Der Meisterschaftskampf in der ADMIRAL Bundesliga spitzt sich langsam aber sicher zu! Nach dem 28. Spieltag unter der Woche trennen Tabellenführer Sturm Graz (29 Punkte) und den Drittplatzierten Linzer ASK gerade einmal zwei Zähler. Durch einen 3:1-Erfolg gegen Austria Wien am Mittwochabend hat sich zudem Red Bull Salzburg zwischen die beiden Teams geschoben und rangiert nun mit 28 Punkten auf Platz 2. Für die beiden Top-Teams geht es am Sonntag im Fernduell jeweils gegen einen Wiener Kontrahenten. Salzburg muss nach Hütteldorf zu Rapid Wien, Sturm empfängt zu Hause die Austria. Wer thront nach dem 29. Spieltag an der Tabellenspitze?
Verlängert Salzburg die Talfahrt der Hütteldorfer?
Die Roten Bullen bekommen am Sonntag bereits um 14:30 Uhr die Möglichkeit vorzulegen. Mit einem Sieg oder Remis (abhängig vom Abschneiden des LASK in Hartberg) bei Rapid könnten die Mozartstädter vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. Und die Chancen des Teams von Trainer Daniel Beichler stehen durchaus gut, befindet sich Rapid doch in einer Abwärtsspirale. Blieb man im März noch gänzlich ohne Niederlage (3 Siege, 1 Unentschieden), wartet man im April noch immer auf den ersten Sieg (2 Niederlagen, 2 Unentschieden). Zuletzt unterlagen die Hütteldorfer im heimischen Allianz Stadion mit 0:2 gegen den TSV Hartberg. Bei fünf Punkten Rückstand auf die Tabellenführung und vier Zähler auf die Salzburger bekommen die Grün-Weißen am Sonntag ihre letzte Chance, doch noch einmal in den Meisterschaftskampf eingreifen zu können.
Während die Formkurve der Elf von Johannes Hoff Thorup jedoch klar nach unten zeigt, scheint Salzburg zur richtigen Zeit wieder zur Stelle zu sein. Abgesehen von der schmerzlichen 2:3-Heimniederlage gegen den LASK gewannen die Roten Bullen ihre drei weiteren Spiele im April. Zuletzt wurde die Austria zweimal in Folge mit je 3:1 besiegt. Und während sich das Beichler-Team seit Beginn der Meistergruppe äußert auswärtsstark präsentiert (2 Siege, 1 Unentschieden in Graz), verlor Rapid zuletzt zweimal in Folge vor heimischem Publikum.

Die Roten Bullen konnten sich dabei zuletzt wieder regelmäßig auf ihre starke Offensive verlassen. In den jüngsten vier Spielen erzielte RB zehn Treffer. Auf die ganze Saison gesehen kommen sie bereits auf 53 Tore (10 mehr als Sturm und der LASK), einen Expected-Goals-Wert von 52,44 xG und 155 Torschüsse – alles Bestwerte in der Bundesliga! Sollte Salzburgs Angriff um Kerim Alajbegovic (8 Tore), Yorbe Vertessen (7) und Karim Konaté (6) auch am Sonntagnachmittag ins Rollen kommen, erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass Rapid wie im letzten direkten Duell der beiden Mannschaften (1:0) die Null hält.
Sturm setzt auf eine stabile Defensive
Nach 25 Spieltagen betrug der Vorsprung von Sturm Graz auf den Tabellenzweiten aus Salzburg noch vier Zähler, nach zuletzt drei Unentschieden in Folge ist dieses Polster mittlerweile jedoch auf einen Punkt zusammengeschmolzen. Immerhin erfolgten die letzten beiden Punkteteilungen (je 1:1) gegen den LASK, sodass einer der direkten Verfolger keinen Boden auf die Steirer gutmachen konnte. Wenngleich das Team von Trainer Fabio Ingolitsch letztmals am 5. April bei Rapid Wien einen Dreier einfuhr (2:0), ist man immerhin seit Mitte Februar ungeschlagen (4 Siege, 5 Unentschieden). Am Sonntag (17 Uhr) soll nun endlich wieder ein Sieg her. Gegen die Austria gewann man während der aktuellen Ungeschlagenserie Mitte März bereits mit 5:2.
Die Violetten selbst lagen nach dem 24. Spieltag nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Sturm zurück (Platz 3), haben seither aber jegliche Chancen auf eine Überraschungsmeisterschaft verspielt. In den letzten vier Spielen ging man dreimal als Verlierer vom Platz, lediglich im Wiener Derby holte man einen Punkt (1:1). Überhaupt gelangen dem Team von Trainer Stephan Helm in den letzten neun Partien nur noch zwei Siege. Das reicht derzeit nur für den letzten Platz in der Meistergruppe (22 Punkte).

Während die Austria an den letzten vier Spieltagen somit vornehmlich um die Qualifikation für den Europapokal kämpfen wird, hat Sturm die dritte Meisterschaft in Folge weiterhin selbst in der Hand. Das Erfolgsrezept war dabei zuletzt vor allem eine stabile Defensive. In den letzten elf Bundesligaspielen kassierten die Steirer nur acht Gegentore (0,73 pro Spiel), in fünf Partien hielten sie die Null. In diesem Zeitraum ließen die Grazer zudem die zweitwenigsten Torschüsse (35) in der Meistergruppe zu und kamen auf den zweitbesten Expected-Goals-Against-Wert (12,61 xGA). Insbesondere in der heimischen Merkur Arena waren die Steirer zuletzt eine Defensivmacht. In den letzten sechs Heimspielen (3 Siege, 3 Unentschieden) kassierte man nur zwei Gegentreffer, hielt den eigenen Kasten gleich viermal komplett sauber. Dem Motto „Defense wins championships“ kann man in der Steiermark derzeit sicherlich einiges abgewinnen.