Am 16. September beginnt der Kampf um Europas begehrteste Trophäe erneut – es ist die insgesamt 71. Ausgabe des Wettbewerbs. Zum zweiten Mal in Folge wird das Turnier mit 36 Mannschaften in einem großen Ligasystem vor der K.o.-Phase ausgetragen. Kann Paris Saint-Germain seinen Titel verteidigen? Wer sind die Favoriten auf den Henkelpott? Und wer hat eigentlich den schwierigsten Spielplan? Wir beantworten alle wichtigen Fragen zur neuen Champions-League-Saison!
Österreicher abwesend – England schickt gleich sechs los
Nachdem in der vergangenen Saison mit Red Bull Salzburg und Sturm Graz noch zwei österreichische Klubs auf der höchsten europäischen Bühne vertreten waren, konnte sich in dieser Spielzeit erstmals seit der Saison 2018/19 kein Team aus der ADMIRAL Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Während die Salzburger in der 3. Qualifikationsrunde an Club Brügge (0:1, 2:3) scheiterten, war für Sturm Graz in den Playoffs gegen Bodö/Glimt (0:5, 2:1) Endstation. Die Norweger konnten sich erstmals für die Königsklasse qualifizieren – ebenso wie Union Saint-Gilloise (Belgien), der Pafos FC (Zypern) und Kairat Almaty (Kasachstan). Vier Debütanten gab es zuletzt in der Saison 2020/21.
Während man in Österreich in dieser Spielzeit also auf Champions-League-Fussball verzichten muss, stellt die englische Premier League gleich sechs Teilnehmer – so viel wie nie zuvor aus einem Land! Der FC Liverpool, der FC Arsenal, Manchester City und der FC Chelsea qualifizierten sich direkt über die Liga. Da die englischen Teams in der vergangenen Saison zu den zwei erfolgreichsten Nationen in den internationalen Wettbewerben gehörten, sicherte sich auch Newcastle United als Tabellenfünfter ein Ticket für die Königsklasse. Hinzu kommen die Tottenham Hotspur, die als amtierender Europa-League-Sieger (1:0 im Finale gegen Manchester United) ebenfalls teilnahmeberechtigt sind.
Ob eines der sechs Premier-League-Teams am Ende auch den Henkelpott in die Luft stemmen wird, wissen wir am 30. Mai 2026. Dann steigt das Champions-League-Finale in der Puskás Aréna in Budapest. Erstmals wird das Endspiel bereits um 18 Uhr und nicht mehr wie üblich um 21 Uhr angepfiffen werden. Übrigens: Seit 1997, als Borussia Dortmund Juventus Turin im Finale im Münchner Olympiastadion mit 3:1 besiegte, konnte kein Team die Champions League mehr auf heimischem Boden gewinnen. Dies wird sich auch 2026 nicht ändern. Ein ungarisches Team hat sich nämlich nicht für den Wettbewerb qualifiziert.
Kann Paris Saint-German den Titel verteidigen?
Deutlich wahrscheinlicher ist da schon eine Titelverteidigung von Paris Saint-Germain. Das Team von Trainer Luis Enrique krönte sich in der vergangenen Saison zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zum Champions-League-Sieger! Im Finale wurde Inter Mailand mit 5:0 vom Platz gefegt. Es war der höchste Endspielsieg in der Geschichte des Wettbewerbs. Die Startelf der Pariser (25 Jahre und 96 Tage) war dabei im Durchschnitt fünf Jahre und 146 Tage jünger als die von Gegner Inter Mailand (30 Jahre und 242 Tage) – der größte Altersunterschied in einem Champions-League-Finale jemals.

Das Team von Paris Saint-Germain scheint seine besten Tage also erst noch vor sich zu haben. Angesichts der Tatsache, dass der Kader zudem fast komplett zusammen geblieben ist – nur Keeper Gianluigi Donnarumma hat das Team verlassen und wurde durch Lucas Chevalier ersetzt, zudem kam Ilya Zabarnyi für die Defensive -, gilt Paris auch in dieser Spielzeit wieder als einer der Topfavoriten auf den Titel in der Königsklasse.
Der Topfavorit kommt aus England
Um die Frage nach den Favoriten dieser Champions-League-Ausgabe zu beantworten, ziehen wir den Opta Supercomputer zu Rate! Dieser nutzt Wettquoten und das Opta Power Ranking, um die Wahrscheinlichkeiten für Sieg, Remis oder Niederlage in jeder Partie zu berechnen. Die Quoten und Rankings basieren sowohl auf historischen als auch aktuellen Teamleistungen. Auf dieser Basis wird der Wettbewerb tausendfach simuliert, um die Chancen der Teams auf das Erreichen bestimmter Runden oder den Titel realistisch einzuschätzen.
Das Ergebnis: Paris Saint-Germain ist nicht der Topfavorit auf den Henkelpott! Dieser Titel geht an den FC Liverpool. Der englische Meister krönt sich in 20 Prozent aller Simulationen zum Titelträger. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich haben die Reds im Sommer so sehr aufgerüstet wie kein anderes Team. Für Alexander Isak, Florian Wirtz, Hugo Ekitiké, Milos Kerkez, Jeremie Frimpong und Giovanni Leoni wurden insgesamt fast 500 Millionen Euro ausgegeben (Transferminus von ca. 260 Millionen Euro). Und auch schon in der letzten Saison überzeugte das Team von Trainer Arne Slot in der Ligaphase des Wettbewerbs. Mit sieben Siegen aus acht Spielen schloss man diese als Tabellenerster ab – scheiterte dann jedoch bereits im
Achtelfinale am späteren Sieger Paris Saint-Germain. Die Franzosen kommen übrigens auf eine Titelwahrscheinlichkeit von 12 Prozent – Platz 3 im Opta-Supercomputer-Ranking.

Bricht Arsenal endlich den Bann?
Zwischen die beiden Fußball-Großmächte aus Liverpool und Paris hat sich etwas überraschend der FC Arsenal (14 Prozent) geschoben. Die Gunners sind das Team mit den meisten Spielen in der Champions League bzw. dem Europapokal der Landesmeister (211), ohne den Pokal auch nur ein einziges Mal gewonnen zu haben. Könnte sich das in dieser Saison endlich ändern? In der vergangenen Spielzeit erreichten sie bereits die Vorschlussrunde (0:1, 1:2 gegen Paris), ihr bestes Abschneiden seit dem Halbfinale in der Saison 2005/06. Das Faustpfand der Nordlondoner? Ihre Defensive! Die gehört zu den besten in ganz Europa. Unter Trainer Mikel Arteta hat man in 24 Champions-League-Spielen nur 18 Gegentore kassiert – der fünfbeste Gegentorschnitt unter allen Teams mit mindestens 20 Spielen unter demselben Trainer.
Auf den Plätzen 4 bis 6 folgen mit dem FC Barcelona (9 Prozent), Manchester City (9 Prozent), und dem FC Chelsea (7 Prozent) drei weitere Teams, die zum engeren Favoritenkreis gezählt werden müssen. Während sich die Citizens in der letzten Spielzeit mit Ach und Krach (Platz 22, 11 Punkte) in die K.o.-Phase schleppten und dann bereits in den Playoffs an Real Madrid scheiterten (2:3, 1:3), wurde Barcelona erst im Halbfinale in einem epischen Duell mit Inter Mailand nach Verlängerung gestoppt.
Die Katalanen überzeugten in der vergangenen Champions-League-Ausgabe unter Trainer Hansi Flick vor allem offensiv: Mit 43 Toren in 14 Spielen avancierten sie zum torgefährlichsten Team des Wettbewerbs – die zweitbeste Ausbeute in der Champions-League-Geschichte (seit 1992/93)! Nur Barcelona selbst war in der Saison 1999/2000 noch besser (45 Tore). Und der FC Chelsea?
Die Blues starten ihre Titelmission in der Königsklasse mit zwei internationalen Erfolgen im Gepäck! In der vergangenen Saison gewannen sie nicht nur die UEFA Conference League (4:1 im Finale gegen Real Betis), sie legten im Sommer auch noch mit dem Titel bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft nach (3:0 im Endspiel gegen Paris).
Real Madrid und Bayern nur mit Außenseiterchancen?
Nicht ganz oben im Tableau des Opta Supercomputers sind übrigens Real Madrid und der FC Bayern München zu finden. Der spanische Rekordsieger der Champions League (15 Trophäen) kommt nur auf eine Titelwahrscheinlichkeit von 6 Prozent (Platz 7). Direkt dahinter folgt der FC Bayern (5 Prozent). Der deutsche Rekordmeister hat in der Geschichte des Wettbewerbs jedoch 59,5 Prozent seiner Spiele gewonnen (239 von 402). Unter allen Teams mit mindestens 50 absolvierten Partien hat nur Real Madrid eine bessere Siegquote (59,9 Prozent). Mit beiden Teams wird also auch diese Saison wieder zu rechnen sein!
Topspiel am 1. Spieltag: Tippe jetzt auf den Sieger des Spiels Bayern gegen Chelsea!
Komplettiert wird die Top 10 von Vorjahresfinalist Inter Mailand (3 Prozent, 10. Platz) und Newcastle United (3 Prozent, 9. Platz). Die Magpies haben sich nach einjähriger Abstinenz wieder für die Königsklasse qualifiziert und könnten zu einem der Überraschungsteams der Champions-League-Saison avancieren. Mit den neuen Offensivkräften Anthony Elanga, Yoane Wissa und Nick Woltemade, die die Tore des nach Liverpool abgewanderten Alexander Isak auffangen sollen, könnten sie für so manches Team ein unangenehmer Gegner werden. Sie haben darüber hinaus die zehnthöchste Wahrscheinlichkeit (27,8 Prozent), sich einen Top-8-Platz nach der Ligaphase zu schnappen und direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Die Wahrscheinlichkeit auf das Viertelfinale liegt sogar bei 33 Prozent.

Wer hat den schwierigsten Spielplan?
Am 28. August wurden im Rahmen der Champions-League-Auslosung in Monaco jedem Teilnehmer am Ligasystem acht Gegner zugelost. Alle 36 Teilnehmer wurden dabei in vier Lostöpfe unterteilt, jedes Team bekam je zwei Gegner aus den vier Töpfen zugeteilt. An den acht Spieltagen der Ligaphase von September 2025 bis Januar 2026 wird jede Mannschaft vier Mal zu Hause und vier Mal auswärts antreten. Mithilfe von Opta-Daten lässt sich der Schwierigkeitsgrad der Spielpläne aller Mannschaften analysieren, was uns unweigerlich zu der Frage bringt: Wer hat den schwierigsten Spielplan vor der Brust?

Am schlimmsten erwischte es die PSV Eindhoven mit einem durchschnittlichen Gegner-Rating von 92,0! Die Niederländer, die bei der Auslosung in Topf 3 gelistet wurden, werden es unter anderem mit Liverpool, Bayern, Atletico, Newcastle und Neapel zu tun bekommen. Doch der bereits in der vergangenen Saison etablierte neue Modus der Königsklasse sorgt grundsätzlich auch für eine schwierigere Ligaphase für die Teams aus Topf 1. Denn anders als im alten Format müssen sie bereits in dieser frühen Phase des Wettbewerbs gegen andere Topf-1-Mannschaften antreten.
Dieser Umstand hat sich dieses Jahr besonders nachteilig für den FC Bayern München und Titelverteidiger Paris Saint-Germain ausgewirkt, die beide in Topf 1 gesetzt waren, aber dennoch mit das schwierigste Programm aller Teams zugelost bekamen. Neben dem direkten Duell mit Paris muss der FC Bayern auch noch gegen Arsenal, Chelsea, Sporting CP und Union Saint-Gilloise ran – die Belgier sind inzwischen bis auf Rang 32 im Opta-Power-Ranking, das 13.000 Teams aus der ganzen Welt auf derselben Skala bewertet, vorgerückt. PSG spielt gegen den FC Barcelona, Bayer Leverkusen, Tottenham und Newcastle.
Übrigens: Das Team aus der französischen Hauptstadt hatte letztes Jahr den schwierigsten Spielplan aller Teilnehmer. Mit 13 Punkten (Platz 15) und damit nur zwei mehr als Dinamo Zagreb, das auf Platz 25 ganz knapp bereits nach der Ligaphase die Segel streichen musste, hätte man fast die K.o.-Phase verpasst. Am Ende holte man dennoch den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte!