Da waren es nur noch Vier! Nach den teils spannenden, teils aber auch deutlichen Viertelfinals befinden sich nur mehr RB Salzburg, der SCR Altach, die SV Ried und der Linzer ASK im Rennen um den österreichischen Pokal. Und zumindest für zwei der Teams könnte es bereits die letzte Titelchance sein, denn sowohl Altach als auch Ried droht bei der Ligateilung die Qualifikationsgruppe. Klare Sache also für die beiden Favoriten Salzburg und LASK, die auch im Meisterschaftskampf eng beisammen liegen?
Salzburg als Top-Favorit auf den Titel
Wirft man einen Blick auf die Ergebnisse der diesjährigen Bundesliga-Saison, wird klar: Es führt auf dem Weg zum Cup-Titel wohl kein Weg an RB Salzburg vorbei! Der neunmalige Pokalsieger (zuletzt 2022) steht eine Runde vor Punkteteilung auf Platz 1 und hat keines der sechs Ligaspiele gegen die verbliebenen Cup-Konkurrenten verloren (3 Siege, 3 Unentschieden).
Gegen den Sportclub Rheindorf Altach, der nie zuvor die Vorschlussrunde im ÖFB-Cup erreichte, konnten die Roten Bullen bislang allerdings nicht gewinnen, beide Ligaspiele endeten remis (2:2 in Salzburg, 1:1 in Altach). Das wird sich am frühen Mittwochabend ändern (Anstoß 18:00 Uhr), dann muss ein Sieger her – spätestens nach Elfmeterschießen.
Im bislang einzigen Cup-Duell seit Beginn der Red-Bull-Ära gab es vor elf Jahren einen klaren Favoritensieg: Die Salzburger setzten sich im April 2015 im Viertelfinale mit 4:0 durch und holten später auch den Pokal nach Wals-Siezenheim (2:0 n.V. im Finale gegen Austria Wien).
Dass es am Mittwochabend einen anderen Sieger gibt, dürfte für viele Fußballfans relativ unwahrscheinlich sein. Schließlich trafen die beiden Teams seit jenem Pokalspiel 29 Mal in der Liga aufeinander – bei nur zwei Siegen der Altacher (20 Siege RB, 7 Unentschieden). Seit zwölf Duellen konnte der SCR nicht mehr gegen RB gewinnen (7 Niederlagen), wenngleich der Trend zuletzt bei drei Remis in Folge positiv war.
Sollte es nach 90 Minuten zum vierten Mal in Serie unentschieden stehen, könnte Altach in der Verlängerung allerdings einen psychologischen Vorteil haben: Die Vorarlberger warfen im Viertelfinale niemand geringeres als Meister Sturm Graz nach Verlängerung aus dem Wettbewerb (3:1), nachdem ihnen dies schon im Achtelfinale gegen die Kapfenberger Sportvereinigung gelungen war (3:1).

Doch damit eine weitere Überraschung für den SCR, der im Kalenderjahr 2026 noch ungeschlagen ist (3 Siege, 2 Unentschieden), überhaupt in greifbare Nähe kommen kann, müssen die Vorarlberger in der Red Bull Arena die beste Offensive Österreichs stoppen.
Die Salzburger haben in der ADMIRAL Bundesliga nicht nur die meisten Tore (42) und Expected Goals (41,0), sondern gaben auch die meisten Schüsse (16,4) sowie Schüsse auf das Tor pro Spiel (6,0) ab und kreierten die meisten Großchancen pro 90 Minuten (3,4). Im Pokal erzielte die Truppe von Trainer Thomas Letsch bereits elf Treffer in vier Partien. Nur zwei Teams waren noch erfolgreicher: Der WAC (12) und der SCR Altach (13)!
Oberösterreich-Duell um zweites Finalticket
Direkt im Anschluss steht bereits das zweite Halbfinale in den Startlöchern, mit der SV Ried und dem Linzer ASK stehen sich dann zwei Vereine aus Oberösterreich gegenüber (Anstoß 20:30 Uhr). Dabei dürften beide Teams das letzte Duell noch frisch vor Augen haben, schließlich traf man erst am 14. Februar im Rahmen der 19. Runde in der Bundesliga aufeinander.
Damals brachte Antonio Van Wyk die Hausherren in der BWT Oberösterreichische Arena nach einer guten halben Stunde auf die Siegerstraße, doch Moses Usor sorgte mit einem verwandelten Handelfmeter in der 13. Minute der Nachspielzeit für den Last-Minute-Ausgleich des LASK (1:1). Das Hinspiel in Linz gewannen die Rieder überraschend mit 3:1 – allerdings bevor Dietmar Kühbauer den LASK in die Erfolgsspur brachte.
Eine Erfolgsspur, die erst vor rund einer Woche ein abruptes Ende fand. Denn nachdem Kühbauer in Linz das Zepter übernommen hatte, eilte er zunächst zu sieben Pflichtspielsiegen in Serie, blieb zwölf Pflichtspiele in Folge mit dem LASK ungeschlagen (10 Siege, 2 Unentschieden), ehe RB Salzburg in der Raiffeisen Arena den Lauf der Oberösterreicher stoppte (1:5).
Nun allerdings wartet Linz seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg (2 Unentschieden, 1 Niederlage), die SV Ried ist im Kalenderjahr 2026 sogar noch gänzlich ohne Ligaerfolg (2 Unentschieden, 2 Niederlagen), hatte bislang nur beim 3:0 im Pokal gegen Rapid Wien Grund zum Jubeln. Als einziges verbliebenes Team im Cup-Halbfinale ist die Sportvereinigung somit allerdings noch ohne Gegentor im Wettbewerb!

Ob das auch im oberösterreichischen Halbfinalduell so bleibt? Zumindest blieb beim LASK bislang in der Bundesliga-Saison noch viel Luft nach oben! Die Linzer erspielen sich zwar die zweitmeisten Großchancen (60) und verzeichnen den zweithöchsten Expected-Goals-Wert (35,77) der Liga, unterperformen diesen aber um -6,77 (29 Tore) – die zweitgrößte negative Differenz aller zwölf Teams (Rapid -6,81)!
Auch die Chancenverwertung von nur 9,63 Prozent ist der drittschwächste Wert in der laufenden Bundesligasaison. Weil auf der anderen Seite aber auch die SV in beiden Kategorien zu den schwächeren Teams zählt (-5,21 xG-Unterperformance und 9,89 Prozent Chancenverwertung) und der LASK die zweitmeisten Spiele ohne Gegentor der Liga hat (7, wie Altach und Hartberg; Sturm hat 8), dürften im zweiten Halbfinale wohl die beiden Defensivreihen im Fokus stehen.
