Salzburg oder LASK: Wer bleibt Sturms direkter Verfolger?

Während Titelverteidiger Sturm Graz mit einem nahezu perfekten Start in die Meistergruppe (3 Spiele, 7 Punkte) ein kleines Polster zwischen sich und seine Herausforderer legen konnte, liegen die Verfolger dahinter eng beisammen: RB Salzburg, Rapid Wien und der Linzer ASK halten alle bei 22 Punkten und damit vier Zähler hinter dem Spitzenreiter, Austria Wien ist mit 21 Punkten in direkter Schlagdistanz zum Verfolgertrio. Während Sturm nun auf Außenseiter TSV Hartberg trifft, kommt es in der 26. Runde zu zwei brisanten Verfolgerduellen: Die Roten Bullen haben den LASK zu Gast, in der Generali Arena kommt es zum Wiener Derby.

RB und LASK in 2026 noch auf Formsuche

Sieben Spieltage lang waren die Salzburger zum Abschluss des Grunddurchgangs Tabellenführer, doch mit der ersten Runde der Meistergruppe kam direkt wieder die Ablösung. Weil Red Bull seit dem Jahreswechsel noch keine Konstanz gefunden hat und eine schwache Runde spielt: Nur eines der ersten sieben Ligaspiele in 2026 konnten die Salzburger gewinnen (3 Niederlagen, 3 Unentschieden), dazu kam das Pokalaus im Halbfinale im eigenen Stadion gegen Altach (0:1). Jetzt soll endlich der Turnaround gelingen und zum Schlussspurt geblasen werden, gegen Hartberg fuhr das Team von Trainer Daniel Beichler vor der Länderspielpause immerhin einen 2:1-Erfolg ein. Gegen den LASK will der ehemalige Serienmeister nun nachlegen, schließlich feierte man vor zwei Monaten in der 20. Runde einen 5:1-Sieg in Linz.

Auch um die Form der Mannschaft von Coach Dietmar Kühbauer steht es im Kalenderjahr 2026 längst nicht mehr so gut wie zu Beginn seiner zweiten LASK-Amtszeit. Nur drei Siege aus acht Ligaspielen ist hier die Bilanz (3 Unentschieden, 2 Niederlagen), immerhin gelang aber der Finaleinzug im ÖFB Cup (2:1 nach Verlängerung bei der SV Ried). Die Oberösterreicher meldeten sich ebenfalls vor der Länderspielpause mit einem Fingerzeig, schlugen die Austria klar mit 4:1. Nachlegen ist aber auch hier ratsam, denn nach dem Duell mit Salzburg geht es zweimal gegen Spitzenreiter Sturm, für Kühbauer und Co. könnte bereits in den nächsten Wochen Endstation im Titelrennen sein.

Niedergeschlagene Salzburg Spieler.
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Obwohl der LASK bislang im Frühjahr drei Punkte mehr als die Roten Bullen holte, gehen die Gastgeber am Freitagabend (19:30 Uhr) als Favorit ins Spiel. Schon im Grunddurchgang gewann Salzburg beide Duelle mit den Oberösterreichern (3:0, 5:1), in Heimspielen der Meistergruppe verlor RB zudem noch nie gegen die Linzer (4 Siege, 1 Unentschieden). Beim letzten Meistergruppenduell in Salzburg schossen die Roten Bullen den LASK sogar mit 7:1 aus dem Stadion. Unter Kühbauer konnten die Linzer überhaupt noch nie ein Auswärtsspiel in der Meistergruppe gewinnen (4 Unentschieden, 2 Niederlagen). Auch wenn die Salzburger zuletzt erstmals in der RB-Ära in drei Bundesliga-Heimspielen in Folge torlos blieben (0:2, 0:0, 0:1), rechnet Datenanbieter Opta mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 52,6 Prozent (LASK: 23,2 Prozent).

Austria-Hattrick im Wiener Derby?

Zum Abschluss der 26. Runde in der ADMIRAL Bundesliga kommt es in der Generali Arena zum Wiener Derby zwischen Austria und Rapid. In insgesamt 192 Ligaspielen standen sich die Veilchen und die Hütteldorfer seit Gründung der Bundesliga 1974/75 gegenüber, das Pendel schlägt dabei leicht in Richtung der Violetten aus: 69 Siege feierte die Austria, während Rapid nur auf 59 Erfolge kommt. Nur gegen RB Salzburg (74) verloren die Hütteldorfer häufiger als gegen den Rivalen, umgekehrt kassierten aber auch die Veilchen selbst nur gegen RB mehr Niederlagen (ebenfalls 74). In der laufenden Saison ging das Derby bislang an Violett. Im Grunddurchgang holte das Team von Trainer Stephan Helm beide Siege (3:1, 2:0). Drei Bundesliga-Erfolge in Folge gegen Rapid feierte die Austria zuletzt in der Meistersaison 2012/13 (ebenfalls die ersten drei Derbys).

Die Chancen, dass auch in diesem Jahr drei Derbysiege in Folge gelingen, stehen nicht schlecht (Opta-Siegwahrscheinlichkeit: 48,7 Prozent)! Denn: Der FK verlor nur eines der letzten neun Bundesliga-Heimspiele gegen Rapid (4 Siege, 4 Unentschieden). Auch wenn die Veilchen seit Ligateilung zwei der drei Spiele verloren (1 Sieg), sind sie allgemein in 2026 in guter Form. Aus acht Ligaspielen holte die Austria 4 Siege (wie Rapid), nur Sturm war innerhalb der Meistergruppe erfolgreicher (5). Die Hütteldorfer (14 Punkte) holten allerdings seit Jahreswechsel einen Zähler mehr als die Austria (13).

Opta Vergleich zwischen Austria Wien und Rapid. Die Statistiken sprechen für die Austria!
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Seit der Ligateilung haben jedoch beide Wiener Klubs ihre Probleme in der Defensive. Die Austria kassierte nach dem Grunddurchgang neun Gegentore (6,07 xGA) – so viele wie kein anderes Team. Rapid auf der anderen Seite ließ in der Meistergruppe 48 Schüsse zu – nur Hartberg (62) mehr. Wiederum kein anderes Team ließ in den ersten drei Spielen mehr Schüsse auf das eigene Tor zu als die Austria (19) – aber keine Mannschaft machte so viele individuelle Fehler, die direkt zu einem gegnerischen Abschluss führten, wie Rapid (5). Gemessen an diesen defensiven Schwächen beider Teams sowie daran, dass die Veilchen ihre Expected Goals in dieser Saison um +3,2 übertroffen haben (38 Tore bei 34,8 xG) und damit das zweiteffizienteste Team nach dem Wolfsberger AC (+4,3) sind, darf ein Spiel mit vielen Chancen erwartet werden – mit Vorteilen für die Hausherren.