Im Achtelfinale der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada kommt es am Montagabend (21:00 Uhr MESZ) zu einem prestigeträchtigen Aufeinandertreffen zweier südeuropäischer Fußball-Schwergewichte: Portugal und Spanien stehen sich im iberischen Nachbarschaftsduell gegenüber! Es ist auch das Generationenduell zweier Superstars: Auf Seiten der Furia Roja wirbelt Supertalent Lamine Yamal, während die Selecao vom fünfmaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo angeführt wird. Für den könnte bei einer Niederlage eine lange, torreiche Nationalmannschaftskarriere zu Ende gehen.
Favorit Spanien gegen Torjäger Ronaldo: Unentschieden vorprogrammiert
Österreich-Bezwinger Spanien wird dabei als Favorit ins Achtelfinalduell mit dem Nachbarn gehen. Nicht nur, weil das Team von Trainer Luis de la Fuente als aktueller Europameister zu den absoluten Topfavoriten auf den WM-Titel gilt und seit mittlerweile 34 Pflichtspielen ungeschlagen ist (25 Siege, 9 Unentschieden – es gilt das Ergebnis nach 90 Minuten), auch der direkte Vergleich mit Portugal geht klar an die Furia Roja. Von zwölf Pflichtspielen gegen die Selecao hat Spanien nur eines verloren (6 Siege, 5 Unentschieden – Ergebnis nach 90 Minuten), ein 0:1 in der EM-Gruppenphase 2004. Bei Weltmeisterschaften gab es bislang zwei Aufeinandertreffen: Bei der WM 2010 setzte sich Spanien mit 1:0 durch – ebenfalls im Achtelfinale. Acht Jahre später trennte man sich in der Gruppe spektakulär 3:3.

Vor allem einem wird das Sechs-Tore-Spektakel in Russland wohl für immer in Erinnerung bleiben: Cristiano Ronaldo. Der heute 41-Jährige erzielte damals alle drei Tore für seine Nation. Insgesamt traf CR7 viermal in Pflichtspielen gegen die Spanier, kein Spieler erzielte in diesem Duell mehr Treffer. Im aktuellen Turnier steht Ronaldo bereits bei drei Toren und ist damit Portugals bester Schütze. Der goldene Treffer im Sechzehntelfinale gegen Kroatien (2:1) gelang aber einem anderen: Goncalo Ramos. Der 25-Jährige kann WM-K.o.-Spiele wohl besser als jeder andere: In nur 170 Minuten steuerte Ramos vier Tore und eine Vorlage für sein Team bei, im Schnitt also eine Torbeteiligung alle 34 Minuten – kein Spieler mit mindestens drei Torbeteiligungen in WM-K.o.-Spielen hat eine bessere Quote!
Auch im letzten Duell mit den Spaniern traf Ronaldo übrigens: Beim Nations-League-Finale im Juni 2025 in München standen sich Portugal und die Furia Roja letztmals gegenüber, der 41-Jährige erzielte nach einer Stunde den 2:2-Endstand. Das anschließende Elfmeterschießen musste CR7 dann allerdings von der Seitenlinie aus verfolgen, eine Verletzung hatte ihn vorzeitig vom Platz gezwungen. Portugal hatte trotzdem die besseren Nerven, Spaniens Alvaro Morata verschoss und die Selecao krönte sich zum zweiten Mal zum Nations-League-Sieger. Gut möglich, dass es auch dieses Mal nach der regulären Spielzeit keinen Sieger gibt: Seit 2012 gab es sieben Begegnungen zwischen Spanien und Portugal – sechs Mal stand es nach 90 Minuten unentschieden.

Wette: Gibt es eine Verlängerung? Ja
Hält Spaniens Bollwerk seine Weste weiterhin weiß?
Spaniens Lebensversicherung bei dieser WM heißt Mikel Oyarzabal. Der Baske erzielte bereits vier Tore und damit die Hälfte aller spanischen Treffer (8). Neben dem Mittelstürmer sticht beim Österreich-Bezwinger aber vor allem die Abwehr heraus: Das Team von Luis de la Fuente hat im bisherigen Turnierverlauf noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert! Auf das enttäuschende 0:0 zum Auftakt gegen Kap Verde folgten ein 4:0 gegen Saudi-Arabien, ein 1:0 gegen Uruguay und zuletzt im Sechzehntelfinale das 3:0 gegen die ÖFB-Auswahl.
Dabei hat La Furia Roja von allen bereits für das Achtelfinale qualifzierten Teams die wenigsten Schüsse (19) und Torschüsse (3) des Gegners zugelassen sowie den niedrigsten Expected-Goals-Against-Wert (0,86). Nur Co-Gastgeber Mexiko hat sich ebenfalls ohne Gegentor für die Runde der letzten 16 Teams qualifiziert. Nach dem 0:0 im Achtelfinale 2022 gegen Marokko (0:3 n.E.) könnten die Spanier nun das erste Team der WM-Geschichte werden, das sechs Weiße Westen in Folge verbucht.

Angeführt wird Spaniens Defensive dabei von Abwehrchef Aymeric Laporte, der bereits neun Interceptions (viertbester Wert der WM), 14 gewonnene Kopfballduelle (drittbester Wert) und 19 klärende Aktionen hatte, die meisten seines Teams. Davor dirigiert Sechser Rodri das spanische Spiel aus dem Zentrum heraus, der mit zehn erfolgreichen Tacklings die drittmeisten aller Mittelfeldspieler im Turnier verzeichnete und die meisten erfolgreichen Pässe (413) sowie Pässe in der gegnerischen Hälfte (240) spielte. Nur Mitspieler Pedri (122) hatte bislang mehr Zuspiele, die im letzten Drittel bei einem Mittelspieler ankamen, als der Weltfußballer von 2024 (114).
Portugal auf der anderen Seite gehört in den USA, Mexiko und Kanada bislang nicht zu den offensivstärksten Teams des Turniers. Mit acht Toren und einem Expected-Goals-Wert von 6,29 sowie 52 Abschlüssen und nur 15 Schüssen auf das gegnerische Tor liegt das Team von Chefcoach Roberto Martinez außerhalb der Top 10. Auch die neun kreierten Großchancen reichen nur zu Platz 12 im WM-Ranking. Nur in der Chancenverwertung liegen die Portugiesen (15,39 Prozent) vor der Furia Roja (10,26 Prozent). Viele Tore sind im iberischen Achtelfinalduell vor diesem Hintergrund daher wohl nicht zu erwarten. Im Schnitt fielen bislang in Partien mit portugiesischer Beteiligung nur 2,5 Treffer (10 Tore in 4 Spielen), mit spanischer Beteiligung waren es sogar nur 2,0 Tore pro Spiel (8 in 4).