Man City an der Stamford Bridge: Für Chelsea kündigt sich der nächste Tiefschlag an

Das Topspiel der 32. Runde der Premier League findet am späten Sonntagnachmittag (17:30 Uhr) an der altehrwürdigen Stamford Bridge statt. Beim Aufeinandertreffen zwischen dem FC Chelsea und Manchester City kommt es zum Verfolgerduell der etwas anderen Art. Denn während sich die Citizens keinen Ausrutscher mehr im Kampf um die Meisterschaft erlauben dürfen, gilt selbiges auch für die Blues. Das Team von Trainer Liam Rosenior hat mit der Tabellenspitze jedoch reichlich wenig zu tun, kämpft vielmehr um den Anschluss an die Champions-League-Plätze für die nächste Saison.

Man City wieder in Bestform?

Bevor der Ball am Sonntag im Westen Londons rollt, wird Manchester City seit fast einem Monat kein Premier-League-Spiel mehr absolviert haben. Aufgrund zweier Einsätze in den englischen Pokalwettbewerben stand das Team von Trainer Pep Guardiola zuletzt am 14. März in der nationalen Liga bei West Ham United auf dem Platz. Den Skyblues kam diese Premier-League-Pause jedoch wohl sehr gelegen, konnte man doch zuletzt weder bei West Ham (1:1) noch gegen Nottingham (2:2) in der Liga gewinnen. In der Champions League kam man zudem im selben Zeitraum ordentlich unter die Räder (0:3 und 1:2 gegen Real Madrid im Achtelfinale).

Diese Schwächephase scheint man inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Seit dem Aus in der Königsklasse gewann das Guardiola-Team nicht nur den Carabao Cup gegen den FC Arsenal mit 2:0, nach der Länderspielpause kegelte man auch den FC Liverpool mit 4:0 im FA-Cup-Viertelfinale aus dem Wettbewerb. Die Citzens scheinen ihre Form auf der Saisonzielgeraden wiedergefunden zu haben. Nach dem Spiel gegen Chelsea am Sonntag empfängt man eine Woche später die Gunners aus dem Norden Londons zum wohl allesentscheidenden Match um die englische Meisterschaft.

Chelseas Bilanz des Grauens gegen Man City

Ist der FC Chelsea nun sogar der richtige Aufbaugegner, um die Meisterschaft eine Woche später noch einmal richtig spannend zu machen? Möglich wäre es, schließlich blieben die Londoner seit einem 2:1-Auswärtserfolg im Mai 2021 in neun Premier-League-Spielen gegen City ohne Sieg (3 Unentschieden, 6 Niederlagen). Guardiolas Truppe gewann zudem vier der letzten fünf Auswärtsspiele in der Liga an der Stamford Bridge (1 Unentschieden). Und auch aktuell stimmt die Form des Rosenior-Teams überhaupt nicht: Die letzten beiden Premier-League-Spiele gegen Newcastle (0:1) und Everton (0:3) wurden ohne eigenen Treffer verloren. Drei oder mehr Liga-Niederlagen in Folge gab es für die Blues zuletzt im Mai 2023 (4 Pleiten).

Foden schießt ein Tor gegen Chelsea.
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Nachdem Rosenior Anfang des Jahres von Enzo Maresca übernommen hatte, schien dies die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Gelangen unter dem Engländer direkt vier Siege in den ersten vier Premier-League-Partien, wurde seither jedoch nur noch eines der letzten sechs Matches gewonnen (2 Unentschieden, 3 Niederlagen). Seit dem 2:2 gegen Leeds United am 10. Februar haben nur Leeds (4 Punkte) selbst und der Stadtrivale Tottenham (1) weniger Punkte in der Liga eingefahren als die Blues (5). Vor dem 7:0-Heimsieg im FA-Cup-Viertelfinale gegen Port Vale am vergangenen Wochenende kassierte Chelsea zwischenzeitlich vier Pflichtspielpleiten in Folge.

Die Gäste aus Manchester sind im Monat April wiederum eine wahre Macht. Die Citizens gestalteten 28 ihrer letzten 31 Ligaspiele in diesem Monat siegreich (2 Unentschieden, 1 Niederlage). In der Premier League holt das Team unter Guardiola im April durchschnittlich 2,50 Punkte pro Spiel (38 Spiele, 30 Siege, 5 Unentschieden, 3 Niederlagen) – der höchste Schnitt einer Mannschaft mit mindestens 15 Partien in einem Monat unter einem Trainer. Auch am 12. April spricht somit vieles, wenn nicht gar fast alles für die Skyblues!

Chelseas Offensive in der Krise

Während Manchester bei einem Spiel weniger neun Zähler hinter Tabellenführer Arsenal auf Platz 2 rangiert, fehlen dem FC Chelsea (Platz 6) auf den Tabellenvierten Aston Villa bereits sechs Punkte. Glücklicherweise (aus Blues-Sicht) wird sich die Premier League jedoch aller Voraussicht nach für die kommende Spielzeit einen fünften Startplatz in der Königsklasse erspielen, so dass das Rosenior-Team weiter vom wichtigsten Klub-Wettbewerb Europas träumen darf – schließlich liegt man nur einen Punkt hinter Liverpool und Platz 5.

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Um das Ziel Champions League jedoch nicht aus den Augen zu verlieren, muss die Chelsea-Offensive langsam aber sicher wieder in Tritt kommen. Vor dem Spiel gegen Drittligist Port Vale blieb man in drei Pflichtspielen gegen Everton (0:3), Paris (0:3) und Newcastle (0:1) dreimal in Folge ohne eigenen Treffer (3,58 xG), obwohl man in alle drei Partien jeweils mehr Touches im gegnerischen Strafraum und mehr Schüsse als der Gegner aufwies. In den letzten sieben Pflichtspielen (ohne FA-Cup-Spiele gegen unterklassige Gegner) erzielte man im Schnitt nur noch 1,14 Treffer pro Partie.

Die derzeit fehlende offensive Durchschlagskraft der Blues könnte gegen City somit zum Problem werden. Denn während man über die gesamte Premier-League-Saison hinweg mit 12,44 Prozent auf die viertbeste Chancenverwertung aller Teams kommt, beträgt diese in den letzten sechs Ligaspielen nur noch 9,44 Prozent. Auf die gesamte Spielzeit gerechnet wäre dies der viertschlechteste Wert der Premier League. Die Citizens wiederum reisen mit der statistisch gesehen zweitbesten Defensive an die Stamford Bridge. Sowohl bei den Gegentoren (28) und dem Expected-Goals-Against-Wert (33,1 xGA), als auch den zugelassenen Schüssen (293) und den zugelassenen Torschüssen (103) liegt das Guardiola-Team jeweils hinter Arsenal auf Platz 2. Bleiben die Blues somit zum vierten Mal in fünf Pflichtspielen ohne eigenen Treffer?