In der Premier League spitzt sich die Lage schon vor der heißen Phase der Saison zu, Liverpool-Trainer Arne Slot steht durch die nächste Negativserie erneut unter großen Druck, während Pep Guardiola und Manchester City im Titelrennen neue Hoffnung schöpfen. Doch nun müssen die Cityzens zu einem Angstgegner, während die Reds im Kampf um die Champions-League-Plätze auf einen direkten Konkurrenten treffen. Mo Salah könnte dabei Historisches gelingen.
Quo vadis, Liverpool?
Es ist eine wahre Achterbahnfahrt, die Titelverteidiger FC Liverpool in Englands höchster Spielklasse in dieser Saison durchlebt. Nach dem perfekten Start mit fünf Siegen aus fünf Spielen schlitterten die Reds schon im Herbst in die erste Krise, verloren sechs der sieben nachfolgenden Ligaspiele und stürzten bis auf Rang 12 ab! Arne Slot reagierte, setzte auf kontrollierte Defensive und wähnte sich bereits zurück in sicheren Fahrwassern, nachdem sein Team die nächsten sechs Partien wieder ungeschlagen blieb (4 Siege, 2 Unentschieden).
Doch nun steckt Liverpool schon wieder in der Krise, auf vier teilweise peinliche Unentschieden in Serie folgte am vergangenen Wochenende der nächste Tiefpunkt bei der 2:3-Niederlage bei Abstiegskandidat Bournemouth. Nach 23 Spielen hat der LFC 36 Punkte auf dem Konto und liegt nur auf Platz 6. Besonders bedenklich: Holt das Slot-Team auch am Samstag (21:00 Uhr) keinen Sieg, würde Liverpool zum ersten Mal seit 1954 die ersten sechs Ligaspiele eines Kalenderjahres nicht gewinnen. Damals blieben die Reds sogar die ersten zehn Spiele ohne Sieg – und stiegen ab.
Newcastle droht Negativrekord
Da kommt Newcastle United eigentlich gerade zur rechten Zeit nach Anfield. Denn: Die Magpies sind zwar mit 33 Punkten (Rang 9) auch in diesem Jahr wieder Teil des extrem engen Rennens um die Champions-League-Plätze in England, doch gegen Liverpool konnte Newcastle seit 18 Premier-League-Spielen nicht mehr gewinnen (13 Niederlagen, 5 Unentschieden)! Und nicht nur das: An der Anfield Road ist die Bilanz der Magpies noch düsterer, seit 29 Ligaspielen hat Newcastle keinen Sieg mehr in Liverpool geholt (24 Niederlagen, 5 Unentschieden). Nur gegen Manchester United hatten die Magpies einst eine so lange Sieglosserie. Sollte Newcastle auch am Samstag nicht gewinnen, wäre es die längste Serie ohne Auswärtssieg in ihrer Premier-League-Historie.

Und das könnte tatsächlich passieren! Nicht nur gehört Newcastle in dieser Saison zu den schwächsten Auswärtsteams der Premier League (nur 2 Siege in 11 Spielen, 10 Punkte), sie sind auch besonders anfällig, wenn Liverpool am stärksten ist: Die Reds haben in der Schlussviertelstunde die meisten Tore der Liga erzielt (13), während nur Bournemouth (13) in der Crunchtime mehr Gegentore kassierte als Newcastle (12).
City mit neuer Titelhoffnung, Spurs vor erneuter Katastrophe
Während es für Liverpool und Newcastle um die Qualifikation für die Champions League geht, ist das Saisonziel von Manchester City noch eine Stufe höher: Die Skyblues wollen zurück auf den Thron und die elfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte holen. Nach vier Ligaspielen ohne Sieg zum Jahresauftakt (3 Unentschieden und die 0:2-Derby-Niederlage gegen Manchester United) konnten die Cityzens den Schalter am zurückliegenden Wochenende endlich umlegen und gegen Schlusslicht Wolverhampton den ersten Sieg in 2026 einfahren (2:0). Mit 46 Punkten liegt das Team von Pep Guardiola punktgleich mit Aston Villa auf Rang 2, vier Zähler hinter Arsenal, das beim 2:3 gegen Manchester United zuletzt patzte und den Titelhoffnungen von City neue Kraft verliehen hat.
Ganze 18 Punkte weniger als Manchester City hat Tottenham. Die Spurs erleben die zweite Katastrophensaison in Folge und belegen aktuell nur Rang 14, seit dem Jahreswechsel gelang den Nordlondonern kein Premier-League-Sieg mehr (2 Niederlagen, 3 Unentschieden). Auf dem Papier scheint es am Sonntagabend (17:30 Uhr) also eine klare Angelegenheit zu sein, zumal das Team von Trainer Thomas Frank in Heimspielen in dieser Saison erst neun Punkte holte – nur Wolverhampton (5) ist im eigenen Stadion noch schlechter. Mit einem Punkteschnitt von 0,82 pro Heimspiel ist Frank aktuell der schlechteste Trainer in der Premier-League-Historie der Spurs.
Manchester klarer Favorit gegen Guardiola-Angstgegner
Trotzdem wird wohl kein anderer Trainer Tottenham so ernst nehmen wie Pep Guardiola. Schließlich hat kein anderes Team der Liga den Katalanen häufiger bezwungen als die Spurs (8)! In der Hinrunde feierten die Lilywhites gar einen 2:0-Erfolg im Etihad Stadium – und das, obwohl die Cityzens das beste Heimteam der laufenden Saison sind (29 Punkte). Sollte Tottenham tatsächlich auch das zweite Spiel der Saison gegen die Skyblues gewinnen, würden sie zum zehnten Mal beide Partien gegen Manchester City für sich entscheiden – das gelang bisher nur Chelsea (ebenfalls zehnmal).

Die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Spurs ist allerdings sehr gering. Mit nur 24,02 Expected Goals hat Tottenham den viertschwächsten Wert der Liga, nur Sunderland und die Kellerkinder Burnley und Wolverhampton kommen auf niedrigere Werte. Die Cityzens auf der anderen Seite haben nicht nur die beste Offensive (41,55 xG und 47 Tore), sondern gehören auch zu den defensivstärksten Teams der Liga. Nur Arsenal hat weniger Schüsse zugelassen (182) und mehr Weiße Westen gesammelt (11) als die Skyblues (215; 10), die auch bei den Expected Goals Against nur hinter Arsenal und Newcastle liegen (26,01).
