Stadtderby in Wien! In der 19. Runde der ADMIRAL Bundesliga empfängt die Austria den Rivalen Rapid zum Stadtduell. Waren im Hinspiel noch die Hütteldorfer nach starkem Saisonstart inklusive Tabellenplatz 1 der Favorit, so gehen nun im Rückspiel die Veilchen mit der breiteren Brust in das 191. Ligaduell mit dem Nachbarn. Doch Favoritensiege sind rar im Derby, auch in der Hinrunde gelang ein solcher nicht – Austria fügte Rapid die erste Saisonniederlage zu (3:1). Gelingt den formschwachen Hütteldorfern die Revanche?
Die Austria klopft oben an
Den Saisonstart hatten die Veilchen verpatzt, aus den ersten vier Ligaspielen gelang kein Sieg, dazu das peinliche Pokalaus gegen Regionalligist ASK Voitsberg (2:3). Zwischenzeitlich stand die Austria nur auf Rang 11 in der ADMIRAL Bundesliga, doch dann gelang der Turnaround mit vier Siegen in Folge, inklusive Derbyerfolg. Von den letzten sechs Ligaspielen haben die Favoritner nur eines verloren (4 Siege, 1 Unentschieden), liegen aktuell mit 29 Punkten auf Platz 4, nur drei Zähler hinter Tabellenführer RB Salzburg, den man am vergangenen Wochenende auswärts mit 2:0 bezwang. Die Austria ist zurück im Titelkampf!
Dass das neue Kalenderjahr mit zwei namhaften Gegnern beginnt, dürfte den Veilchen nur Recht gewesen sein – schließlich ist Austria Wien eins der Top-Teams, wenn es darum geht, in Bestform aus der Winterpause zu kommen. Der FAK startete in fünf der letzten sechs Jahre mit einem Sieg ins Bundesliga-Frühjahr und ist seit sieben Jahren zum BL-Jahresauftakt ungeschlagen (5 Siege, 2 Unentschieden). Mit zwei Siegen ins neue Kalenderjahr starteten die Favoritner in drei (2021, 2022 & 2024) der vergangenen fünf Jahre.

Und es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Austrianer auch 2026 mit zwei Siegen ins Frühjahr starten, denn die Veilchen präsentierten sich zuletzt äußerst heimstark. Seit drei Bundesliga-Heimspielen ist die Austria ungeschlagen (2 Siege, 1 Unentschieden) und holte dabei mehr Punkte (7) als in den ersten sechs Heimpartien der Saison (6). Außerdem feierten die Favoritner in den vergangenen vier Jahren immer einen Sieg im ersten Liga-Heimspiel eines neuen Jahres (10:3 Tore). Baut man diese Serie am Sonntagabend (17:00 Uhr) im Derby aus, wäre Stephan Helm der erste FAK-Trainer seit Thomas Letsch 2018, der zwei Bundesliga-Derbies in Folge gewinnt.
Rapid historisch schlecht vor Derby
Doch Vorsicht: Das letzte Derby in der Generali Arena gewannen die Gäste (2:1)! Die Hütteldorfer könnten nun ihrerseits das erste Mal seit 2018 wieder zwei Auswärtssiege in Serie gegen den Rivalen holen (damals unter Goran Djuricin). Doch das ist eher unwahrscheinlich, denn Rapid ist aktuell historisch schlecht! Der SK ist seit elf Pflichtspielen sieglos (7 Niederlagen, 4 Unentschieden) – erstmals so lange seit Gründung der Bundesliga zur Saison 1974/75. Weiters ist Rapid seit sechs Bundesliga-Spielen sieglos (3 Niederlagen, 3 Unentschieden). Nur der FC Blau-Weiß Linz ist in der Bundesliga aktuell länger ohne Erfolgserlebnis (9 Spiele).
Auch die Bilanz auf fremdem Rasen dürfte Trainer Johannes Hoff Thorup und den Rapidlern wenig Hoffnung machen: Von den jüngsten sechs Auswärtsspielen in der Liga konnten die Grün-Weißen nur eines gewinnen (2 Niederlagen, 3 Unentschieden), in zwei der vergangenen drei Spielzeiten kassierten die Hütteldorfer im ersten Liga-Auswärtsspiel des Frühjahrs eine Niederlage. An das dritte Spiel wird man sich allerdings gerne erinnern: 2025 startete man mit einem 2:1-Auswärtssieg ins neue Kalenderjahr – beim FK Austria Wien.
Offensivschwäche als großes Manko
In der Tabelle ist Rapid auf Platz 6 abgerutscht und damit mitten im Kampf um den Aufstieg in die Meistergruppe. Um nicht noch weiter abzurutschen und den Gang in die Qualifikationsgruppe zu vermeiden, müssen die Hütteldorfer dringend den Schalter in der Offensive umlegen. Die Rapidler schießen zwar am dritthäufigsten auf das Tor (258 Schüsse, 83 davon auf das Tor, nur Salzburg und Sturm in beiden Kategorien häufiger) und haben den zweitbesten Expected-Goals-Wert (29,93) nach RB, doch mit nur 22 Toren und einer Torschussgenauigkeit von 42,78 Prozent hat Rapid die viertschwächste Offensive. Nur 8,52 Prozent der Rapid-Schüsse landen auch im Netz des Gegners – einzig BW Linz (7,69) hat eine schwächere Quote. Zuletzt gelang sechs Mal in Folge in der Liga maximal ein eigener Treffer, auf zwei Rapid-Tore in einem Spiel warten die Anhänger seit dem 2. November (damals 2:1 gegen Sturm).

Gegen die Austria muss Rapid an dieser Effizienz dringend arbeiten. Denn viele Chancen gewähren die Favoritner nicht, im Gegenteil: Mit nur 184 zugelassenen gegnerischen Schüssen rangieren die Veilchen auf Platz 1 der Bundesliga. Auch die 23,99 Expected-Goals-Against gehören zu den Top-Werten der Liga (Platz 3), allerdings resultierten daraus bereits 26 Gegentore – die viertmeisten im Ligavergleich. Dennoch ließ Austria in den jüngsten drei Liga-Heimspielen nur maximal ein Gegentor zu, in den vergangenen vier Spielen hielten die Favoritner ihren Kasten zudem zweimal sauber.
