Arsenal Angreifer Eze bei seinem 3er-Pack gegen Tottenham!

Nordlondon Derby: Vermasselt Tottenham den Gunners die Tour?

Auch in dieser Saison könnten die Gegensätze der beiden Topklubs aus dem Norden Londons kaum größer sein. Während Mikel Arteta in seiner siebten Saison als Cheftrainer von Arsenal nach dem ersten Meistertitel greift -wenn auch nicht frei von Patzern! – wird bei Tottenham am Sonntag (17:30 Uhr) bereits der achte Trainer im selben Zeitraum an der Seitenlinie stehen. Nach zuletzt acht Ligaspielen ohne Sieg haben die Spurs die Reißleine bei Thomas Frank gezogen und Igor Tudor als neuen Mann an der Seitenlinie installiert. Kann der Kroate die Lilywhites zurück in die Erfolgsspur führen oder bleibt Arsenal zum achten Mal in Folge gegen den Rivalen ungeschlagen?

Tottenham mit neuem Coach gegen den Negativlauf

Eigentlich sollte der Europa-League-Titel (damals noch unter Trainer Ange Postecoglou) am Ende einer sehr enttäuschenden Ligasaison neue Energie bei den Spurs freisetzen, doch nach der 1:2-Heimniederlage am 26. Spieltag gegen Newcastle war endgültig Schluss für Postecoglou-Nachfolger Frank an der High Road in Nordlondon. Seit acht Ligaspielen wartet Tottenham mittlerweile auf einen Sieg (4 Unentschieden, 4 Niederlagen), eine längere Serie ohne eigenen Erfolg gab es zuletzt 2007 (9 Spiele ohne Sieg). Die Lilywhites sind damit das einzige Team der Premier League, das im Kalenderjahr 2026 noch keinen Dreier einfahren konnte – seit 1994 ist Tottenham nicht mehr so schlecht in ein neues Jahr gestartet (damals 10 Spiele).

Diesen Negativlauf soll nun Igor Tudor stoppen – am besten schon am Sonntagabend im Derby gegen die Gunners. Immerhin: Bei seinen letzten fünf Stationen Hajduk Split, Hellas Verona, Olympique Marseille, Lazio Rom und Juventus Turin feierte Tudor im ersten Spiel jeweils einen Sieg. Der 47-jährige Kroate wird damit erst der zweite Tottenham-Trainer nach Glenn Hoddle sein, der im ersten Spiel an der Seitenlinie direkt auf Arsenal trifft. Damals gab es eine 1:2-Niederlage im FA-Cup-Halbfinale (April 2001).

Tottenhams Last 5 gegen gegen Arsenal: Kein Sieg, ein Remis.
Credit: Getty Images

Ob Tudor mehr Erfolg haben wird als sein Vorgänger? Unwahrscheinlich, denn die Gunners sind den Lilywhites nicht nur in der Tabelle enteilt (Platz 1 gegen Platz 16, 29 Punkte Unterschied), sondern auch im direkten Duell. Seit sieben Nordlondon-Derbys haben die Spurs in der Premier League nicht mehr gegen den Rivalen gewonnen und dabei sechs Niederlagen kassiert (1 Unentschieden). Die jüngsten vier dieser Duelle gewann allesamt Arsenal, das nun erstmals seit 1989 wieder fünf Ligasiege in Folge gegen Tottenham feiern könnte. Auch die letzten drei Derbys im Tottenham Hotspur Stadion gingen alle an die Gäste, vier Heimniederlagen in Serie gab es letztmals 1955 gegen die Gunners.

Defensivstarke Gunners wollen ihren Vorsprung behaupten

Während die Spurs – aktuell fünf Punkte vor dem ersten Abstiegskandidaten West Ham – unter dem neuen Trainer den Blick wieder nach vorne richten wollen, blicken die Gunners gebannt in den Rückspiegel. Nachdem man zuletzt zweimal nur unentschieden spielte (1:1 in Brentford, 2:2 in Wolverhampton), beträgt der Vorsprung an der Tabellenspitze auf Manchester City bei einem Spiel mehr nur noch fünf Zähler. Sollten die Citizens am Samstagabend (21:00 Uhr) im Heimspiel gegen das formschwache Newcastle vorlegen, wäre der Druck vor dem Derby maximal hoch.

Grund zur Sorge muss es bei Arteta und Co. aber noch längst keinen geben. Von den vergangenen 20 Pflichtspielen verlor Arsenal nur eines (2:3 gegen Manchester United), 15 Siege fuhr man in diesem Zeitraum ein (4 Unentschieden). Entscheidenden Anteil an der starken Saison der Gunners hat dabei nach wie vor die Defensive, mit 20 Gegentoren (18,41 Expected Goals Against) und 13 Weißen Westen stellt Arsenal die beste Abwehr der Liga. Mit 207 Schüssen und nur 58 Schüssen auf das eigene Tor hat man bislang die wenigsten Abschlüsse der Gegner zugelassen. Zudem hat Arteta in Londoner Derbys die höchste Siegquote (60,3 Prozent) aller Trainer, die mindestens 20 solcher Duelle bestritten haben.

Arteta ist Derbyspezialist. 60,3 Prozent der Londoner Derbys hat er gewonnen.
Credit: Getty Images

Spurs: Torgefährliche Abwehrspieler

Tottenham auf der anderen Seite gehört zu den schwächeren Offensivteams der Liga. Zwar liegen die Spurs mit 36 erzielten Toren im Mittelfeld der Premier League, doch mit nur 288 abgegebenen Schüssen sowie 98 Schüssen auf das gegnerische Tor und 47 Großchancen rangiert man in diesen Kategorien ligaweit nur auf Platz 14. Die 27,4 Expected Goals der Spurs bedeuten sogar den viertschwächsten Wert im Ligavergleich. Einzig in der Chancenverwertung (12,5 Prozent, Platz 5) wird man dem Ruf eines Spitzenteams gerecht – findet sich allerdings auch hier hinter dem Rivalen Arsenal (13,3 Prozent) wieder.

Bemerkenswert: Zehn der 36 Spurs-Tore wurden von Abwehrspielern erzielt. Damit hat Tottenham im Ligavergleich nicht nur die meisten Treffer durch Verteidiger auf dem Konto, sondern auch den höchsten Anteil an Toren von Abwehrspielern an der Gesamtausbeute: 27,8 Prozent aller Spurs-Tore wurden von einem Spieler erzielt, dessen Hauptaufgabe es eigentlich ist, den Gegner am Toreschießen zu hindern. Schafft es Arsenal, keinen Defensivakteur der Lilywhites in Abschlussposition kommen zu lassen, winkt den Gunners das siebte Auswärtsspiel ohne Gegentor in der laufenden Saison.