Österreich-Spieler bejubeln ein Tor in der WM-Quali

Dritter Streich gegen Zypern? ÖFB-Team vor Pflichtaufgabe!

Am Samstagabend steht für die österreichische Nationalmannschaft der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko an: In der Linzer Raiffeisen Arena empfängt die Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick die Mannschaft aus Zypern. Nach zwei Siegen zum Auftakt der Qualifikationsrunde will das ÖFB-Team seine makellose Bilanz ausbauen und den nächsten Sieg einfahren. Sollte dieser gelingen, spielt man am kommenden Dienstag gegen Bosnien-Herzegowina um die Tabellenführung in der Gruppe H.

Kadercheck: Alaba kehrt zurück, Wurmbrand debütiert

Für die beiden Spiele gegen Zypern und in Bosnien-Herzegowina vertraut Trainer Rangnick auf bekannte Gesichter. Mit Nikolaus Wurmbrand vom SK Rapid hat es allerdings dennoch ein Debütant ins Aufgebot geschafft. Der 19-Jährige sorgte zuletzt in der ADMIRAL Bundesliga mit einem Doppelpack gegen den  RZ Pellets WAC für Aufsehen.

Im Vergleich zum Lehrgang im Juni kehren neben Alexander Schlager, Samson Baidoo, Alexander Prass und Andreas Weimann auch Starspieler David Alaba und Alessandro Schöpf zurück ins Aufgebot. Der Mittelfeldspieler des RZ Pellets WAC stand zuletzt im März 2022 im ÖFB-Kader. In der Defensive hat Rangnick dagegen einige Ausfälle zu beklagen: Max Wöber, Gernot Trauner und Marco Friedl fehlen allesamt verletzungsbedingt. 

ÖFB-Team klarer Favorit

Trotz der Ausfälle in der Defensive geht Österreich als klarer Favorit in die Partie. Laut Datenanbieter Opta liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Dreier bei überwältigenden 86,5 Prozent. Die Chance auf ein Remis beläuft sich immerhin noch auf 8,6 Prozent.

Unabhängig von jeglichen Siegeswahrscheinlichkeiten dürfte das Rangnick-Team mit einer breiten Brust gegen die Zyprer antreten. Schließlich startete man exzellent in die WM-Qualifikation. Vor allem der wichtige Auftaktsieg gegen Rumänien (2:1), bei dem Michael Gregoritsch herrlich per Volley traf, legte den Grundstein für eine womöglich erfolgreiche Qualifikationsrunde. Denn während die Rumänen, die als ein großer Mitkonkurrent um den Aufstieg des ÖFB-Teams gelten, auch gegen Bosnien-Herzegowina verloren und nach vier Spielen erst bei sechs Punkten stehen, gewann Österreich auch das zweite und bislang letzte Qualifikationsspiel gegen San Marino souverän (4:0). Damit belegt man derzeit Platz 2 in der Gruppe H – drei Punkte hinter Bosnien-Herzegowina, das allerdings bereits ein Spiel mehr absolviert hat.

Auch der direkte Vergleich mit Zypern spricht klar für das ÖFB-Team. In insgesamt sechs Pflichtspielen ging man sechs Mal als Sieger vom Platz – zuletzt mit 3:1 im Oktober 1999. Den höchsten Erfolg fuhr Österreich im Mai 1968 gegen Zypern ein. Damals siegte man mit 7:1. Das einzige direkte Duell, das die ÖFB-Auswahl nicht für sich entscheiden konnte, fand im Rahmen des Cyprus International Football Tournament 2005 statt. Im Halbfinale des Freundschaftsturniers trennte man sich 1:1 nach regulärer Spielzeit und unterlag anschließend im Elfmeterschießen.

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Österreichs Offensive muss liefern

Über 20 Jahre sind seit dem letzten Aufeinandertreffen vergangen – valide Schlüsse für die Gegenwart lassen sich aus den direkten Duellen dieser beiden Teams demnach eher nicht ziehen. Diese könnten jedoch die letzten Spiele der Zyprer liefern. In drei Qualifikationsspielen gingen sie zweimal als Verlierer vom Platz (1:2 in Bosnien-Herzegowina, 0:2 in Rumänien) wussten dabei aber jeweils defensiv zu überzeugen. Beim einzigen Sieg (2:0 gegen San Marino) blieb man ohne Gegentreffer. Ein Expected-Goals-Against-Wert von 2,93 (bei 14 zugelassenen Torschüssen) unterstreicht dabei die Defensivstärke der Zyprer. Das Team von Trainer Apostolos Mantzios gehört zudem zu den zweikampfstärksten Teams im Wettbewerb.

Um ein Geduldsspiel zu vermeiden, wird der Angriff des ÖFB-Teams von Beginn an liefern müssen. In den ersten beiden Qualifikationsspielen stimmte der offensive Output des Rangnick-Teams bereits. Nur sieben Mannschaften haben bislang bei teilweise mehr Spielen mehr Treffer erzielt als das ÖFB-Team (6). Auch bei den Expected Goals (5,54) und den Torschüssen (22) liegt man im oberen Drittel im Vergleich mit allen anderen Teams im Wettbewerb. Sollte man diese Werte auch im Spiel gegen Zypern bei gleichzeitig starker Defensivarbeit (1,25 Expected Goals Against in 2 Spielen) aufrechterhalten können, erscheint ein Dreier realistisch.

Zumal die ÖFB-Offensive auch schon in der letzten UEFA-Nations-League-Ausgabe ähnlich starke Werte produzierte. Sowohl bei den Expected Goals (15,28), den Schüssen (146) und den Schüssen aufs Tor (46) rangierte man jeweils in den Top 10. Ein weiteres Plus: Das ÖFB-Team zeigt sich offensiv so variabel wie kaum eine andere Mannschaft. In der Nations League stellte man insgesamt neun verschiedene Torschützen. Und auch in den beiden bisherigen WM-Qualifikationsspielen trafen bereits vier verschiedene Spieler für das ÖFB-Team – Gregoritsch (2), Arnautovic (2), Baumgartner (1) und Sabitzer (1). Ob die starke Defensive der Zyprer auch ein Rezept gegen die variable Offensive des ÖFB-Teams parat hat, wird sich am Samstagabend in der Linzer Raiffeisen Arena zeigen.

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