RB Salzburg Spieler im Kampf um die Lufthoheit mit einem Bologna Kontrahenten.

Europa-League-Vorschau: Sturm und Salzburg droht der frühe K.o.

Drei Spieltage vor dem Ende der Ligaphase stehen die österreichischen Vertreter in der UEFA Europa League bereits enorm unter Druck! Sturm Graz und Red Bull Salzburg befinden sich derzeit nicht auf einem Platz, der sie für die Teilnahme an den Playoffs im Februar berechtigen würde. Sollten beide Teams am Donnerstag erneut ohne Punkte bleiben, könnte die jeweilige Europareise bereits ein vorzeitiges Ende finden. Während es der amtierende Meister aus Graz zu Hause mit Roter Stern zu tun bekommen wird, reisen die Roten Bullen zu einem schwierigen Spiel nach Deutschland.

Offensivschwache Grazer empfangen Roter Stern

Den Anfang macht am Donnerstag bereits um 18:45 Uhr Sturm Graz. Das Team von Trainer Jürgen Säumel trifft in der heimischen Merkur Arena auf Roter Stern Belgrad. Zum Duell mit ÖFB-Rekordtorjäger Marko Arnautovic wird es aber nicht kommen. Der 36-Jährige zog sich eine Adduktorenverletzung zu und fällt womöglich bis zum Jahresende aus. Einen ähnlich wichtigen Ausfall haben die Grazer zwar nicht zu beklagen, die Formkurve des doppelten österreichischen Meisters zeigt jedoch in die falsche Richtung. Sechs der letzten elf Pflichtspiele wurden verloren. In der Europa League warten die Steirer bereits seit drei Spielen auf einen Sieg (1 Unentschieden, 2 Niederlagen), mit nur vier Punkten steht man derzeit auf Platz 28.

Vor allem offensiv hat das Säumel-Team ordentlich Sand im Getriebe. Nur fünf Teams erzielten bislang weniger Treffer als die Grazer (4), bei den Expected Goals steht man gar auf dem vorletzten Platz (3,35 xG). Mit insgesamt 45 Schüssen (geteilert 33. Platz) und 17 Torschüssen (geteilter 31. Platz) kommen die Steirer so selten zum Abschluss wie kaum ein anderes Team. Gerade einmal vier Großchancen konnte Sturm in fünf Spiele kreieren – nur der FC Basel ist in dieser Kategorie noch schlechter (3). Mit ihren 23 Toren in insgesamt 35 Europa-League-Spielen halten die Grazer gar einen Negativrekord: Kein Team mit mindestens 30 absolvierten Partien kommt in der Geschichte des Wettbewerbs auf einen niedrigeren Torschnitt (0,66)!

Sturms Europa League Statistiken besagen: Die Grazer haben ein Offensivproblem
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Gegner Roter Stern steht in der aktuellen Tabelle zwar nur unwesentlich besser da als die Grazer (Platz 22), fuhr bislang aber immerhin bereits sieben Zähler ein und feierte zuletzt zwei Siege in Folge – so viele wie in den vorherigen 18 Partien auf internationalem Parkett zusammen (2 Siege, 2 Unentschieden, 14 Niederlagen). Die beiden Erfolge gelangen den Belgradern dabei auf äußerst minimalistische Art und Weise. Sowohl der OSC Lille als auch Steaua Bukarest wurden jeweils mit 1:0 besiegt. Wie Sturm haben die Serben bislang erst vier Treffer erzielt, kommen aber auf einen Expected-Goals-Wert von 6,0 und kreierten immerhin zehn Großchancen. Ein Torspektakel dürfte es in der Merkur Arena aber sicherlich nicht zu sehen geben. In dieser Saison fallen bei Europa-League-Spielen der Grazer gerade einmal durchschnittlich 2,2 Treffer pro Partie, bei Roter Stern sind es sogar nur 1,8 Tore.

Salzburg vor dem Aus

Während es für Sturm am Donnerstag bereits um sehr viel geht, geht es für Red Bull Salzburg fast schon um alles! Die Roten Bullen haben vier ihrer fünf Europa-League-Spiele verloren und stehen mit drei Punkten nur auf Platz 29. In der vergangenen Saison waren mindestens zehn Zähler nötig, um die Playoffs zu erreichen. Eine Punkteausbeute, die nicht mehr zu erreichen wäre, sollten die Mozartstädter erneut verlieren. Ein durchaus realistisches Szenario, schließlich trifft man um 21 Uhr auswärts auf den derzeitigen Tabellenvierten, den SC Freiburg.

Statistik Vergleich zwischen Freiburg und Salzburg. Freiburg ein Topteam, Salzburg droht das aus
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Während das Team von Trainer Thomas Letsch in der ADMIRAL Bundesliga mit 34 Treffern vor allem offensiv zu überzeugen weiß, hat man in der Europa League an beiden Enden des Feldes so seine Probleme. Mit nur fünf Toren bei einem Expected-Goals-Wert von 7,57 und einer ausbaufähigen Chancenverwertung von nur 7,35 Prozent gehört die RB-Offensive zu den schwächeren im Wettbewerb. Defensiv sieht es nicht besser aus. Im Gegenteil: Nur vier Teams haben bislang mehr Gegentreffer kassiert als die Salzburger (10) und ihr Expected-Goals-Against-Wert ist der schlechteste aller Teams (12,5 xGA). Da auch die aktuelle Form der Mannschaft nur wenig Hoffnung auf Besserung macht (nur ein Sieg in den letzten fünf Pflichtspielen), könnte das Salzburger Europa-Abenteuer tatsächlich schon am Donnerstagabend fast zu Ende gehen.

Zumal Gegner Freiburg bislang eine starke Runde spielt. Die Breisgauer gewannen drei ihrer fünf Europa-League-Spiele und liegen nur einen Zähler hinter dem Tabellenführer. Besonders imposant dabei? Die Heimstärke und Defensive des SCF. Das Team von Trainer Julian Schuster hat nicht nur seine letzten sechs Europa-League-Heimspiele allesamt gewonnen, übertroffen nur vom FC   Basel (7), sie haben im laufenden Wettbewerb auch erst drei Gegentore kassiert – nur eines davon im heimischen Europa-Park-Stadion. Da die Roten Bullen aus Salzburg ihre letzten fünf Partien auf deutschem Boden in den großen europäischen Wettbewerben mit einem Torverhältnis von 4:21 verloren haben, erscheint auch ein Erfolg in Freiburg letztlich äußerst unwahrscheinlich.