Die 22. Runde der ADMIRAL Bundesliga wird wie jedes Jahr heiß erwartet und auch in dieser Saison hält der letzte Spieltag des Grunddurchgangs noch reichlich Spannung bereit. Mit RB Salzburg (37 Punkte), Sturm Graz (35), dem LASK (34) und Austria Wien (33) befinden sich gleich vier Teams im engen Titelrennen, fast noch spannender ist aber die Situation dahinter: Hartberg (32), Rapid (30), Altach (29), Ried (28) und Tirol (28) trennen nur vier Punkte. Somit kämpfen gleich fünf Teams um die letzten zwei Tickets für die Meistergruppe. Wer setzt sich im Fernduell durch?
Für Rapid geht es um alles
Das Spitzenspiel der 22. Runde steigt im Allianz Stadion in Wien Hütteldorf. Rapid, aktuell noch Tabellensechster, empfängt Spitzenreiter Salzburg und wird alles geben müssen, um eine schwache Saison noch zu retten. Dabei hatte die Spielzeit unter Peter Stöger so stark begonnen, in den ersten sieben Spielen blieben die Hütteldorfer ungeschlagen (5 Siege, 2 Unentschieden), vier Spieltage lang stand die Stöger-Truppe auf Platz 1. Doch dann ging alles den Bach hinunter, von den vergangenen 15 Partien gewann Rapid nur noch drei (7 Niederlagen, 5 Unentschieden). Schon Ende November zog der Verein die Reißleine und trennte sich von Peter Stöger. Doch auch Johannes Hoff Thorup gelang in seinen ersten fünf Spielen nur ein Sieg – inklusive Pokalaus gegen Ried (0:3).

Auch die Saison der Salzburger verlief nicht immer konstant positiv, doch mit Abschluss der Hinrunde übernahmen die Roten Bullen die Tabellenspitze, behaupteten diese über die gesamte Rückrunde und wollen dies auch am letzten Spieltag des Grunddurchgangs tun. Mit 37 Punkten nach 21 Ligaspielen ist man allerdings der punktschwächste Tabellenführer seit 2011/12. Gegen Rapid soll die Punktausbeute noch ein wenig aufgebessert werden, schließlich verlor man von den vergangenen 38 Ligaduellen gegen die Hütteldorfer nur drei (27 Siege, 8 Unentschieden) und erzielte in den letzten fünf Aufeinandertreffen immer mindestens zwei Treffer.
Doch Vorsicht ist geboten: Alle drei Niederlagen setzte es im Allianz Stadion, zuletzt gewann Rapid sogar zwei der jüngsten drei Liga-Heimspiele gegen den Red-Bull-Klub. Dass ein weiterer Heimerfolg hinzukommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Salzburg ist eines der besten Auswärtsteams der laufenden Saison – die Roten Bullen sind seit sieben BL-Auswärtsspielen ungeschlagen (4 Siege, 3 Uentschieden), erzielten in allen zehn Ligaspielen in der Fremde immer mindestens ein Tor und kamen auf die höchste Chancenqualität in dieser Spielzeit (41,0 Expected Goals). Rapid dagegen erzielte in den jüngsten neun Ligaspielen nur acht Treffer, kein Team weniger.
Duell der Verfolger: Altach zu Gast in Graz
Während Salzburg und Rapid ihre Plätze unbedingt verteidigen wollen, lauern Sturm Graz und der SCR Altach auf einen Ausrutscher der beiden Konkurrenten. Titelverteidiger Sturm spielt eine durchwachsene Saison (11 Siege, aber auch schon 8 Niederlagen) und hat bereits acht Zähler weniger auf dem Konto als zum Vergleichszeitpunkt im Vorjahr (43). Trotzdem sind die Steirer in direkter Schlagdistanz zu Tabellenführer Salzburg.
Die Vorarlberger auf der anderen Seite sind 2026 in der Liga noch ungeschlagen (2 Siege, 2 Unentschieden) und haben sich so als Tabellensiebter an Rapid herangepirscht. Die erreichten 29 Punkte sind beinahe doppelt so viele wie zum Vergleichszeitpunkt der Vorsaison (15), zum ersten Mal seit der Ligareform könnte der SCR den Sprung in die Meistergruppe schaffen.

Die Hürde könnte für das Team von Trainer Ognjen Zaric allerdings kaum höher sein. In der Bundesliga-Historie setzte es bereits 27 Niederlagen gegen Sturm – nur Salzburg konnte die Vorarlberger noch häufiger bezwingen (29). Seit neun Ligaspielen ist der SCR gegen die Grazer sieglos und verlor davon sieben. Zudem kassierte Altach in den vergangenen 15 Ligaduellen immer mindestens einen Gegentreffer, wenn der Gegner Sturm hieß (insgesamt 28). Auch die jüngsten fünf Auswärtsspiele in der Merkur Arena verloren die Vorarlberger.
Doch vielleicht ist nun die Zeit gekommen, dass diese Serie reißt: Mit nur vier Siegen und 13 Punkten sind die Steirer die zweitschwächste Heimmannschaft der laufenden Saison. Zusätzliche Motivation für den SCR wird auch das Cup-Viertelfinale sein, in dem man Sturm erst vor wenigen Wochen 3:1 nach Verlängerung ausschaltete.
Ried darf auch noch von der Meistergruppe träumen
Kleine Chancen auf ein Ticket für die Meistergruppe darf sich auch die SV Ried ausrechnen. Die Innviertler liegen aktuell jedoch zwei Zähler hinter Rapid und einen hinter Altach. Zudem haben die Oberösterreicher 2026 in der Bundesliga noch kein Spiel gewonnen (2 Niederlagen, 2 Unentschieden), brauchen für eine theoretische Chance auf Platz 6 nun aber zwingend einen Sieg.
Auch für das Spiel gegen die Austria können die Innviertler die Favoritenrolle nicht für sich beanspruchen. Ried verlor jedes seiner letzten vier Ligaspiele gegen die Austria und kassierte dabei immer mindestens drei Gegentreffer (insgesamt 13) – von den aktuellen Bundesliga-Teams hat die SV nur gegen Hartberg eine längere laufende Niederlagenserie (6). Immerhin konnten aber drei der jüngsten vier Heimspiele gewonnen werden (1 Unentschieden).
Doch nun kommt eines der stärksten Auswärtsteam der laufenden Saison in die BWT X Oberösterreichische Arena. Austria holte bereits 16 Punkte in der Fremde und feierte fünf Siege (nur Sturm mehr; 7), wie sonst nur RB Salzburg erzielten die Veilchen in jedem Auswärtsspiel der aktuellen Spielzeit mindestens einen Treffer. Zudem gewannen die Wiener ihre letzten vier Ligaspiele gegen Aufsteiger und sind seit insgesamt neun Spielen gegen Aufsteiger ungeschlagen (7 Siege, 2 Unentschieden).
