Weil Manchester City (0 Siege von 4 Spiele) und der FC Liverpool (0 von 4) in 2026 offenbar einfach nicht gewinnen können und auch Aston Villa (1 von 3) nicht vom Fleck kommt, ist der Vorsprung des FC Arsenal an der Tabellenspitze seit dem Jahreswechsel auf sieben Zähler gestiegen. Nie war Trainer Mikel Arteta mit seinem Team näher an der ersten Meisterschaft seit 2004 als in dieser Saison. Gelingt den Gunners der nächste Schritt in Richtung Titel oder kann Michael Carrick in seinem zweiten Spiel als neuer Coach von Manchester United das nächste Schwergewicht zum Stolpern bringen? Ein anderer Ex-Profi versucht derweil in Spanien, Real Madrid wieder in ruhigere Fahrwasser zu lenken.
United droht historische Pleite
Der Jubel und die Erleichterung bei Manchester United waren immens, als die Red Devils unter Leitung des neuen Trainers Michael Carrick am zurückliegenden Spieltag ausgerechnet im Derby gegen Manchester City die Wende einläuteten und nach vier Pflichtspielen ohne Sieg endlich wieder einen Dreier einfuhren (2:0). Und wer den Tabellenzweiten schlagen kann, der kann auch gegen den Tabellenführer gewinnen – oder? Die Karten für einen Auswärtssieg bei Arsenal stehen allerdings sehr schlecht, auch Datenlieferant Opta gibt den Red Devils nur eine Siegwahrscheinlichkeit von 12,7 Prozent – die Gunners werden mit 70,7 Prozent haushoch favorisiert.
Gründe dafür gibt es genügend. So hat Arsenal die letzten vier Premier-League-Heimspiele gegen Manchester United allesamt gewonnen, kein anderes Team in England kann eine solche Serie gegen die Red Devils aufweisen, seit West Brom 1980 hat kein Premier-League-Team mehr fünf Heimsiege in Folge gegen Man United gefeiert. Auch im eigenen Stadion war Manchester nicht viel erfolgreicher, von den vergangenen sechs Ligaduellen konnte United keines gewinnen (1 Unentschieden, 5 Niederlagen). Gegen die Gunners haben die Red Devils noch nie sieben Ligaspiele in Serie nicht gewinnen können.

Poweroffensive gegen die beste Abwehr der Liga
Auch die laufende Spielzeit macht wenig Mut, wenn man nach United-Serien sucht: Einzig im Zeitraum vom 7. Spieltag bis 9. Spieltag konnte Manchester eine Siegesserie aufbauen – ansonsten folgte in dieser Saison auf einen Sieg immer ein Dämpfer. Immerhin: Seit der Trennung von Ruben Amorim spielt der Tabellenfünfte wie entfesselt, an den vergangenen beiden Spieltagen verzeichnete Manchester United in der Premier League die meisten Expected Goals (4,81), die meisten Schüsse (41), die meisten Torschüsse (17) und die größte Differenz zwischen erwarteten Toren und erwarteten Gegentoren (+4,12).
Mit dieser Offensivpower könnte das Team von Michael Carrick am Sonntagabend (17:30 Uhr) auch für die beste Defensive der Liga zur ultimativen Prüfung werden. Arsenal hat erst 14 Gegentore (15,56 xGA) kassiert und zuletzt gegen den FC Liverpool und Nottingham Forest (beide 0:0) keinen einzigen gegnerischen Schuss auf das Tor von Keeper David Raya zugelassen. Nun aber bekommen es die Gunners mit einer der besten Offensiven der Liga zu tun, schließlich weist United 38 Tore (Platz 3 hinter City und Arsenal) bei 40,61 xG (nur City mit 40,69 hat knapp mehr) auf.
Nach dem Alonso-Beben: Real jagt den FC Barcelona
Real Madrid sorgte zuletzt vor allem neben dem Platz für Schlagzeilen: Nach nur einem halben Jahr an der Seitenlinie wurde Trainer Xabi Alonso Mitte Januar entlassen. Neben den Spannungen innerhalb der Mannschaft brachte letztlich die 2:3-Niederlage in der Supercopa gegen den FC Barcelona das Fass zum Überlaufen. Ex-Profi Alvaro Arbeloa übernahm das Traineramt und schied prompt im Achtelfinale der Copa del Rey gegen Zweitligisten Albacete Balompie (2:3) aus.
Auch wenn Arbeloa am vergangenen Wochenende immerhin seine Heimpremiere gegen Levante erfolgreich bestritt (2:0), war es weniger der teils blutleere Auftritt der Königlichen, der die Anhänger der Blancos erfreute. Viel mehr sorgte die Barcelona-Pleite bei Real Sociedad (1:2) dafür, dass sich die Madrilenen wieder bis auf einen Zähler an die Katalanen heranrobbten und somit weiterhin von der 37. Meisterschaft träumen dürfen. Um Barcelona weiter unter Druck zu setzen, wird am kommenden Samstag (21 Uhr) jedoch eine deutliche Steigerung nötig sein. Schließlich reisen die Königlichen dann zum Tabellendritten FC Villarreal ins Estadio de la Cerámica.

Zwei offensivstarke Teams im direkten Duell
Beim letzten direkten Aufeinandertreffen im Oktober 2025 hatte Real keine allzu großen Schwierigkeiten mit dem Gelben U-Boot. Beim 3:1-Heimerfolg kamen die Blancos auf 26 Schüsse (7 Torschüsse) und dominierten die Partie mit einer Ballbesitzquote von 70 Prozent. Überhaupt lief es in La Liga zuletzt durchaus rund für die Madrilenen. Nur eine ihrer letzten 13 Partien ging verloren (9 Siege, 3 Unentschieden), die letzten vier Ligaspiele wurden bei einem Torverhältnis von 11:2 gar allesamt gewonnen. Abgesehen von den Niederlagen in Albacete und in der Supercopa auf neutralem Boden (Saudi-Arabien) ist man zudem auswärts seit der 0:1-Pleite in der Champions League in Liverpool Anfang November ungeschlagen (5 Siege, 3 Unentschieden). Mit einem Sieg in Villarreal würden die Königlichen zum besten Auswärtsteam der laufenden La-Liga-Saison avancieren (21 Punkte in 10 Spielen).
Villarreal wiederum konnte nur zwei seiner letzten sieben Pflichtspiele gewinnen, fünf Mal ging man als Verlierer vom Platz. In diesem Zeitraum erzielte das Team von Trainer Marcelino lediglich 1,43 Treffer pro Partie, obwohl man in der Liga die drittbeste Offensive stellt (37 Tore) – nur der FC Barcelona (54) und Gegner Real (43) treffen häufiger. Auch am Samstag dürfte demnach wohl ein torreiches Spiel zu erwarten sein. Schließlich führt das Gelbe U-Boot die gesamte Liga bei der Chancenverwertung (15,1 Prozent) und Real Madrid bei den Expected Goals (48,23 xG) an. Beide Teams rangieren unter den Top 6 bei den Torschüssen. Zudem fallen bei Spielen mit königlicher Beteiligung durchschnittlich drei Treffer pro Partie, bei Villarreal-Spielen sind es derer 2,95. Auch hat Villarreal die letzten drei Aufeinandertreffen mit den Königlichen verloren, zwei davon mit mindestens zwei Treffern Unterschied.