Zwei Fußballspieler kämpfen im Strafraum um den Ball. Der Spieler links trägt ein lila Trikot mit weißen Akzenten und mehreren Sponsorenlogos, darunter ein rundes rotes Logo auf der Brust. Der Spieler rechts trägt ein weißes Trikot mit schwarzen und gelben Elementen sowie auffälligen Sponsorenlogos. Beide Spieler sind in einer dynamischen Bewegung, ihre Köpfe und Oberkörper stoßen zusammen. Im Hintergrund sind unscharfe Zuschauerränge und ein teilweise gefülltes Stadion zu sehen.

Double in Sicht: LASK braucht nur noch einen Punkt zur Meisterschaft

Trotz des 2:1-Erfolgs gegen Red Bull Salzburg am vergangenen Sonntag verlief der 31. Spieltag für den Linzer ASK nicht ganz nach Plan. Hätte nämlich Sturm Graz im Parallelspiel beim TSV Hartberg gepatzt (Sturm gewann 4:2), hätte der LASK die zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte mit den eigenen Fans in der heimischen Raiffeisen Arena feiern können. Geht es nach den Athletikern, soll die große Meisterparty nun in der Generali-Arena in Wien stattfinden. Dort trifft der LASK am kommenden Sonntag um 14:30 Uhr auf die Austria und benötigt nur noch einen Zähler für den ersten Meistertitel seit der Saison 1964/65. Der amtierende Champion aus Graz muss derweil auf ein kleines Fußballwunder hoffen, um dieses Szenario noch verhindern zu können.

LASK klarer Favorit in Wien

Die Stimmung in Linz könnte kaum besser sein! Schließlich hat man nicht nur seit dem 22. März kein Spiel mehr verloren (2:4 bei Rapid), sondern fuhr am 1. Mai auch bereits den ersten Titel der Saison ein – besiegte im ÖFB-Cup den SCR Altach mit 4:2 nach Verlängerung. Überhaupt reiten die Athletiker seit der Übernahme von Dietmar Kühbauer Anfang Oktober eine unnachahmliche Erfolgswelle.

Unter dem 55-Jährigen gewann der LASK 14 seiner 22 Bundesliga-Spiele. Kein anderes Team kam in diesem Zeitraum auf annähernd so viele Siege (Austria Wien liegt mit 10 Erfolgen auf Platz 2). Vor Kühbauers Anstellung lag man nach neun Spieltagen noch auf Platz 11. Sollte der LASK Meister werden, hätte zum ersten Mal in der BL-Historie zu einem solch späten Zeitpunkt ein Meister zehn Plätze gut gemacht. Unter Kühbauer erzielte der LASK mehr Tore als jedes andere Team (44), kommt auf den besten Expected-Goals-Wert der Liga (44,6 xG) und die meisten kreierten Großchancen (62). Keine Mannschaft kassierte weniger Gegentore (25, wie Hartberg), beim Expected-Goals-Against-Wert (25,54 xGA) und den Weißen Westen (7) liegt man jeweils auf Platz 2.

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Dass die formstarken Athletiker nun ausgerechnet gegen die Austria patzen und ihre Meisterschaftschancen gefährden, scheint nahezu ausgeschlossen. Der LASK ist in der aktuellen Spielzeit gegen die Wiener noch ungeschlagen (2 Siege, 1 Unentschieden). Seit dem Aufstieg 2017 verloren die Oberösterreicher gegen die Austria gerade einmal vier von 25 BL-Duellen bei 13 Siegen und acht Remis. In Meistergruppenduellen ist man gegen die Veilchen sogar noch gänzlich ungeschlagen (3 Siege, 2 Unentschieden) und traf in jedem dieser fünf Duelle mindestens doppelt (insgesamt 16 Tore). Während die drei Heimspiele gewonnen wurden, gab es für die Linzer in beiden MG-Auswärtsspielen jeweils ein 2:2 (2019, 2023).

Und auch Trainer Kühbauer scheint gerne gegen die Austria anzutreten: In den sechs BL-Spielen mit dem LASK gegen die Violetten ist er noch ungeschlagen (2 Siege, 4 Unentschieden). Von seinen letzten neun BL-Auswärtsspielen gegen den kommenden Gegner verlor der 55-Jährige nur ein einziges – im August 2024 mit dem WAC (1:3) bei zwei Siegen und sechs Remis. Da die Wiener zudem nur eines ihrer vier Heimspiele in der diesjährigen Meistergruppe (1 Unentschieden, 2 Niederlagen) siegreich gestalten konnten, wäre alles andere als ein LASK-Erfolg und das erste Double seit 61 Jahren für die Oberösterreicher eine faustdicke Überraschung.

Sturm in Lauerstellung

Dem amtierenden Champion Sturm Graz bleibt am letzten Spieltag nichts anderes übrig, als die eigenen Hausaufgaben zu erledigen und auf einen Ausrutscher der Linzer zu hoffen. Nur bei einem eigenen Sieg zu Hause gegen den SK Rapid und einer Niederlage des LASK im Parallelspiel ist der Titel-Hattrick der Grazer noch möglich.

Lange Zeit sah alles danach aus, als könnte Sturm tatsächlich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte drei Meisterschaften in Folge erringen. Nach der 25. Runde lagen die Steirer schließlich noch vier Zähler vor Salzburg, Rapid und dem LASK (alle je 22 Punkte) an der Tabellenspitze. Zudem ist das Team von Trainer Fabio Ingolitsch seit zwölf BL-Spielen ungeschlagen – so lange wie keine andere Mannschaft. Und dennoch verloren die Grazer nach dem 29. Spieltag die Tabellenführung an den LASK, weil man seine Spiele einfach nicht mehr gewinnen konnte. In sieben der zwölf ungeschlagenenen Partien teilte man sich die Punkte mit dem Gegner. Am vergangenen Spieltag gewann man (4:2 in Hartberg) erstmals seit Anfang April wieder ein Spiel in der Bundesliga, fünfmal in Folge spielte man zuvor remis.

Gegen Rapid spricht dennoch vieles für die Steirer. So hat Sturm nicht nur das Hinspiel in der Meistergruppe gegen Rapid mit 2:0 gewonnen, man verlor in der heimischen Merkur Arena zudem keines seiner letzten acht BL-Spiele (4 Siege, 4 Unentschieden). Bei Gegner Rapid scheint dagegen etwas die Luft raus zu sein. Wenngleich das Team von Trainer Johannes Hoff Thorup mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der Austria noch auf Platz 4 vorrücken könnte, verlor man zuletzt zwei Spiele in Folge. Nur eines der letzten sieben BL-Spiele wurde gewonnen (2 Unentschieden, 4 Niederlagen). Auf fremdem Terrain gelang gar nur ein Erfolg in den letzten neun BL-Auswärtsspielen.

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Vor allem die Offensive ließ das Thorup-Team zuletzt ein ums andere Mal im Stich. In den letzten sieben Spielen erzielte kein Team weniger Treffer (5) und schoss seltener auf das gegnerische Tor (68) als die Hütteldorfer, keine Mannschaft hatte zudem eine schlechtere Chancenverwertung (7,35 Prozent). In drei der sieben Partien blieb man gänzlich ohne Treffer und traf nur ein einziges Mal doppelt (2:2 in Hartberg).