzten beiden Jahre von RB Salzburg. Am Ende eines an Nervosität geladenen Gastspiels bei Rapid Wien stand eine 0:1-Niederlage. Viel Aufwand, wenig Ertrag und am Ende stand wieder Sturm Graz ganz oben in der Tabelle. Damit sich das bis zum Ende der Saison wieder ändert, gilt es nun für die Mannschaft von Trainer Thomas Letsch einen Gang höher zu schalten. Nur 37 Punkte sammelten die Salzburger an den ersten 22 Spieltagen – als es letztmals weniger waren, wurde Österreichs höchste Spielklasse noch im normalen Ligamodus ausgetragen (34 Punkte in 2011/12).
Erstmals in der Red-Bull-Ära (seit 2005) gewann Salzburg somit nur eines der ersten fünf Frühjahrsspiele in der Bundesliga (2 Niederlagen, 2 Unentschieden). Während man Austria und Rapid im Grunddurchgang unterlag, erlitt man zu allem Überfluss vor einer Woche auch noch das Pokalaus im eigenen Stadion gegen den SCR Altach (0:1). Um eine weitere titellose Spielzeit zu vermeiden, müssen die Roten Bullen jetzt in der Meistergruppe liefern!
Immerhin ist das Heimspiel gegen die Hütteldorfer aber historisch eine sichere Bank: Salzburg ist seit 19 Ligaspielen gegen Rapid ungeschlagen (15 Siege, 4 Unentschieden) – das schaffte seit Gründung der ADMIRAL Bundesliga kein anderes Team. In den letzten 25 Ligaheimspielen gegen den SK hat Red Bull außerdem immer getroffen, ein weiterer laufender Liga-Rekord. In der Meistergruppe musste Salzburg zudem in zwölf Duellen nur eine Pleite hinnehmen (9 Siege, 2 Remis), überhaupt ist RB in dieser Runde daheim nahezu unschlagbar (35 Heimspiele in der Meistergruppe, 26 Siege, 8 Unentschieden, 1 Niederlage).

Ganz anders Rapid: Die Hütteldorfer haben sich unter Neu-Coach Johannes Hoff Thorup zwar stabilisiert und sind seit drei Ligaspielen ungeschlagen (2 Siege, 1 Unentschieden), doch auf Reisen läuft beim SK weiterhin wenig zusammen. Seit fünf Bundesliga-Auswärtsspielen ist Rapid sieglos (3 Unentschieden, 2 Niederlagen), schon letzte Saison verloren die Wiener vier ihrer fünf Auswärtsspiele in der Meistergruppe (1 Sieg). Unwahrscheinlich also, dass sich ausgerechnet im Heimspiel gegen die Hütteldorfer an Salzburgs starker Auftaktserie etwas ändert: Red Bull startete bislang immer mit einem Sieg in die Meistergruppe (7) – davon zweimal gegen Rapid: 2020 ein 2:0-Heimsieg und 2025 ein 2:0-Auswärtssieg.
Wird Austria Wien wieder zum Titelverteidiger-Schreck?
Schon kurz nach Spielende in Wals-Siezenheim wird der Anpfiff in der Wiener Generali Arena ertönen, wenn das erste Topspiel der Meistergruppe 2025/26 angestoßen wird. Die Austria empfängt dann Titelverteidiger und Spitzenreiter Sturm Graz, darf sich aber durchaus auf Augenhöhe sehen – oder sogar in der Favoritenrolle. Schließlich gewannen die Veilchen die jüngsten vier Duelle gegen den amtierenden Meister allesamt und sind mittlerweile seit sieben Ligaspielen gegen Sturm ungeschlagen (5 Siege, 2 Unentschieden). Erstmals seit Beginn der 3-Punkte-Ära könnte Austria fünf Ligaduelle hintereinander gegen die Grazer gewinnen.
Pünktlich zur heißen Phase hat das Team von Trainer Stephan Helm zudem endlich eine echte Heimstärke entwickelt. Obwohl die Austria nur 17 Punkte aus den ersten elf Liga-Heimspielen holen konnte (letztmals vor vier Jahren so wenige), ist sie seit fünf Heimspielen in der Bundesliga ungeschlagen (3 Siege, 2 Unentschieden) – erstmals so lange in dieser Saison.
Auch gegen Sturm ist man seit drei Liga-Heimduellen unbesiegt (2 Siege, 1 Unentschieden), allerdings blieben die Wiener in keinem der letzten neun Bundesliga-Heimspiele gegen den SK Sturm ohne Gegentor. Dass nur Salzburg (42) mehr Tore auf dem Konto hat als Austria (34) und Sturm (33) spricht ebenfalls für ein torreiches Duell.

Auch hier erscheint ein Ende der Heim-Serie unwahrscheinlich. Denn: Sturm Graz ist auswärts in diesem Jahr erschreckend schwach. Die Steirer gewannen nur eines ihrer letzten fünf Ligaduelle in der Fremde (1 Unentschieden, 3 Niederlagen), nachdem sie die ersten sechs Auswärtsspiele der Saison noch allesamt gewonnen hatten. Erstmals seit Herbst 2022 ist Sturm innerhalb einer Bundesliga-Spielzeit drei Auswärtsspiele in Folge sieglos (1 Unentschieden, 2 Niederlagen).
Auch die Auswärtsbilanz von Neu-Coach Fabio Ingolitsch ist ausbaufähig: Der 33-Jährige holte aus seinen ersten beiden Auswärtsspielen als Sturm-Trainer nur einen Punkt – so wenige wie zuletzt Heiko Vogel 2018. Mit dem SCR Altach verlor er überdies seine beiden Ligaduelle gegen Austria Wien und blieb dabei sogar torlos (0:1, 0:3). Gut möglich also, dass es für den Titelverteidiger mal wieder nichts zu holen gibt in der Generali Arena.