Dortmund-Spieler beim Kopfball bei einem Champions-League-Spiel

Champions-League-Showdown: Kampf um die letzten K.o.-Runden-Tickets

Der letzte Spieltag der Champions-League-Ligaphase steht vor der Tür und verspricht Hochspannung: Titelverteidiger Paris St.-Germain hat im Kampf um den direkten Achtelfinaleinzug einen starken Gegner vor der Brust, Manchester City droht dagegen der Gang in die Playoffs. Während Inter Mailand, Borussia Dortmund und der FC Chelsea ebenfalls noch um einen Platz unter den Top 8 spielen, stemmt sich die SSC Neapel gegen den frühen Knock-out.

Neapel mit dem Rücken zur Wand

Diese Champions-League-Saison hat man sich in Neapel sicherlich anders vorgestellt. Einen Spieltag vor Ende der Ligaphase befindet man sicher außerhalb der Playoff-Ränge (Platz 25, 8 Punkte). Für die Partenopei geht es somit um alles – und mit dem FC Chelsea (Platz 8) trifft man nun auch noch auf einen starken und äußerst unangenehmen Gegner. Oder doch nicht?

Die Blues haben schließlich sieben ihrer letzten neun Auswärtsspiele auf italienischem Terrain verloren (1 Sieg, 1 Unentschieden). Die bisherigen drei CL-Partien in der Fremde waren ebenfalls nur von wenig Erfolg gekrönt (1:3 in München, 1:2 in Bergamo, 2:2 in Qarabag). Napoli wiederum ist eine Heimmacht in der Königsklasse! Nur eines seiner letzten 20 Spiele im Stadio Diego Armando Maradona (12 Siege, 7 Unentschieden) und insgesamt 12 Prozent aller Spiele auf heimischem Boden (4 von 33) wurden verloren – die drittniedrigste Quote aller Teams seit der Saison 1992/93 (mindestens 20 Heimspiele).

Um auch gegen den FC Chelsea zu punkten, muss die Offensive der Partenopei am Mittwochabend jedoch liefern. Nur fünf Teams erzielten bislang weniger Tore als die Neapolitaner (7 in 7 Spielen). Die Blues wiederum trafen in jeder ihrer letzten 20 Partien auf internationaler Bühne immer mindestens einmal. Dennoch kommen sie in der laufenden CL-Saison in drei Auswärtsspielen erst auf vier Treffer (1,33 pro Auswärtsspiel). Da Napoli zu Hause zudem erst ein einziges Gegentor hinnehmen musste, dürfte ein Torfestival wohl eher nicht zu erwarten sein.

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Schießt Haaland Man City direkt ins Achtelfinale?

Nach zwei Niederlagen in den letzten drei Champions-League-Spielen ist Manchester City in der Tabelle bis auf Rang 11 abgerutscht. Die Skyblues haben zwar die gleiche Punkteausbeute (13) wie drei Teams in den Top 8 vorzuweisen, zu Hause gegen Galatasaray wird jedoch ein Sieg unabdingbar sein, damit der direkte Achtelfinaleinzug gelingt. Hierfür muss Trainer Pep Guardiola eine Lösung für seine stotternde Offensive finden. Die Cityzens haben bei einem xG-Wert von 12,58 erst 13 Tore erzielt, 14 Teams haben in dieser Saison öfter getroffen.

Die Hoffnungen Manchesters dürften demnach einmal mehr auf Torgarant Erling Haaland ruhen. Der Norweger hat in nur 27 Heimspielen in der Königsklasse 35 Tore erzielt, im Etihad Stadium sind es 21 in 18 Spielen. In der aktuellen Spielzeit kommt der 25-Jährige auf sechs Tore in sieben CL-Spielen und führt zudem die Torschützenliste in der Premier League an (20 Treffer in 23 Spielen).

Entgegenkommen dürfte dem Guardiola-Team auch die Konterschwäche der Gäste aus Istanbul. Manchester hat erst 9 Gegentore kassiert und stellt nach Expected-Goals-Against (7,54) die fünftbeste Defensive der Königsklasse. Lediglich bei Kontern ist man anfällig. Alle drei Gegentore am 7. Spieltag gegen Bodø/Glimt fielen nach Kontern. Seit Beginn der letzten Saison ließen die Cityzens in der Champions League gar die meisten gegnerischen Schüsse nach schnellen Umschaltmomenten zu (25). Gegner Galatasaray kommt zwar am fünfthäufigsten nach Kontern zum Abschluss (12), kann daraus aber quasi kein Kapital schlagen (1 Tor).

Torfestival im Prinzenpark?

Auch Paris St.-Germain hat am 7. Spieltag überraschend verloren (1:2 bei Sporting) und damit die zweite Niederlage im laufenden Wettbewerb kassiert, genau wie die Cityzens steht auch der Titelverteidiger bei 13 Punkten. Allerdings weist die Mannschaft von Trainer Luis Enrique die wesentlich bessere Tordifferenz auf (+10) und hat daher auf Rang 6 die Achtelfinal-Karten noch in der eigenen Hand. Doch Vorsicht: Gegner Newcastle United (Platz 7) steht ebenfalls bei 13 Punkten und +10 Toren, im Prinzenpark steht entsprechend für beide Teams enorm viel auf dem Spiel. Wer verliert, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Playoffs!

Mit angezogener Handbremse werden die beiden Mannschaften aber eher trotzdem nicht spielen. Gerade die Hausherren gehören zu den Teams, bei denen man als Zuschauer quasi eine Torgarantie hat. Schließlich hat PSG (15,39 xG) zusammen mit Bayern München und Arsenal die beste Offensive der Ligaphase, alle drei Teams kommen auf 20 Tore. Insgesamt sind in Spielen mit PSG-Beteiligung bereits 30 Treffer gefallen (4,3 Tore pro Spiel), nur bei CL-Partien von Barcelona (31) und Dortmund (34) ging es noch toreicher zu. Bei Gegner Newcastle (16 Tore, 13,73 xG) sind es insgesamt 22 Treffer (3,1 pro Spiel), wobei die Engländer in jedem der bisherigen sieben Königsklassen-Spiele getroffen haben – das gelang sonst nur Arsenal, Bayern, Chelsea und Sporting.

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Festung Signal Iduna Park

Beim Duell zwischen Borussia Dortmund (Platz 16) und Inter Mailand (14) richtet sich der Blick nach oben. Beide Mannschaften wollen sich am letzten Spieltag noch einen direkten Startplatz für das Achtelfinale sichern. Bei zwei (BVB) bzw. einem Punkt (Inter) Rückstand auf Platz 8 wird hierfür ein Sieg zwingend nötig sein. Zu gewinnen gab es für die Nerazzurri in der Champions League zuletzt jedoch wenig.Die letzten drei Spiele wurden allesamt verloren. Vier Niederlagen in Folge mussten die Italiener im Europapokal bislang noch nie hinnehmen.

Dieses Schicksal könnte Inter am Mittwoch allerdings ereilen. Denn: Der BVB kassierte in den letzten 21 Heimspielen in der Königsklasse nur eine einzige Niederlage (13 Siege, 7 Unentschieden). Trainer Niko Kovac ist mit den Borussen international im Signal Iduna Park noch gänzlich ungeschlagen (3 Siege, 3 Unentschieden). Mit der besten Chancenverwertung (22,35 Prozent) und den viertmeisten erzielten Treffern (19, wie Real Madrid) im Wettbewerb wird der BVB alles daran setzen, diese Erfolgsserie in ihrer Festung aufrechtzuerhalten.