Ein Spieler in himmelblauem Trikot schießt den Ball, während ein Spieler in blauem Trikot mit ausgestrecktem Bein versucht, den Schuss zu blocken. Weitere Spieler in blauen und himmelblauen Trikots beobachten die Szene. Im Hintergrund sind zahlreiche Zuschauer auf den Tribünen zu sehen.

Letzte Ausfahrt FA Cup: Wer holt sich den Pokalsieg?

Im Finale des FA Cups stehen sich am Samstagnachmittag (Anstoß 16:00 Uhr) im Wembley Stadium in London mit dem FC Chelsea und Manchester City zwei absolute Schwergewichte des englischen Fußballs gegenüber. Doch nach einer langen und enorm schwierigen Saison geht es für beide Teams um viel mehr als nur den Pokal: Die Cityzens müssen womöglich die zweite Meisterschaft in Folge an die Konkurrenz abtreten, während die Blues nach einer katastrophalen Saisonschlussphase in der Premier League das internationale Geschäft zu verpassen drohen. Rettet sich Chelsea über den Pokalsieg nach Europa oder feiern die Skyblues das Pokal-Double?

Historisches Finale – historische Niederlage?

Den EFL Cup hat Manchester City bereits gewonnen, Ende März setzte sich das Team von Trainer Pep Guardiola im Finale gegen den FC Arsenal mit 2:0 durch. Nun stehen die Skyblues auch im zweiten Pokalwettbewerb im Endspiel, erneut geht es gegen einen Londoner Klub. Und mittlerweile zeichnet sich ab, dass der FA Cup womöglich der größte Titel ist, den die Cityzens 2026 holen können. In der Champions League musste man schließlich bereits im Achtelfinale gegen Real Madrid (0:3, 1:2) die Segel streichen und in der Liga gab man die Meisterschaft durch ein wildes 3:3 beim FC Everton in die Hand der Gunners.

Bereits mit dem Einzug ins Endspiel des FA Cups hat Manchester City aber Historisches geschafft: Die Skyblues sind das erste Team der Geschichte, das viermal in Folge das Finale im prestigeträchtigesten Pokalwettbewerb Englands erreicht hat. Dabei droht allerdings ausgerechnet eine historische Pleite: Nach dem Pokalsieg 2023 gegen Stadtrivale Manchester United gingen die Endspiele 2024 (gegen Liverpool) und 2025 (Crystal Palace) verloren. Drei Finalniederlagen in Serie kassierte in der Historie des FA Cups erst ein Team: der FC Chelsea (2020 bis 2022). Auf der anderen Seite könnten die Cityzens aber auch erst das zweite Team nach Liverpool (2000/01 und 2021/22) werden, das zum zweiten Mal das Pokal-Double aus EFL Cup und FA Cup gewinnt (erstmals in 2018/19).

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Für Chelsea ist es bereits das 17. Endspiel im FA Cup, die bisherige Bilanz ist absolut ausgeglichen: 8 Titel, 8 Niederlagen. Die letzten drei Finals wurden aber allesamt verloren – und dass dieser Negativlauf ausgerechnet gegen die Cityzens endet, erscheint äußerst unwahrscheinlich. Oder schließt sich am Samstag der Kreis? Seit dem Triumph im Finale der Champions League 2020/21 haben die Blues keines der 13 Duelle gegen das Guardiola-Team gewonnen (10 Niederlagen, 3 Unentschieden). In der laufenden Ligasaison holte man in der Hinrunde zumindest noch ein 1:1, war vor rund einem Monat beim 0:3 dann aber hoffnungslos unterlegen. Es ist Chelseas längste Sieglosserie seit 2004, als man Arsenal nach 17 Spielen ohne Erfolg endlich wieder schlagen konnte. Im FA Cup standen sich beide Teams bislang neunmal gegenüber (6 Siege City, 3 Siege Chelsea), die beiden jüngsten Duelle gingen dabei an Manchester. In Wembley traf man sich bisher sechsmal, auch hier hatten die Cityzens das bessere Ende meist für sich (5 Siege, 1 Niederlage).

Chelseas Offensivflaute könnte im Finale weitergehen

Auf dem Weg ins Endspiel zeigten sich beide Teams bereits extrem treffsicher, erzielten je 21 Tore und damit die mit Abstand meisten aller Teilnehmer. Für Chelsea ist es sogar die zweiterfolgreichste Saison im FA Cup nach 1969/70 (damals 25 Tore, 2006/07 ebenfalls 21). Auch bei den Expected Goals, den Abschlüssen, den Schüssen auf das Tor und den Großchancen sind die Cityzens und die Blues das Maß der Dinge im laufenden Wettbewerb.

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Wird das Finale also torreich? Nicht zwingend! Die Cityzens auf der einen Seite haben in den vergangenen drei Jahren zwar nachgewiesen, dass sie sich in Endspielen durchaus noch einmal steigern können und hatten in den letzten drei Finals durchschnittlich 21 Abschlüsse, während es in den Runden zuvor im Schnitt nur 19 pro Spiel waren.

Allerdings waren die Skyblues dabei wesentlich weniger effizient – nur zwei Prozent ihrer Chancen konnten sie in den Finals auch verwerten, während es in den Runden zuvor noch 19 Prozent waren. Zudem hat Erling Haaland einen echten Endspiel- und auch Wembley-Fluch. Der Norweger hat für Manchester bislang weder in einem Finale (9 Spiele, 15 Schüsse) noch im Wembley Stadium (8 Spiele, 11 Schüsse) getroffen. In keiner anderen Arena, in der er mindestens zweimal gespielt hat, ist ihm das passiert.

Und auf der anderen Seite hat Chelsea aktuell allgemein Ladehemmung. Zwar gelang ihnen in den jüngsten beiden Ligaspielen sowie im Pokal-Halbfinale gegen Leeds jeweils ein Treffer, doch lässt man das 7:0 gegen Drittligist Port Vale im Viertelfinale außen vor, blieben die Blues zuvor sechs Pflichtspiele in Serie ohne eigenen Treffer. In Wembley ist die Quote des CFC nicht viel besser: In Chelseas jüngsten acht Spielen in Englands Nationalstadion gelangen ihnen nur vier Tore (drei Gegentore) – in ihren letzten vier Endspielen konnten sie keinen einzigen Treffer mehr erzielen. Es wäre alles andere als überraschend, wenn das Team von Interimscoach Calum McFarlane auch am Samstag wieder ohne eigenem Torerfolg vom Platz geht.