Die nächsten Runden in der UEFA Europa League (5. Spieltag) und der UEFA Conference League (4. Spieltag) stehen vor der Tür. Während Sturm Graz und Red Bull Salzburg auswärts jeweils besorgniserregende Negativserien beenden wollen, geht es für Rapid Wien nach drei Niederlagen bereits um das nackte Überleben.
Beendet Salzburg seinen Auswärtsfluch in Bologna?
Das Ende aller europäischen Träume der Salzburger war Anfang November bereits ganz nah. Nach Niederlagen gegen den FC Porto (0:1), Olympique Lyon (0:2) und Ferencvaros (2:3) gelang dem Team von Trainer Thomas Letsch jedoch der Befreiungsschlag. Mit 2:0 besiegte man zu Hause die Go Ahead Eagles und liegt nun nur noch zwei Zähler hinter dem 24. und letzten Platz, der für die Playoffs berechtigt. Dieser Platz wird derzeit ausgerechnet vom kommenden Gegner, dem FC Bologna belegt.
Um die Italiener in der Tabelle zu überholen, müssten die Mozartstädter jedoch zwei Negativserien beenden. Schließlich verlor Salzburg seine letzten sechs Auswärtsspiele in der Europa League allesamt und kassierte dabei bei jeder Pleite mindestens zwei Gegentore. Zudem haben die Roten Bullen seit der Saison 2009/10 nicht mehr auswärts gegen einen italienischen Gegner gewonnen (7 Spiele, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen).
Das Problem: In der aktuellen Saison kommt Salzburg vor allem offensiv in Europa noch nicht richtig in Schwung. Mit vier Toren (1,0 pro Spiel), einem Expected-Goals-Wert von 5,5 und einer Chancenverwertung von nur 6,78 Prozent liegt man in all diesen Kategorien jeweils in der unteren Hälfte des Wettbewerbs. Dabei ist das offensive Potential der Letsch-Truppe durchaus vorhanden. Immerhin stellt man in der ADMIRAL Bundesliga klar die beste Offensive der Liga (31 Tore) und kommt auch in der Europa League bereits auf 59 Schüsse (Platz 8).
Auch wenn Bologna in den ersten vier Spielen immerhin fünf Zähler aufs Scoreboard brachte, haben auch die Italiener offensiv Ladehemmungen. Gerade einmal drei Treffer (4,76 xG) hat man bisher erzielt, nur 4,84 Prozent ihrer Schüsse landen im gegnerischen Tor – der viertschlechteste Wert aller Teams. Auch bei den Torschüssen liegen sie hinter den Salzburgern zurück (20 zu 21). Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass die Fans im Stadio Renato Dall’Ara am Donnerstagabend um 21 Uhr nicht allzu viele Tore zu sehen bekommen werden. Bei Europa-League-Spielen mit Beteiligung Bolognas fallen im Schnitt nur 1,5 Treffer. Eine Wette auf „Under 2,5 Tore“ bringt eine Quote von 2,05, bei „Under 1,5 Tore“ steigt diese sogar auf 3,90 an!
Sturm reist zum Krisenduell nach Griechenland
Auch beim zweiten Europa-League-Spiel mit österreichischer Beteiligung kriselt es gewaltig – auf beiden Seiten! Auch wenn die Punkteausbeute bei Sturm Graz (4, Platz 25) und Panathinaikos (6, Platz 16) noch alle Chancen auf die Playoffs offen hält, treffen beide Teams mit besorgniserregenden Negativserien in Athen aufeinander. Inklusive der Qualifikation hat Sturm seine letzten sieben Auswärtsspiele in europäischen Wettbewerben allesamt verloren – die längste Niederlagenserie in Europa in der Vereinsgeschichte!

Da kommt die Dienstreise nach Griechenland womöglich gerade recht. Denn: Panathinaikos verließ den Platz in acht der letzten zehn Heimspiele in der Europa League als Verlierer (1 Sieg, 1 Unentschieden). All diese Niederlagen kassierte man jedoch nicht unter dem aktuellen Trainer Rafael Benitez. Für den Spanier wird es das erste Heimspiel in der Europa League als Panathinaikos-Trainer sein. Unter seiner Ägide gewannen die Griechen fünf von sechs Pflichtspielen, während die Grazer ihre beiden Auswärtsspiele in der aktuellen Europa-League-Saison verloren.
Und auch Datenanbieter Opta sieht Panathinaikos als Favoriten in dieser Partie und errechnet eine Siegeswahrscheinlichkeit von 47,4 Prozent für die Griechen (Sturm: 26,4 Prozent). Sollte sich Benitez am Donnerstagabend um 21 Uhr zudem auf seine Nummer 10 Tetê, der bislang mehr Schüsse (16) abgab als jeder andere Spieler im Wettbewerb und auch die meisten Chancen (12, wie Ricardo Horta) kreierte, verlassen können, erscheint eine Wette auf einen griechischen Heimsieg durchaus erfolgsversprechend (Quote: 1,64).
Für Rapid gilt: verlieren verboten!
Während die Grazer und Salzburger Chancen auf ein Überwintern in Europa durchaus noch realistisch sind, könnte Rapids Conference-League-Abenteuer schon bald ein jähes Ende finden. Die Hütteldorfer starteten mit drei Niederlagen in ihre Europa-Reise und stehen auf dem letzten Platz. In der vergangenen Saison wurden mindestens sieben Zähler benötigt, um die Playoffs zu erreichen. Das bedeutet: Rapid braucht in den nächsten drei Spielen mindestens zwei Siege und darf am Donnerstag um 18:45 Uhr bei Rakow Tschenstochau unter keinen Umständen verlieren!

Das könnte jedoch leichter gesagt als getan sein. Rakow sammelte bislang bereits fünf Punkte (1 Sieg, 2 Unentschieden) und ist seit sechs Spielen in europäischen Wettbewerben (inklusive Qualifikation) ungeschlagen (4 Siege, 2 Unentschieden). In diesen sechs Partien kassierten sie lediglich zwei Gegentreffer. In der aktuellen Runde behielten die Polen in zwei von drei Spielen eine weiße Weste (geteilter 3. Platz) und mussten lediglich beim 1:1 bei Sigma Olmütz ein Gegentor hinnehmen. Die Defensive des Teams von Trainer Marek Papszun gehört somit zu den besten im Wettbewerb. Mit einem Expected-Goals-Against-Wert von nur 1,36 rangieren sie auf Platz 2, mit einer Zweikampfquote von 66,67 Prozent gehören sie ebenfalls zum oberen Drittel aller Conference-League-Teilnehmer.
Für Rapid wird es demnach wohl eine Herkulesaufgabe werden, in Rakow überhaupt einen Treffer zu erzielen. Zumal die Hütteldorfer bei den geschossenen Toren (1), den Expected Goals (2,04) und der Chancenverwertung (3,13 Prozent) jeweils zu den fünf schwächsten Teams in der Conference League gehören. Sollten die Wiener in Polen keinen eigenen Treffer erzielen, lockt eine attraktive Quote von 2,35!
Quotenstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Änderungen vorbehalten.