Das Achtelfinale des ÖFB-Cups sorgte Ende Oktober für absolute Hochspannung! Gleich sechs der acht Spiele wurden erst nach der regulären Spielzeit entschieden – vier nach Verlängerung, zwei sogar erst im Elfmeterschießen. Ähnlich viel Spannung dürfte auch das Viertelfinale bereithalten, sind unter den letzten acht Teams doch nur noch Mannschaften aus der ADMIRAL Bundesliga im Wettbewerb vertreten.
Linzer Derby unter klaren Vorzeichen
Den Anfang macht dabei schon am Freitagabend (18 Uhr) das Linzer-Derby! Der Linzer ASK war eines von nur zwei Teams, das seine Hausaufgaben im Achtelfinale bereits in den regulären 90 Minuten erledigte und den Zweitligisten SV Stripfing/Weiden mit 2:0 besiegte. Auch in den ersten beiden Runden gaben sich die Oberösterreicher keine Blöße (4:0 beim Wiener Sport-Club, 2:0 beim SV Horn). Neben der SV Ried ist der LASK somit das einzig verbliebene Team im Wettbewerb, das noch keinen Gegentreffer kassierte.
Die Defensive könnte auch im Derby gegen Blau-Weiß Linz ein entscheidender Faktor werden. Denn auch in der ADMIRAL Bundesliga hat das Team von Trainer Dietmar Kühbauer die zweitwenigsten Gegentore hinnehmen müssen (21), obwohl man die zweitmeisten Schüsse zulässt (235). Die direkten Ligaduelle gegen den Linzer Nachbarn wurden dennoch beide gewonnen – jeweils zu Null (2:0, 1:0). Demnach geht der LASK auch als klarer Favorit in sein erstes Spiel nach der Winterpause. Schließlich verlor man seit dem 0:1 beim WAC am 27. September kein Pflichtspiel mehr. In acht der zehn Partien seither ging der LASK als Sieger vom Platz, seit Kühbauers Übernahme ist man noch ungeschlagen.
Bei Blau-Weiß ist die Lage dagegen deutlich angespannter: Die Gäste, bei denen Michael Köllner sein Debüt als Cheftrainer geben wird, haben seit dem Pokalerfolg gegen den TSV Hartberg (5:4 i.E.) Ende Oktober kein Spiel mehr gewonnen (5 Niederlagen, 1 Unentschieden). In der Bundesliga rangiert man mit nur 11 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Mit 29 Gegentreffern in 17 Spielen stellen die Oberösterreicher nicht nur die schlechteste Defensive, sondern darüber hinaus auch den schwächsten Angriff der Liga. Sowohl bei den erzielten Toren (15), den Expected Goals (16,71), den Torschüssen (45) und der Chancenverwertung (8,33 Prozent) liegt Blau-Weiß jeweils am Tabellenende. Ob Köllner sein neues Team wieder in die Spur bringen kann, wie es zuletzt Didi Kühbauer beim LASK gelang?

Bringt Thorup den Erfolg zurück nach Hütteldorf?
Nach dem überraschend frühen Aus in der Vorsaison gegen Zweitligist Stripfing (1:2) im Achtelfinale, ist Rapid Wien auf Wiedergutmachung aus. Wenngleich der Einzug ins Viertelfinale bereits eine Verbesserung darstellt, waren die Cup-Auftritte der Hütteldorfer bislang wenig inspirierend (1:0 bei Wacker Innsbruck, 2:1 beim SV Oberwart, 1:0 bei SKN St. Pölten). Während man im Cup seine Spiele jedoch gewann, wartet man in allen anderen Wettbewerben seit nunmehr neun (!) Pflichtspielen auf einen Sieg (3 Unentschieden, 6 Niederlagen). Ein solcher gelang zuletzt vor fast drei Monaten, als man Sturm Graz mit 2:1 besiegte. Nach der Entlassung von Trainer Peter Stöger Ende November und der wenig erfolgreichen Interimsanstellung von Stefan Kulovits soll nun Johannes Hoff Thorup den Erfolg zurück nach Hütteldorf bringen.
Dabei muss der Däne vor allem an der stotternden Offensive ansetzen. Denn trotz des zweitbesten Expected-Goals-Werts der gesamten Bundesliga (28,71), erzielte Rapid die viertwenigsten Treffer (21). Nach Blau-Weiß Linz verfügen die Hütteldorfer zudem über die schwächste Chancenverwertung der Liga (8,75 Prozent), obwohl sie die drittmeisten Torschüsse abgeben (79). Während der aktuellen Sieglosserie trafen die Grün-Weißen gerade einmal 0,67 Mal pro Spiel, erzielten in diesen neun Partien kein einziges Mal zwei oder mehr Tore. Da auch die SV Ried, die am vorletzten Spieltag vor der Winterpause mit 2:1 in Wien gewann, offensiv zu den schwächeren Teams der Bundesliga gehört (32 Tore, 70 Torschüsse, 10,6 Prozent Chancenverwertung) und im Cup bislang noch keinen Gegentreffer kassierte, sollten sich die Fans in der BWT Oberösterreichische Arena auf einen langen Abend mit wenig Treffern einstellen.
Red Bull Salzburg zu Gast im Lavanttal
In ihrem jeweils letzten Spiel vor der Winterpause trafen der Wolfsberger AC und die Roten Bullen aus Salzburg bereits direkt in der ADMIRAL Bundesliga aufeinander – mit dem besseren Ende für die Mozartstädter (2:1). In den jüngsten beiden direkten Duellen in der Lavanttal-Arena behielt jedoch der WAC die Oberhand (3:1, 2:1). Dies soll auch am Sonntagabend (17:30 Uhr) gelingen, wenngleich man nur eines seiner letzten sechs Pflichtspiele gewinnen konnte (1 Unentschieden, 4 Niederlagen). Und auch der Erfolg im Cup-Achtelfinale war ein hartes Stück Arbeit (3:2 n.V. bei Zweitligist SKU Amstetten).
Die Roten Bullen, die für ihren Viertelfinaleinzug ebenfalls die Verlängerung benötigten (3:1 n.V. gegen WSG Tirol), schlossen die erste Saisonhälfte dagegen mit zwei Bundesliga-Siegen und Platz 1 in der Tabelle ab. Wie so oft kann sich Trainer Thomas Letsch national auf den starken Angriff seines Teams verlassen – mit 36 Toren (34,22 xG) in 17 Spielen ist dieser mit Abstand der beste der Bundesliga! Kein anderes Team gibt so viele Schüsse (265) und Torschüsse (100) ab oder kreiert mehr Großchancen (43) als die Mozartstädter. Selbst bei der Chancenverwertung liegt man auf Platz 3 (13,58 Prozent). Da in der aktuellen Cup-Saison zudem keine andere Mannschaft häufiger trifft als der WAC (4,0 Tore pro Spiel) und die Roten Bullen (3,3), dürfte es auch am Sonntag im Lavanttal wieder einige Treffer zu sehen geben.

Ingolitsch trifft auf Ex-Team
Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren konnte der SCR Altach zuletzt ein Pflichtspiel gegen Sturm Graz gewinnen. Am 30. Januar 2021 besiegte man die Steirer zu Hause mit 2:1. In den folgenden neun direkten Duellen ging Altach sieben Mal als Verlierer vom Platz (2 Unentschieden). In der aktuellen Spielzeit unterlag man dem amtierenden Meister im Stadion Schnabelholz mit 0:2.Auch das letzte Cup-Duell im Oktober 2017 ging klar an die Steirer (4:1).
Dass sich die Grazer Dominanz ausgerechnet am Sonntag (17:30 Uhr) ändern wird, darf bezweifelt werden. Wenngleich die Vorarlberger zwei ihrer letzten vier Bundesliga-Spiele gewinnen konnten, wurde abgesehen vom 3:1-Cup-Erfolg nach Verlängerung beim Kapfenberger SV seit Mitte September kein weiterer Sieg mehr eingefahren.
Zusätzliche Brisanz bringt das Trainerkarussell in die Partie: Fabio Ingolitsch, der seit Oktober 2024 beim SCR tätig war, leitet nun die Geschicke bei Sturm Graz. Der 33-Jährige trifft somit direkt auf sein Ex-Team und weiß um deren Offensivprobleme. In den Kategorien erzielte Tore (18), Expected Goals (22,01), Schüsse (180), Torschüsse (56), kreierte Großchancen (25) und der Chancenverwertung (10 Prozent) gehört Altach jeweils zu den vier schwächsten Teams der Liga. Sollte sich dies unter Neu-Trainer Ognjen Zaric nicht ändern, dürfte es gegen Sturm und Ex-Coach Ingolitsch nicht viel zu holen geben.