Das eigentliche Topspiel im DFB-Pokal-Achtelfinale steigt am Dienstagabend um 21 Uhr im Signal Iduna Park. Borussia Dortmund empfängt Bayer Leverkusen zum schnellen Wiedersehen. Schließlich traf man erst am vergangenen Wochenende in der Bundesliga direkt aufeinander. Der BVB gewann in Leverkusen mit 2:1. Im DFB-Pokal ist dieses Aufeinandertreffen jedoch ein Novum: Noch nie spielten die beiden Kontrahenten im Cup gegeneinander.
Nach dem Erfolg am Samstag dürfte die Borussia nicht zuletzt auch dank ihrer Heimstärke als Favorit in die Partie gehen. Wettbewerbsübergreifend ist das Team von Trainer Niko Kovac in der aktuellen Saison zu Hause noch ungeschlagen, fünf von sieben Heimspielen wurden gewonnen (2 Unentschieden). Doch aufgepasst: Der BVB konnte nur eines seiner letzten vier Heimspiele gegen Bayer siegreich gestalten, zweimal ging man als Verlierer vom Platz (1 Unentschieden). Es wäre das erste Mal seit der Saison 1999/2000, dass die Borussia dreimal in Folge zu Hause ohne Sieg gegen Leverkusen bliebe.
Dabei treffen am Dienstagabend zwei unterschiedliche Spielphilosophien aufeinander. Denn während die Borussia zu den defensivstärksten Teams des Landes gehört, sucht die Werkself ihr Heil nur allzu gerne in der Offensive. In den ersten beiden Pokalspielen der Saison kassierte der BVB nur einen Gegentreffer bei einem Expected-Goals-Against-Wert von 1,74 – und das obwohl man in der 2. Runde mit der Eintracht aus Frankfurt bereits ein Schwergewicht aus dem Weg räumen musste. In der Bundesliga stellen die Schwarz-Gelben mit elf Gegentore in zwölf Spielen (11,86 xGA) die zweitbeste Defensive nach dem FC Bayern. Nur 91 Minuten lang lag der BVB in der höchsten deutschen Spielklasse bisher in Rückstand.

Die Gäste aus Leverkusen stellen wiederum mit 28 Toren den zweitbesten Angriff der Liga. Auch bei den Expected Goals (20,58 xG, 3. Platz), den Schüssen (165, 5.) und der Chancenverwertung (16,97 Prozent, 3.) rangiert man jeweils in den Top 5. Darüber hinaus erzielte das Team von Trainer Kasper Hjulmand in seinen ersten beiden Cup-Spielen bereits acht Tore. Nur der VfL Wolfsburg traf häufiger (9). Bei den Expected Goals führt die Werkself den Wettbewerb mit 8,05 xG an. Leverkusen hat zudem in seinen letzten 39 DFB-Pokal-Spielen immer getroffen – die aktuell längste Serie im Wettbewerb! So erscheint es äußerst wahrscheinlich zu sein, dass die starke Bayer-Offensive auch im Signal Iduna Park zuschlägt.
Stolpert Bayern an der Alten Försterei?
In den letzten fünf Jahren stellte der DFB-Pokal keine Erfolgsgeschichte für den FC Bayern München dar. Seit dem Pokalsieg in der Saison 2019/20 (4:2 gegen Leverkusen) konnte der Rekordsieger keinen Titel im Cup mehr folgen lassen. Meist schied man unerwartet früh und gegen deutlich schwächer eingeschätzte Gegner aus. Erreichte man zuvor noch 13 Mal in Folge immer mindestens das Viertelfinale, schaffte man es in den letzten fünf Saisons nur einmal in die Runde der letzten Acht.
Dies soll sich aus Bayern-Sicht in der aktuellen Saison wieder ändern! Die ersten 16 Pflichtspiele der Spielzeit gewannen die Münchner allesamt – ein Saisonstart für die Geschichtsbücher! Doch ausgerechnet Union Berlin, der Gegner der Bayern am Mittwochabend um 20:45 Uhr, beendete diese Serie, als man dem Rekordmeister am 8. November ein 2:2 abtrotzte – wenngleich die Münchner ein kräftezehrendes Spiel in Paris in Unterzahl in den Beinen hatten. Und tatsächlich tun sich die Münchner seit dem Remis an der alten Försterei etwas schwerer. Gegen den SC Freiburg lag man am folgenden Spieltag nach 18. Minuten zu Hause bereits 0:2 zurück (am Ende 6:2), gegen den FC Arsenal kassierte man die erste Saisonniederlage (1:3) und gegen den FC St. Pauli konnte man am vergangenen Samstag erst mit zwei Treffern in der Nachspielzeit einen weiteren Punktverlust vermeiden (3:1). Darüber hinaus konnte der FCB unter Vincent Kompany bislang kein Auswärtsspiel bei Union gewinnen (1:1, 2:2).
Können die Berliner also für die nächste Pokalsensation sorgen und die Bayern wieder vor dem Viertelfinale aus dem Wettbewerb kegeln? Wohl kaum! Die Münchner haben schließlich noch nie gegen Union verloren. Acht der insgesamt 13 Pflichtspiele wurden gewonnen (5 Unentschieden). Mit 44 Toren in zwölf Spielen stellt das Kompany-Team außerdem die mit Abstand beste Offensive der Bundesliga. Sowohl bei den Expected Goals (32,02), den Schüssen (230), den Torschüssen (96) und der Chancenverwertung (19,13 Prozent) dominiert man die Liga. Auch im DFB-Pokal trafen die Münchener bereits sieben Mal (8,02 xG) in zwei Spielen.

Und Union? Die Berliner standen schon in der 2. Pokalrunde kurz vor dem Aus, retteten sich erst in der Verlängerung gegen Zweitligist Arminia Bielefeld (2:1 n.V.) ins Achtelfinale. Mit einem Expected-Goals-Wert von 13,12 (16. Platz), 139 Schüssen (16.) und 40 Torschüssen (17.) gehört ihre Offensive zudem zu den schwächsten der Bundesliga. Und auch die Defensive ist bei 19 Gegentoren (9.) und einem Expected-Goals-Against-Wert von 18,32 (10.) im Ligavergleich nur Mittelmaß. Da die Bayern historisch gut unterwegs sind und den DFB-Pokal so ernst nehmen wie lange nicht mehr, käme alles andere als ein deutlicher Münchner Sieg einer großen Überraschung gleich!
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