Nicht nur in der ADMIRAL Bundesliga steht am Wochenende der große Tag der Entscheidungen bevor, auch in der Deutschen Bundesliga wird zur letzten Runde der Saison 2025/26 angepfiffen. Ab 15:30 Uhr rollt am Samstagnachmittag in den deutschen Stadien der Ball und während die Meisterschaft schon längst entschieden ist, blicken alle Fußballfans in unserem Nachbarland gebangt auf das Tabellenende, wo sich der 1. FC Heidenheim mit einem furiosen Schlussspurt in einen dramatischen Dreikampf um den Klassenerhalt zurückgekämpft hat. Doch auch das Rennen um das letzte Champions-League-Ticket verspricht viel Spannung.
Abstiegskrimi spitzt sich maximal zu
Wer hätte das vor drei Wochen noch für möglich gehalten? Der 1. FC Heidenheim könnte tatsächlich noch die Klasse halten! Nach dem 30. Spieltag stand die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt abgeschlagen auf dem letzten Platz, hatte nur magere 19 Pünktchen auf dem Konto und damit bereits sieben Zähler Rückstand auf St. Pauli auf dem Relegationsplatz. Doch dann setzten die Brenzstädter zu einer beispiellosen Aufholjagd an, bezwangen erst die Paulianer im direkten Duell (2:0) und am vergangenen Wochenende auch den 1. FC Köln (3:1). Und hätte der Fußballgott nicht in der 10. Minute der Nachspielzeit einen Stangenschuss von Olise an den Rücken von Heidenheims Torhüter und von dort ins eigene Tor prallen lassen, dann hätten die Heidenheimer sogar Meister Bayern München in deren Arena besiegt (3:3).
Am Ende könnten den Brenzstädtern eben diese beiden Punkte fehlen, doch immerhin hat sich der FCH das nicht mehr für möglich gehaltene Endspiel erkämpft und es ein Stück weit in der eigenen Hand. Denn: Während Heidenheim beim Saisonfinale daheim gegen den Tabellenzehnten FSV Mainz 05 spielt, kommt es auf St. Pauli zu einem wahren Showdown. Die Boys in Brown haben den VfL Wolfsburg zum direkten Duell zu Gast! Alle drei Teams – Heidenheim (Tordifferenz -29), St. Pauli (-29) und Wolfsburg (-26) – stehen vor der letzten, entscheidenden Runde bei 26 Punkten und dürfen noch auf den Relegationsplatz hoffen. Erstmals in der BL-Historie gehen die drei Letzten der Tabelle somit punktgleich in den letzten Spieltag. Am Ende wird vermutlich die Tordifferenz den Ausschlag geben und über Abstieg und Relegation entscheiden.

Fotocredit: Getty Images
Heidenheim formstark, St. Pauli im Sturzflug
Für alle drei Teams ist die Devise also klar: Das eigene Spiel möglichst hoch gewinnen und dann hoffen. Nur den Wolfsburgern würde schon ein Unentschieden reichen, sollte Heidenheim im Parallelspiel nicht gewinnen. Die Wölfe haben damit theoretisch die beste Ausgangslage der drei Teams, denn der VfL hat die beste Tordifferenz. St. Pauli auf der anderen Seite ist auf dem Papier der schwächste Kandidat. Das Team von Trainer Alexander Blessin ist seit neun Spielen sieglos (6 Niederlagen, 3 Unentschieden) und verlor die letzten drei Ligapartien allesamt, kein anderes Team im Wettbewerb ist aktuell so lange ohne Sieg. Dazu konnten die Paulianer in der Bundesliga nur eines von sieben Duellen mit Wolfsburg für sich entscheiden (1 Niederlage, 5 Unentschieden). Nur eine Zahl spricht für die Hausherren: Der VfL ist mit nur acht Punkten das schwächste Team der Rückrunde. Zuletzt stimmten aber die Leistungen: Ein Sieg, zwei Unentschieden und das knappe 0:1 gegen Bayern.
Noch besser ist die Form von Heidenheim. Die Brenzstädter verloren nur eins der letzten sieben Ligaspiele und holten dabei zwölf Punkte (3 Siege, 3 Unentschieden), nur drei Vereine sammelten in derselben Zeit ligaweit mehr Punkte als der FCH. Drei weitere braucht das Schmidt-Team noch, um das Wunder gänzlich vollbringen zu können – gleichzeitig darf allerdings Wolfsburg nicht auf St. Pauli gewinnen, sonst müsste Heidenheim mit mindestens vier Toren Vorsprung siegen, um noch am VfL vorbeizuziehen. Ohnehin darf die eigene Aufgabe nicht unterschätzt werden, schließlich ist Mainz seit fünf Bundesliga-Auswärtsspielen unbesiegt (3 Siege, 2 Unentschieden), eine längere solche Serie hat nur der FC Bayern (26). Heidenheim auf der anderen Seite könnte mit dem dritten Heimsieg in Folge einen neuen Vereinsrekord feiern – ein Abstieg mit Stil?
Stuttgart will sich das CL-Ticket nicht mehr nehmen lassen
Ähnlich spannend geht es am oberen Ende der Tabelle zu – auch wenn die ersten Entscheidungen bereits gefallen sind. Der FC Bayern steht schon länger als Deutscher Meister fest, Borussia Dortmund ist die Vizemeisterschaft nicht mehr zu nehmen und RB Leipzig kehrt in die Champions League zurück. Genau da wollen auch der VfB Stuttgart (61 Punkte), 1899 Hoffenheim (61) und Bayer Leverkusen (58) hin – doch es gibt nur noch ein letztes Ticket! Während die Werkself viel Schützenhilfe für die Königsklasse benötigt, liefern sich Stuttgart und Hoffenheim ein Fernduell um Platz 4.
Die beste und einfachste Ausgangslage hat das Team von Trainer Sebastian Hoeneß. Gewinnt der VfB Stuttgart in Frankfurt, ist ihnen der 4. Rang kaum noch zu nehmen. Die Schwaben (+22) haben ein um 5 Tore besseres Torverhältnis als Verfolger Hoffenheim (+17). Nur wenn die Stuttgarter patzen, geht die Tür für die TSG (in Mönchengladbach) nochmal auf. Doch dass das passiert, erscheint sehr unwahrscheinlich. Denn bei Frankfurt herrscht aktuell ein Machtkampf um den hitzigen Neu-Trainer Albert Riera. Es darf angezweifelt werden, ob die Mannschaft noch hinter ihrem Coach steht. Nur einen Punkt holte die Eintracht aus seinen letzten vier Bundesliga-Spielen, geteilter Ligatiefstwert mit Tabellenschlusslicht St. Pauli. Die SGE droht erstmals seit sechs Jahren den Europapokal zu verpassen (Platz 9 in 2019/20). Stuttgart als geschlossene Einheit mit einem großen Ziel vor Augen sollte da nichts anbrennen lassen, zumal Frankfurt im eigenen Stadion nur die Hälfte der Punkte holen konnte (24 von 48), den letzten Heimsieg gab es für die SGE vor zwei Monaten gegen Heidenheim.

Fotocredit: Getty Images
Neben dem spannenden Kampf um Platz 4 dürfte die Fans im Deutsche Bank Park vor allem eines erwarten: Tore. Eintracht Frankfurt erzielte in der Bundesliga 178 Tore gegen Stuttgart, der VfB traf 191-mal gegen die Adler – beide trafen gegen kein anderes Team im Oberhaus so oft. Unter allen BL-Paarungen, die mindestens 100-mal ausgetragen wurden, war nur Dortmund gegen Hamburg (3,6) im Schnitt torreicher als dieses Duell (3,5 Tore pro Spiel). Zudem stellen die Schwaben mit 69 Treffern die zweitbeste Offensive dieser Bundesliga-Saison nach dem FC Bayern (117), während die Eintracht mit 63 Gegentoren ligaweit die drittmeisten nach Heidenheim (70) und Wolfsburg (68) zuließ.