Mehrere Fußballspieler von FC Barcelona in rot-blau gestreiften Trikots und Spieler von Real Madrid in weißen Trikots auf dem Spielfeld während eines Spiels

Macht Barcelona die Meisterschaft ausgerechnet im El Clásico klar?

Am Sonntagabend um 21 Uhr ist es wieder so weit – der nächste Clásico steht an! Und wäre das Duell zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid alleine nicht schon brisant genug, droht den Königlichen im Camp Nou auch noch DIE Demütigung schlechthin. Denn: Sollten die Madrilenen das Spiel nicht gewinnen, würde sich ihr Erzrivale aus Barcelona ausgerechnet im direkten Duell vor heimischem Publikum die spanische Meisterschaft sichern. Der Albtraum eines jeden Real-Fans! Um das zu verhindern, müssen die Königlichen die XXL-Siegesserie der Blaugrana stoppen.

Barca vor Titelverteidigung, Real wieder mit leeren Händen

Es wäre erst das zweite Mal in der Clásico-Geschichte, dass das direkte Duell der beiden größten spanischen Rivalen auch über den Meistertitel entscheidet. Barcelona (88 Punkte) reicht, bei aktuell elf Zählern Vorsprung auf Real Madrid (77) schon ein Unentschieden im eigenen Stadion, um die 29. Meisterschaft drei Runden vor Schluss klarzumachen. Nur mit einem Sieg im Camp Nou könnten die Königlichen das Titelrennen weiter offen halten. In der aktuellen Form der Blaugrana zweifelt aber längst niemand mehr an der Titelverteidigung von Hansi Flick und Co. Barca hat zuletzt zehn Ligaspiele in Serie gewonnen und dabei nur sechs Gegentore zugelassen, auch defensiv ist der Tabellenführer mittlerweile das Maß der Dinge in La Liga (31 Gegentore, wie Real Madrid).

Bei den Königlichen dagegen scheint die Luft raus zu sein, zu unkonstant präsentierte man sich in den letzten Wochen und Monaten. Daran änderte auch der Trainerwechsel zu Alvaro Arbeloa nichts. Die Mannschaft wirkt weiter zu sehr mit sich selbst beschäftigt und in internen Machtkämpfen gefangen, die sich seit der Ankunft von Superstar Kylian Mbappé hartnäckig halten. Von den jüngsten zehn Ligaspielen gewann Real nur fünf (3 Niederlagen, 2 Unentschieden), zwei der letzten fünf Auswärtsspiele in der Liga wurden verloren (2 Siege, 1 Unentschieden). Zu wenig, um im Saisonfinale noch einmal ernsthaft nach dem Titel zu greifen. Auch bei einem Sieg im Camp Nou bliebe ein Rückstand von acht Punkten bei nur noch drei ausstehenden Partien. Es droht die zweite titellose Saison in Folge für die erfolgsverwöhnten Madrilenen.

Während Real-Coach Arbeloa vor seinem ersten Clásico als Trainer steht und erst der fünfte Coach der Blancos werden könnte, der sein erstes Duell mit den Blaugrana auswärts gewinnt (zuletzt Zinedine Zidane 2016), könnte Flick auf der anderen Seite der fünfte Barca-Trainer werden, der elf Ligasiege in Folge einfährt. Der Deutsche wäre damit der erste nach Pep Guardiola in 2010, der seine ersten beiden Heim-Clásicos in La Liga siegreich gestaltet.

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Die jüngste Bilanz spricht allerdings für die Madrilenen. Auch wenn Barcelona in der Liga zwei der jüngsten drei Heimspiele gegen Real gewonnen hat (1 Niederlage), fuhren die Königlichen in den letzten zwölf Duellen in La Liga acht Siege gegen die Blaugrana ein. Übrigens: Keiner der letzten zwölf Clásicos in der Liga endete mit einem Unentschieden (4 Siege Barcelona), die längste solche Serie seit der Zeit zwischen 1977 und 1986 (18 Spiele; 10 Siege für Real Madrid, 8 für den FC Barcelona). Allerdings ist Barcas Heimbilanz in dieser Liga-Saison noch blütenweiß: 17 Spiele, 17 Siege, 52:9 Tore. Es deutet alles darauf hin, dass die Titelentscheidung schon am Sonntag fällt.

Geht Barcelonas Mega-Torserie weiter?

Der Clásico 2026 ist aber nicht nur ein prestigeträchtiges und womöglich titelentscheidendes Duell, sondern auch das Aufeinandertreffen der beiden besten Offensiven der Liga – auch in Abwesenheit von Lamine Yamal und Kylian Mbappé, die beide an Muskelverletzungen laborieren. Während Barcelona die meisten Tore (89) der Liga erzielte und den eigenen Expected-Goals-Wert (82,48) dabei leicht übertrifft, kommt Real auf die zweitmeisten Treffer (70) und hätte sogar noch mehr erzielen können (72,89 xG). Mit 648 (Barcelona) bzw. 613 (Real) Abschlüssen verzeichneten die beiden spanischen Top-Klubs die meisten aller Teams in La Liga, bei den Schüssen auf das Tor liegen sie fast gleichauf an der Spitze (237 Barca, 236 Real). Nur in Sachen Großchancen haben die Königlichen (79) deutlich das Nachsehen (Barcelona 116), sogar Atletico hat hier mehr (85).

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Die Hausherren wollen offensiv am Sonntagabend eine Megaserie weiter ausbauen. Das Flick-Team hat aktuell in 54 LaLiga-Spielen in Folge getroffen (seit einer 0:1-Niederlage gegen Leganés im Dezember 2024) – die längste aktive Serie in den fünf großen europäischen Ligen. Seitdem erzielte Barcelona in 54 Ligaspielen 141 Tore, kein Team in La Liga traf häufiger. Auf Platz 2 liegt auch hier Real Madrid mit 111 Treffern in 55 Partien. Die Königlichen blieben in diesem Zeitraum ebenfalls nur in vier Spielen ohne eigenen Torerfolg, letztmals beim 0:1 im Heimspiel gegen Getafe vor zwei Monaten.