Erling Haaland und Jude Bellingham im Gespräch beim Spiel Real Madrid gegen Manchester City.

CL-Achtelfinale: Finalcharakter in Madrid, Titelverteidiger gegen Klub-Weltmeister

Endlich ist es soweit! Nach den Playoffs beginnt die Champions-League-K.o.-Phase mit dem Achtelfinale so richtig. 16 Teams verbleiben im Kampf um Europas Krone, bislang hat es noch keinen der potentiellen Topfavoriten auf den begehrtesten Titel im Vereinsfußball erwischt. Doch das wird sich nun in der Runde der letzten 16 ändern, denn im wohl größten der acht Duelle treffen mit Manchester City und Real Madrid direkt zwei absolute Schwergewichte und ehemalige CL-Sieger aufeinander. Kann sich ein Team bereits im Hinspiel einen entscheidenden Vorteil verschaffen? In einem anderen äußerst namhaften Duell gibt es einen klaren Favoriten – und die Chance zur Revanche.

Finalcharakter beim Königsklassen-Dauerbrenner in Madrid

Das Aufeinandertreffen von Real Madrid und Manchester City gehört mittlerweile fast schon zum festen Inventar der Champions League. Ganze elf Mal wurde dieses Duell seit Beginn der K.o.-Phase 2020 ausgetragen und damit häufiger als jede andere Partie! Es ist zudem das erste Mal in der CL-Historie, dass zwei Teams in fünf aufeinanderfolgenden Spielzeiten in der K.o.-Phase des Wettbewerbs aufeinandertreffen. Bereits in der Ligaphase der diesjährigen Ausgabe der Königsklasse standen sich die beiden Mannschaften gegenüber. Damals, noch mit Xabi Alonso an der Seitenlinie der Königlichen, drehten die Skyblues die Begegnung im Santiago Bernabeu und gewannen 2:1 nach 0:1-Rückstand.

Es war der fünfte Sieg der Cityzens im direkten Duell, das bislang insgesamt 15 Mal auf der CL-Bühne gespielt wurde (6 Siege Real, 4 Unentschieden). Nur Bayern München (8) und Juventus (7) konnten Real Madrid mehr CL-Niederlagen zufügen. Doch wer nun die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola in der klaren Favoritenrolle sieht, der täuscht sich: Real Madrid hat Man City bereits vier Mal aus dem Turnier gekegelt, kein anderes Team schaffte das mehr als zwei Mal. Dazu gehören auch die letzten beiden Spielzeiten: Im Viertelfinale 2023/24 setzten sich die Spanier mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch (3:3, 1:1), im Vorjahr gewann Real beide Duelle in der Zwischenrunde (3:2, 3:1).

Fotocredit: Getty Images

Einen Vorteil könnten die Engländer am Mittwochabend (21:00 Uhr) aber dennoch haben: Das Team von Alvaro Arbeloa ist extrem abhängig von Kylian Mbappé, der das Duell aber voraussichtlich aufgrund einer Knieverletzung verpassen wird. Der Franzose erzielte 13 der 24 Tore seiner Mannschaft im laufenden Wettbewerb und damit 54 Prozent – der höchste Anteil unter allen Spielern. Auch gegen City trifft Mbappé äußerst gern, bereits sieben Treffer markierte er gegen die Engländer, kein anderer Spieler traf so häufig gegen das Team von Pep Guardiola. Schon in der Ligaphase wurde er aber schmerzlich vermisst, nachdem er beim 3:1-Sieg im vorherigen Duell noch einen Hattrick erzielte. Wollen die Skyblues die Abwesenheit des Weltklasse-Stümers nutzen, werden sie vor allem auf ihre eigene Lebensversicherung setzen: Erling Haaland knipste sieben der 15 City-Tore und damit 47 Prozent – der zweithöchste Wert aller Spieler.

Titelverteidiger gegen Klub-Weltmeister: Gibt es die Revanche?

Knapp 1500 Kilometer nördlich kommt es parallel im Pariser Prinzenpark zu einem nicht minder hochkarätigen Duell: Titelverteidiger Paris St.-Germain hat Klub-Weltmeister FC Chelsea zu Gast! Und auch diese Begegnung gab es bereits wenige Monate vorher schon einmal, allerdings unter einem völlig anderen, neuen Stern: Chelsea gegen Paris war vor acht Monaten das erste Klub-WM-Finale nach Einführung des neuen Formats. Ein denkwürdiges noch dazu, denn die Londoner führten den frischgebackenen CL-Sieger vor 81.118 Zuschauern im MetLife-Stadium in der ersten Halbzeit am Nasenring durch die Manege, sorgten angeführt vom überragenden Cole Palmer schon in den ersten 45 Minuten für den 3:0-Endstand.

Auf Königsklassen-Ebene allerdings sieht die Bilanz im direkten Duell ganz anders aus. Acht Mal standen sich PSG und der FC Chelsea in der Champions League bereits gegenüber, nur zwei Siege konnten die Blues einfahren. Demgegenüber stehen zwar „nur“ drei Siege der Franzosen, doch einzig Bayern München und der FC Barcelona (je 4) konnten Chelsea mehr CL-Niederlagen zufügen als Paris. Letztmals standen sich beide Teams im Achtelfinale 2015/16 gegenüber, als PSG sowohl das Hinspiel als auch das Rückspiel mit 2:1 gewann. Kann sich die Mannschaft von Trainer Luis Enrique auch zehn Jahre später gegen den englischen Konkurrenten durchsetzen? Der Blick zurück auf die letzte Saison wird dem Titelverteidiger jedenfalls Mut machen: Auf dem Weg ins Finale schalteten Les Parisiens nacheinander Liverpool (Achtelfinale), Aston Villa (Viertelfinale) und Arsenal (Halbfinale) aus.

Fotocredit: Getty Images

Um auch das vierte CL-K.o.-Runden-Duell in Folge gegen einen englischen Klub zu gewinnen, werden die Franzosen wieder voll auf ihren flüssigen Angriffsfußball setzen. Schon im Vorjahr verzeichnete PSG die zweitmeisten Treffer im gesamten Turnierverlauf (38 in 17 Spielen; Barcelona 43 in 14) und auch diese Saison sticht ihre Offensive wieder heraus. Nicht nur haben die Pariser mit 26 Toren und 23,22 Expected Goals in zehn Spielen die Top-Werte des Wettbewerbs, sie haben auch durchschnittlich den meisten Ballbesitz (69,7 Prozent), die meisten Spielaufbau-Angriffe pro Partie (7.3) und die beste Passquote unter intensivem Gegnerdruck (85.7 Prozent). Weil auch in den Chelsea-Spielen in der Ligaphase im Schnitt mehr als drei Tore pro Spiel fielen (27 in 8), ist ein torreiches Hinspiel nicht unwahrscheinlich.