Die Ligaphase der Champions-League-Saison 2025/26 ist Geschichte. Bereits in dieser Woche startet die K.o.-Runde mit den Playoffs, in denen die 16 Teams, die nach der Vorrunde auf den Plätzen 9 bis 24 landeten, in Hin- und Rückspielen um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen.
Schlechte Erinnerungen: Real Madrid muss erneut nach Lissabon
Die denkwürdigste Partie am letzten Spieltag der Ligaphase fand im Estadio da Luz in Lissabon statt, wo Benfica nach einer starken Leistung Real Madrid mit 4:2 bezwang. Kurios dabei: Die Portugiesen realisierten beim Stand von 3:2 erst spät in der Nachspielzeit, dass sie für die Qualifikation zur K.o.-Runde einen weiteren Treffer benötigten. Noch kurioser: Ausgerechnet Torhüter Anatoliy Trubin köpfte sein Team anschließend in der 98. Spielminute ins Glück. Für Real Madrid bedeutete die Niederlage ein Abrutschen auf Platz 9, der direkte Achtelfinaleinzug wurde verspielt.
In den Playoffs kommt es nun ausgerechnet zur Neuauflage dieses Duells. Bereits am Dienstag (21 Uhr) empfängt Benfica die Königlichen wieder im Estadio da Luz. Nach Siegen gegen die SSC Neapel (2:0) und gegen Real könnten die Portugiesen erstmals seit der Saison 1994/95 wieder drei Champions-League-Heimspiele in Folge in einer Saison gewinnen. Während die Adler drei der vier direkten Duelle gegen die Madrilenen im Europapokal siegreich gestalten konnten (1 Niederlage), kommen die Spanier in ihren letzten elf CL-Spielen auf mehr Niederlagen (6) als Siege (5). Für dieselbe Anzahl an Pleiten „benötigten“ sie zuvor 39 Partien (zwischen April 2022 und März 2025). In der aktuellen CL-Saison konnten sie zudem nur zwei ihrer vier Auswärtsspiele gewinnen (2 Niederlagen).

Wenngleich die Partie in Lissabon keine einfache für Real Madrid werden dürfte, verspricht sie vor allem eines: reichlich Tore! Schließlich fielen nicht nur beim direkten Aufeinandtreffen dieser beiden Teams in der Ligaphase sechs Treffer, bei Spielen mit königlicher Beteilgung waren es bislang im Durchschnitt 4,13 Tore pro Spiel. Die Spanier führen zudem das Ranking bei Vertikalangriffen (29) an, sie kommen durchschnittlich auf 3,6 pro Partie (Benfica: 17, 2,1 pro Spiel) – und die beiden Teams erzielten in dieser CL-Saison die meisten Tore nach eben solchen Angriffen (je 4). Real verzeichnet zudem nach Ballgewinnen tief in der gegnerischen Hälfte anteilhaft die meisten Torschüsse aller Mannschaften (31 Prozent – 18 von 58).
Festung Rams Park
Am gleichen Tag bereits um 18:45 Uhr trifft Galatasaray auf Juventus Turin. Die Türken beendeten die Ligaphase mit zehn Punkten auf Platz 20 und erreichten somit erstmals seit der Saison 2013/14 wieder die K.o.-Phase in der Champions League. Die Gäste aus Turin schlossen die Vorrunde auf Platz 13 ab (13 Punkte). Sechs Mal trafen die beiden Kontrahenten bislang in der Königsklasse direkt aufeinander, noch nie jedoch in der K.o.-Runde. Galatasaray verlor nur eines dieser sechs Duelle (2 Siege, 3 Unentschieden) und gewann das letzte Aufeinandertreffen im Dezember 2013 mit 1:0.
Wie damals können die Türken auf eine beeindruckende Heimstärke bauen. Schließlich hat Galatasaray nur eines seiner letzten elf Heimspiele auf europäischer Bühne verloren (6 Siege, 4 Unentschieden). Die einzige Niederlage setzte es im vergangenen November gegen Union Saint-Gilloise. Bei der 0:1-Pleite erzielte das Team von Trainer Okan Buruk zudem das einzige Mal in den letzten 18 Heimspielen im Europacup keinen eigenen Treffer. Juventus andererseits konnte bislang keines seiner drei Auswärtsspiele in der Champions League gegen Galatasaray siegreich gestalten (1 Unentschieden, 2 Niederlagen). In der Ligaphase der aktuellen Saison gelang den Bianconeriin vier Gastspielen ebenfalls nur ein Sieg (3:2 bei Bodö/Glimt).
Offensiv soll Victor Osimhen dafür sorgen, dass am Dienstag in Istanbul kein weiterer hinzukommt. Der Angreifer erzielte in dieser Saison bereits sechs Treffer in sechs Spielen – nur Kylian Mbappé (13), Harry Kane (8) und Erling Haaland (7) trafen häufiger. Der Nigerianer hält zudem den drittbesten xG-Wert im Wettbewerb (6,46), schoss am zweithäufigsten auf das gegnerische Tor (18) und verwertete die zweitmeisten Großchancen (6). Trifft Osimhen in der laufenden CL-Saison noch zwei Mal, würde er den Rekord von Burak Yılmaz einstellen (8 Tore in 9 Einsätzen in der Saison 2012/13). Kein Spieler von Galatasaray netzte bislang häufiger in einer Europapokal-Saison.

„Krisenduell“ im Signal Iduna Park
Ebenfalls bereits am Dienstag (21 Uhr) greift das erste Team aus der deutschen Bundesliga ins Geschehen ein. Die Borussia aus Dortmund empfängt Atalanta Bergamo. Den BVB und La Dea trennten nach der Ligaphase nur zwei Punkte (11/13) und zwei Plätze (17./15.) in der Tabelle. Ein spannendes Spiel sollte im Signal Iduna Park somit garantiert sein. Bleibt nur noch die Frage offen, welches der beiden Teams seine Niederlagenserie auf europäischer Bühne beenden kann? Nachdem sie von ihren ersten sechs CL-Partien nur eines verloren (3 Siege, 2 Unentschieden), unterlag Dortmund an den letzten beiden Spieltagen gegen Tottenham und Inter jeweils mit 0:2.
Auch Atalanta ging in der Königsklasse zuletzt zwei Mal in Folge als Verlierer vom Platz (2:3 gegen Athletic Club, 0:1 bei Union Saint-Gilloise). Das noch gravierendere Problem für das Team von Trainer Raffaele Palladino ist jedoch, dass man die letzten fünf K.o.-Spiele in der Champions League allesamt verloren hat. Und nun trifft man mit dem BVB auf ein offensives Powerhouse! Die Italiener stellen zwar selbst nach Gegentoren (10) zusammen mit Chelsea und Juventus die achtbeste, nach Expected-Goals-Against (11,04) jedoch nur die fünfzehntbeste Defensive der Ligaphase. Der BVB wiederum erzielte in seinen ersten sechs Spielen bereits 19 Treffer (3,17 pro Partie), in vier dieser sechs Partien netzten sie gleich vier Mal. Nur gegen zwei der drei Top-Abwehrreihen (Tottenham und Inter, je 7 Gegentore), blieben sie ohne eigenen Treffer.
Der Topangreifer der Dortmunder, Serhou Guirassy, verwertete bislang 29 Prozent seiner Torschüsse (18 von 62) in der Königsklasse. Das ist die beste Chancenverwertung aller Spieler mit mindestens 50 Abschlüssen seit seinem CL-Debüt im Oktober 2020. Abwehrchef Nico Schlotterbeck spielte in der aktuellen CL-Ausgabe wiederum mehr linienbrechende Pässe als jeder andere Verteidiger (114). Es ist bereits die zweite Spielzeit in Folge, in welcher der Deutsche alle Abwehrspieler in dieser Kategorie anführt (201 in 12 Spielen in der Saison 2024/25). Auch gegen Atalanta wird die Dortmunder Offensive sicherlich wieder im Fokus stehen.
