LASK greift im Spitzenspiel gegen RB nach der Tabellenführung!

Der Grunddurchgang der ADMIRAL Bundesliga steuert auf die beiden Finalspieltage zu, selten war der Kampf um die Spitzenplätze dabei so eng wie in diesem Jahr. Zwischen Tabellenführer Red Bull Salzburg (33 Punkte) und Titelverteidiger Sturm Graz (31) auf Platz 4 liegen aktuell nur zwei Punkte. Gleichauf mit den Roten Bullen grüßt der Linzer ASK (33, Platz 2) von der Spitze, im Topduell des 20. Spieltags empfangen die Oberösterreicher am Sonntagabend (17:00 Uhr) den Rivalen aus Salzburg. Geht die Ungeschlagen-Serie des LASK weiter oder feiert RB seinen ersten Ligasieg im Kalenderjahr 2026? Der Sieger des Duells geht als Spitzenreiter in die letzten beiden Spieltage vor der Tabellenaufteilung.

Die Kühbauer-Revolution in Linz

Seit dem Trainerwechsel im Oktober ist der LASK ein völlig neues Team – und Titelanwärter! Nach neun Spieltagen lagen die Oberösterreicher mit nur sieben Punkten noch auf Rang 11. Dann kam Rückkehrer Dietmar Kühbauer, brachte sein Erfolgsrezept aus Wolfsberg (damals Platz 2 mit 17 Punkten) mit nach Linz und führte den Verein aus dem Tabellenkeller zurück in die Erfolgsspur. Die ersten sieben Spiele unter Kühbauer gewann der LASK allesamt und kassierte dabei nur einen einzigen Gegentreffer, mittlerweile sind die Linzer seit 13 Pflichtspielen (12 unter Kühbauer) ungeschlagen (11 Siege, 2 Unentschieden). Nun kommt es zum Duell mit der besten Offensive der Liga: RB Salzburg (37 Tore).

Blickt man nur auf die Rückrunde des Grunddurchgangs, so ist der LASK sogar das beste Team der Liga: Seit Runde 12 holten die Oberösterreicher die meisten Punkte (20 von 24 möglichen Punkten), schossen die meisten Tore (14, wie Austria und GAK), kassierten die wenigsten Gegentore (5) und hielten ihren Kasten am häufigsten sauber (4). Zum Vergleich: RB Salzburg sammelte im selben Zeitraum nur zwölf Zähler, kassierte doppelt so viele gegnerische Treffer (10) und spielte nur einmal zu Null. Die Bilanz in Bundesliga-Heimspielen ist für Kühbauer und seine Linzer bislang noch makellos (4 Spiele, 4 Siege, 0 Gegentore). Fünf BL-Heimsiege in Folge ohne Gegentor gelangen dem LASK in der Bundesliga-Historie noch nie.

Opta-Vergleich: LASK ist das beste Team der Rückrunde. RB hat in der Rückrunde nachgelassen!
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Dass dieser historische Erfolg ausgerechnet gegen RB Salzburg gelingt, erscheint allerdings wahrscheinlich. Schließlich erzielten die Roten Bullen bislang in jedem Bundesliga-Auswärtsspiel der laufenden Saison mindestens einen Treffer (wie sonst nur Austria Wien; insgesamt 15 Tore in 9 Auswärtspartien). Genau wie der LASK (4 Siege, 2 Unentschieden) sind die Salzburger aktuell auf fremden Plätzen seit sechs Spielen ungeschlagen (3 Siege, 3 Unentschieden), allerdings endeten drei der vier RB-Gastspiele in der Rückrunde remis. Und wenn einer weiß, wie man Salzburg besiegt, dann Kühbauer: Der 54-Jährige ist seit drei Ligaduellen gegen Red Bull Salzburg ungeschlagen und gewann die letzten beiden davon – jeweils Heimspiele als WAC-Trainer (2:1 und 3:1).

Salzburg: Stotterstart nach Winterpause und Trainerwechsel

In Salzburg war die Devise vor der Saison klar: Nach zwei Vizemeisterschaften in Serie soll endlich wieder der Titel in die Red Bull Arena geholt werden. Nach 19 Runden ist das Team aus der Mozartstadt auf Platz 1 immerhin auf dem richtigen Weg, doch mit 33 Punkten sind die Roten Bullen der schwächste Tabellenführer seit 14 Jahren. Fast schon folgerichtig reagierten die Verantwortlichen in Salzburg und stellten Cheftrainer Thomas Letsch frei. Daniel Beichler wurde vom FC Liefering-Cheftrainer zum Headcoach des FC Red Bull Salzburg befördert.

Damals hatte der SK Rapid als Spitzenreiter zum Vergleichszeitpunkt sogar nur 32 Zähler. Kurios: Damals wie heute lag der Tabellenzweite gleichauf, 2012 teilten sich die Wiener den Spitzenplatz mit der SV Ried. Salzburg-Fans werden sich besonders gerne erinnern, denn Meister wurde damals: RB. Rapid wurde Vize, Ried schloss nach 36 Runden sogar nur auf Rang 6 ab.

Bis dahin ist es aber auch in diesem Jahr noch ein weiter Weg. Das beweist auch die schwache Frühjahrsform der Roten Bullen, die zum dritten Mal in Folge in den ersten beiden Bundesliga-Spielen nach der Winterpause sieglos blieben (0:2 gegen Austria, 1:1 beim GAK) und nur einen Punkt aus den ersten beiden Frühjahrsspielen holten – so wenig wie in der Red-Bull-Ära zuvor nur 2020.

Wann zündet die RB-Poweroffensive?

Immerhin wissen die Salzburger aber, wie man in der Linzer Raiffeisen Arena erfolgreich ist. In den vergangenen sechs Bundesliga-Auswärtsspielen blieb Red Bull fünfmal ohne Gegentor (4 Siege) und kassierte nur eine Niederlage (1:3 in der Saison 2023/24). Erstmals seit 2020/21 könnten die Roten Bullen nun wieder beide Duelle im Grunddurchgang gewinnen, nachdem ihnen in Runde 4 der laufenden Spielzeit ein klarer 3:0-Heimerfolg gelang – das war allerdings noch bevor Kühbauer das Zepter beim LASK übernahm.

RB kehrt zurück zu alten Stärken zurück - die Offensive!
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Wollen Letsch und Co. in Linz die Tabellenführung behaupten, wird es vor allem darauf ankommen, dass die RB-Offensive endlich wieder heiß läuft. Seit dem Jahreswechsel erzielte Salzburg nur zwei Tore in drei Pflichtspielen. Dass sie es besser können, zeigen die Zahlen der laufenden Saison: Nicht nur bei den erzielten Toren (37), sondern auch bei den Expected Goals (37,44) sowie den Gesamt-Schüssen (295), Schüssen auf das Tor (109) und erspielten Großchancen (66) sind die Salzburger das Maß aller Dinge in Österreich.