Die Platzverhältnisse top, das Wetter ein Flop. ADMIRAL erreichte FK Austria Wien-Kapitän Manfred Fischer am letzten Tag des Trainingslagers der Veilchen im größtenteils verregneten Side. „Ein bisschen zach, aber Fußball ist ein Outdoor-Sport. Zumindest war es hier ein bisserl wärmer als bei euch“, sieht es der gebürtige Steirer gelassen. In der österreichischen Kälte steht in einer Woche der Frühjahrsauftakt der ADMIRAL Bundesliga auf dem Programm. Für Manfred Fischer geht es mit der Wiener Austria gleich auswärts gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg (Die Quoten zum Spiel). Was der Kapitän der Veilchen über die absolvierte Vorbereitung, die aktuelle Tabellensituation sowie zum Thema Nationalteam zu sagen hatte, könnt ihr nachfolgend im Interview lesen:
„Können sicher eine gute Rolle spielen“
ADMIRAL: Die Vorbereitung neigt sich langsam dem Ende entgegen. Bei viel Prozent siehst du die Mannschaft und wo könnt ihr den Gegnern gefährlich werden?
Manfred Fischer: Wir haben sehr gut gearbeitet – 90 Prozent sind sicher schon da, auch was die Fitness betrifft. Da haben wir in der Vorbereitung eine sehr gute Basis geschaffen, weil auch die Bedingungen sehr gut waren. Unsere Stärke war immer das Kollektiv. Jeder, der unsere Spiele beobachtet hat, hat eine Mannschaft gesehen, die vielleicht nicht den besten individuellen Spieler hat, aber wir waren stets erfolgreich, wenn jeder seine beste Leistung abgerufen hat. Wenn wir das jetzt wieder so auf den Platz bringen, gepaart mit einer Spielidee, von der jeder überzeugt ist, können wir in der Rückrunde sicher eine gute Rolle spielen. Unser Ziel hat sich nicht verändert: Wir wollen in die Top 6 kommen. Nach der Punkteteilung muss man sich dann sowieso wieder neu ausrichten.
ADMIRAL: In der Tabelle habt ihr euch im letzten Spiel vor der Winterpause auf Platz fünf verbessert. Nun ist alles sehr eng beisammen und euer Restprogramm (Anm.: RB Salzburg (a), Rapid (h), Altach (a), LASK (h), Ried (a)) ist schwer mit unangenehmen Auswärtsspielen. Wie schätzt du die Chancen ein, wieder in der Meistergruppe zu sein?
Manfred Fischer: Wir glauben daran und das ist am Allerwichtigsten. Wir haben sicher schwierige Aufgaben vor der Brust, aber den anderen Mannschaft bleibt es ja auch nicht erspart ins Duell mit jenen Mannschaften zu gehen, die in derselben Region sind. Heuer ist alles sehr eng beisammen, daher muss man einfach schauen, dass man die Spiele gewinnt und bei den direkten Duellen nicht als Verlierer vom Platz gehst. Ich bin überzeugt, dass wir es wieder schaffen werden. Ich denke, dass wir eine stabile Mannschaft haben und wichtig wird sein, dass wir unseren Spirit – für den wir jetzt schon länger bekannt sind – wieder auf den Platz bringen.

Austria trotzte schwieriger Anfangsphase: „Trainer hat keine unüberlegten Entscheidungen getroffen“
ADMIRAL: Lass uns mal ganz zurückblicken, zum Saisonstart. Da gab es zunächst dieses ganz bittere Aus im ÖFB-Cup, in der Conference-League-Qualifikation und den verpatzten Start in die Bundesliga. Ihr habt euch aber als Mannschaft mit einer Siegesserie aus der Krise gezogen. Wie ist euch das einmal mehr gelungen und siehst du es auch als Faktor, dass man Trainer Stephan Helm weiterarbeiten hat lassen?
Manfred Fischer: Wir haben das als Mannschaft gemacht. Jeder, der die Austria kennt, weiß, dass das ein sehr emotionaler Verein ist. Da müssen einfach die Leistungen stimmen und das war am Anfang aber überhaupt nicht der Fall. Doch wir haben uns als Mannschaft nicht beirren lassen, sind unseren Weg weitergegangen und dass wir zusammengehalten haben. Es ist auch nicht jeder nervös geworden, da nehme ich den Trainer auch gleich dazu. Er hat keine unüberlegten Entscheidungen getroffen, hat weiter an seine Spielidee geglaubt und hat das mit uns umgesetzt. Wir haben dann das Schiff in einem gemeinsamen Akt wieder in die richtige Richtung gedreht.
ADMIRAL: Wie sehr warst du in dieser kritischen Situation als erfahrener Führungsspieler gefragt?
Manfred Fischer: Natürlich sehr, die Führungsspieler sind genau in solchen Situationen wichtig. Die müssen zeigen, dass man den Kopf nicht hängenlassen soll und mit Leistung vorangeht. Das ist uns Ankerspielern sehr gut gelungen. Trotzdem war das natürlich sehr schwierig. Jetzt sind wir aber wieder voll dabei und die letzten fünf Runden vor der Punkteteilung beginnen wieder bei Null.
ADMIRAL: Lass uns auch kurz über das Thema Nationalmannschaft sprechen: Hat Teamchef Ralf Rangnick schon einmal Kontakt zu dir aufgenommen?
Manfred Fischer: Den Kontakt mit dem Teamchef hat es noch nie gegeben. Da muss man auch sehr realistisch sein, weil wir auf dieser Position unglaublich gute Spieler haben, die in den besten Ligen der Welt spielen. Ich muss auch sagen, dass ich im letzten halben Jahr nicht so gespielt habe, dass das zum Thema werden könnte.
ADMIRAL: Alles Gute für die restlichen Aufgaben in der Frühjahrssaison!
