Am Freitag gibt es in Österreich den ersten Titel der Saison zu holen. Dann wird nämlich um 16:00 Uhr das Endspiel des ÖFB-Cups 2025/26 angepfiffen. Im Wörthersee Stadion stehen sich dabei mit dem SCR Altach und dem Linzer ASK zwei Teams gegenüber, die man vor der Saison nicht unbedingt im Finale erwartet hätte. Während es für die Altacher gar das erste Cup-Finale der Klubgeschichte ist, könnte LASK-Trainer Didi Kühbauer den Pokal zum zweiten Mal in Folge gewinnen. Mit dem WAC feierte er im Vorjahr den Triumph über den TSV Hartberg (1:0) und strebt nun die Titelverteidigung an.
Finale auf Augenhöhe trotz klarer Favoritenrolle
Beim Blick auf die Ligatabelle wird schnell klar, wer auf dem Papier als Favorit ins Endspiel geht. Denn während die Linzer nach der 29. Runde in der ADMIRAL Bundesliga von der Tabellenspitze der Meistergruppe grüßen, finden sich die Altacher in der Qualifikationsgruppe wieder und belegen dort aktuell Rang 2. Zum zweiten Mal in Folge stehen sich damit im Cup-Finale ein Team aus der Meistergruppe (letzte Saison der Wolfsberger AC) und der Qualifikationsgruppe (TSV Hartberg) gegenüber.
Auf den zweiten Blick wird das Duell aber schon spannender: Bei der Punkteteilung nach dem 22. Spieltag trennten den SCR und den LASK zwar acht Zähler, die beiden direkten Duelle im Grunddurchgang aber waren ausgeglichen– es gewann jeweils das Heimteam mit 1:0. Auch auf dem Weg ins Cup-Finale finden sich Parallelen, die auf ein ausgeglichenes Spiel hoffen lassen. So haben auf beiden Seiten die besten Torjäger – Srdjan Hrstic und Marlon Mustapha bei den Vorarlbergern und Samuel Adeniran bei den Oberösterreichern – je drei Tore erzielt, insgesamt kommt Altach auf 14 Treffer, Linz auf 13. Auch am anderen Ende des Feldes ist man auf Augenhöhe, der SCR kassierte bislang vier Gegentore, der LASK sogar nur drei. Und beide Teams mussten in der laufenden Cup-Saison in vier von fünf Partien auswärts ran.

Der direkte Vergleich spricht allerdings für den Favoriten aus Linz. In der Pokal-Historie trafen der LASK und Altach bislang zweimal aufeinander, jeweils mit besserem Ende für die Oberösterreicher: 2018/19 sowie 2019/20 setzten sich die Linzer jeweils im Achtelfinale klar durch (3:0, 3:1). Auch in der Bundesliga ist die Bilanz deutlich, der LASK gewann 20 der bisherigen 32 Duelle bei nur vier SCR-Siegen. Dazu verfügen die Linzer über die größere Cup-Erfahrung, immerhin stehen die Oberösterreicher vor ihrem siebten Endspiel. Letztmals spielte man vor fünf Jahren um den Titel, unterlag Red Bull Salzburg aber deutlich (0:3). Tatsächlich gewann der LASK nur eines seiner bisher sechs Cup-Finals, den einzigen Triumph feierte man 1964/65. Damals bezwang man den 1. Wiener Neustädter SC nach Hin- und Rückspiel knapp mit 2:1 (1:0, 1:1). Nach 61 Jahren soll nun endlich der zweite Cup-Erfolg her.
Torreiches Cup-Finale?
Auch die Form in der Liga lässt auf einen Favoritensieg schließen. Der LASK ist seit fünf Partien ungeschlagen (3 Siege, 2 Unentschieden), nur in Hütteldorf setzte es für die Oberösterreicher seit der Punkteteilung eine Niederlage (2:4). Seit dem Jahreswechsel hat das Team von Kühbauer nur zwei von zwölf Ligaspielen verloren (5 Siege, 5 Unentschieden) und jüngst mit dem 5:1 in Hartberg die Tabellenspitze erobert. 24 Tore im Kalenderjahr 2026 sind in der ADMIRAL Bundesliga unübertroffen, laut Expected-Goals-Wert (26,2) wären sogar noch mehr Treffer möglich gewesen. Allerdings war der LASK zuletzt defensiv alles andere als sattelfest, kassierte in den zwölf Ligaduellen seit Jahreswechsel ganze 19 Gegentore – nur der WAC (20) und Austria Wien (21) ließen noch mehr gegnerische Treffer zu.
Diese Chance müssen die Altacher nutzen, wollen sie den Titel nach Vorarlberg holen – und sich damit als erstes Team aus dem Bundesland zum Cup-Sieger aufschwingen. In der Liga war die Ausbeute des SCR seit dem Jahreswechsel allerdings eher mau, nur 13 Tore gelangen den Altachern in 2026 – nur der WAC und Hartberg (je 9) trafen noch seltener. Gleichzeitig ließ man 14 gegnerische Treffer in diesem Zeitraum zu. In der Qualifikationsgruppe wartet das Team von Ognjen Zaric seit drei Spielen auf einen Erfolg und verlor am vergangenen Wochenende 0:3 bei BW Linz (dazu 2 Unentschieden). In den jüngsten beiden Partien gelang dabei kein eigener Treffer (0:0, 0:3).

Da kommt der Cup für die Altacher gerade recht, ist man hier doch mit 14 Toren das erfolgreichste Team der laufenden Spielzeit. Insgesamt fielen in der aktuellen Cup-Saison in Spielen mit SCR-Beteiligung 3,6 Tore und damit genauso viele, wie im gesamten Wettbewerb 2025/26 durchschnittlich pro Spiel (3,61). Auf der anderen Seite steht am Freitagnachmittag die zweitbeste Offensive der laufenden Cup-Saison: Der LASK erzielte 13 Tore und kassierte drei, womit im Schnitt in LASK-Spielen 3,2 Treffer fielen. Ein torreiches Finale ist also durchaus möglich!