Zwei Sturm Spieler wehren den Angriff eines Rapidlers ab.

Meister Sturm reist zum Spitzentreffen nach Hütteldorf, Salzburg will Negativlauf beenden

Die zwei aktuell besten und formstärksten Teams Österreichs treffen am Ostersonntag direkt aufeinander. Während es im Duell zwischen dem SK Rapid und Sturm Graz um nichts Geringeres als den Kampf um die Tabellenführung geht, versuchen die krisengebeutelten Roten Bullen aus Salzburg beim TSV Hartberg ihrem Negativlauf ein Ende zu bereiten.

Gipfeltreffen in Hütteldorf

Im Allianz Stadion kommt es am Sonntag um 17 Uhr zum Spitzenspiel der ADMIRAL Bundesliga, wenn Tabellenführer Sturm Graz bei seinem ersten Verfolger Rapid Wien zu Gast ist. Nach 24 Spielen trennt die beiden Kontrahenten, die sich beide zuletzt in ausgezeichneter Form präsentierten, nur ein Zähler. Rapid ist seit der Derby-Niederlage gegen Austria (0:2) Mitte Februar ungeschlagen (4 Siege, 1 Unentschieden), gewann zuletzt drei Spiele in Folge – zweimal gegen RB Salzburg (je 1:0) und direkt vor der Länderspielpause auch gegen den LASK (4:2).

Zum ersten Mal überhaupt gelangen damit zwei Siege zum Start der Meistergruppe. Auch die letzten drei Heimspiele bestritt das Team von Trainer Johannes Hoff Thorup allesamt siegreich. Im heimischen Allianz Stadion ist man unter dem Dänen noch gänzlich unbesiegt (4 BL-Spiele, 1 Unentschieden). Zuletzt gelangen Mike Büskens in der Saison 2016/17 zehn Punkte in seinen ersten vier BL-Heimspielen.

Das Topduell mit Meister Sturm Graz kommt für die Hütteldorfer demnach wohl genau zur richtigen Zeit. Denn auch gegen die Steirer ist die grün-weiße Bilanz in der jüngsten Vergangenheit makellos. Die letzten drei Ligaduelle gingen allesamt an die Wiener, die in jedem dieser Spiele auch jeweils mindestens doppelt trafen. Dies gelang Rapid zuletzt in der Saison 2015/16. Sturm erzielte in diesen Duellen zwar selbst stets einen Treffer (1:2, 1:2, 1:3), zu Punkten führten diese jedoch nicht.

Dennoch befinden sich die Gäste aus Graz derzeit ebenfalls in guter Verfassung. Die Mannschaft von Coach Fabio Ingolitsch blieb in den letzten fünf BL-Matches ohne Niederlage (3 Siege, 2 Unentschieden), ihre längste Ungeschlagenserie in der laufenden Saison. Zudem präsentierte man sich mit acht Siegen in zwölf Auswärtsspielen in der Fremde besonders stark. Noch nie hatten die Grazer zu diesem Zeitpunkt der Saison so viele Auswärtssiege zu Buche stehen, sie haben gar bereits ihre Siegesanzahl in Auswärtspartien aus der vergangenen Meistersaison eingestellt (8 Siege in 16 Spielen).

Rapid zuletzt dreifach siegreich gegen Sturm. Sturm aber seit fünf Spielen ungeschlagen.
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Gelingt Rapid der vierte Sieg gegen Sturm in Folge?

Es deutet somit vieles auf ein enges, ausgeglichenes Spitzenspiel hin, in dem Nuancen den Unterschied ausmachen könnten. Dies verdeutlichen auch die errechneten Siegeswahrscheinlichkeiten des Datenanbieters Opta, die Sturm mit 37,7 Prozent im Vergleich zu Rapids 36,2 Prozent minimal im Vorteil sehen (Remis: 26,2 Prozent). Will der Titelverteidiger tatsächlich drei Zähler aus Hütteldorf entführen, könnte dies für das Ingolitsch-Team womöglich vor allem über ein starkes Offensivspiel gelingen. Immerhin erzielten die Steirer bislang die zweitmeisten Treffer (39) in der laufenden Saison (39,68 xG, Platz 3), schossen am zweithäufigsten auf des Gegners Tor (116) und verfügen über die drittbeste Verwertung von Großchancen (39,68 Prozent).

Rapid wiederum stellt nach erzielten Toren eigentlich die zweitschwächste Offensive (31, 35,85 xG) der Meistergruppe, zeigte sich zuletzt jedoch äußerst effizient vor dem generischen Gehäuse. In den letzten drei Heimspielen netzten die Hütteldorfer trotz eines xG-Werts von nur 3,05 gleich siebenmal. Kann Rapid diese Effizienz aufrechterhalten und mit ihrer durchaus vorhandenen Defensivstärke (32,4 xGA) – in drei der letzten fünf BL-Spiele blieb Rapid ohne Gegentor – in Einklag bringen, könnte der Angriff auf die Tabellenspitze gelingen.

Salzburg will Negativspirale durchbrechen

Während Rapid (22 Punkte) und Sturm (23) um die Poleposition in der Meistergruppe kämpfen, droht der ehemalige Serienmeister Red Bull Salzburg (19) langsam, aber sicher den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Die aktuelle Form der Roten Bullen macht dabei eigentlich wenig Hoffnung auf Besserung, doch am Sonntag (14:30 Uhr) soll gegen einen schwachen TSV Hartberg der Turnaround gelingen. Die Mozartstädter gehen als klarer Favorit in die Partie.

Schließlich hat RB noch nie in der Bundesliga gegen den TSV verloren (17 Siege, 3 Unentschieden). Wenngleich das letzte direkte Duell mit einem torlosen Remis endete – erstmals erzielte Salzburg keinen Treffer gegen die Hartberger -, gewannen die Roten Bullen 17 der letzten 19 Aufeinandertreffen in der Bundesliga. Zudem hat Hartberg in Heimspielen in der Meistergruppe überhaupt nur zweimal gepunktet – im Juli 2020 gegen den WAC (3:3) und im April 2024 gegen Klagenfurt (3:2). Die restlichen neun Heimspiele wurden verloren. In der aktuellen Runde gelang dem TSV in den ersten beiden Meistergruppenspielen immerhin ein Remis beim LASK (1 Niederlage), das Team von Trainer Manfred Schmid wartet allerdings seit vier Spielen auf einen Sieg und konnte in den letzten sieben Partien nur drei Treffer erzielen.

4 Spiele sieglos - RB mit Negativlauf.
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Auch die Salzburger befinden sich derzeit in einer handfesten Krise. Das Team von Trainer Daniel Beichler, der erst im Februar von Thomas Letsch übernahm, wartet ebenfalls seit vier BL-Spielen auf ein Erfolgserlebnis (2 Unentschieden, 2 Niederlagen) und startete mit nur einem Punkt in die laufende Meistergruppe. Der Rückstand zur Tabellenspitze beträgt mittlerweile vier Zähler. Vor allem die Offensive geriet zuletzt mächtig ins Stottern. Seit dem 5:1-Sieg beim LASK trafen die Roten Bullen in vier BL-Spielen nur noch einmal! Dennoch verfügt man in der Theorie weiterhin über die beste Offensive der Liga: Mit 43 Toren, 46,4 xG, 393 Schüssen und 135 Torschüssen rangiert man in jeder Kategorie an der Spitze und kreierte zudem die zweitmeisten Großchancen (55) aller Teams. Platzt der offensive Knoten am Wochenende in Hartberg, sollten die Salzburger ihren Negativlauf beenden können.