Österreich Spieler mit Teamchef Ralf Rangnick.

Spitzenspiel in Bosnien-Herzegowina! ÖFB-Team kämpft um Platz 1

Die Pflichtaufgabe am Samstagabend in der Linzer Raiffeisen Arena wurde erledigt – wenngleich man sich sehr schwer tat und offensive Kreativität vermissen ließ. Dank eines Elfmetertreffers von Marcel Sabitzer besiegte die österreichische Nationalmannschaft die Gäste aus Zypern dennoch mit 1:0. Nun folgt das Highlight des Länderspiellehrgangs: In Zenica trifft man auf den Tabellenführer der WM-Qualifikationsgruppe H Bosnien-Herzegowina. Mit einem Sieg würde man dem großen Ziel, der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, ein großes Stück näher kommen. Schließlich erhält nur der Gruppensieger ein Direktticket für die Endrunde.

Spitzenspiel um Tabellenführung

Der Start in die Qualifikationsrunde hätte für das ÖFB-Team kaum besser verlaufen können. Die ersten drei Spiele wurden allesamt gewonnen – darunter ein 2:1-Erfolg gegen den Mitkonkurrenten um den Aufstieg Rumänien sowie zwei Pflichtsiege in San Marino (4:0) und gegen Zypern. Mit einem Torverhältnis von 7:1 und neun Punkten auf dem Konto steht man auf Platz 2 in der Gruppe H – direkt hinter Tabellenführer Bosnien-Herzegowina.

Trotz eines Spiels weniger könnte Rot-Weiß-Rot in Zenica die Tabellenführung mit einem Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied übernehmen. Im Vergleich zum zähen Pflichterfolg gegen Zypern ist hierfür allerdings eine klare Leistungssteigerung nötig. „Ich glaube, dass wir besser spielen können und, wenn wir dort gewinnen wollen, auch besser spielen müssen. Das ist uns allen klar“, sagte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, der gegen die Bosnier bis auf den gesperrten Stefan Posch „alle Mann an Bord“ haben wird.

Es kommt am Dienstagabend somit zum Aufeinandertreffen der beiden stärksten Mannschaften in der ÖFB-Gruppe. Denn: Auch das Team von Trainer Sergej Barbarez startete makellos in die WM-Qualifikation und konnte bislang alle vier Spiele für sich entscheiden – wenngleich meist nur denkbar knapp. Sowohl in Rumänien (1:0), als auch gegen Zypern (2:1) und das erste Aufeinandertreffen mit San Marino (1:0) gewannen die Südosteuropäer jeweils mit nur einem Tor Vorsprung. Erst am Samstag in San Marino (6:0) platzte offensiv der Knoten. Der Torreigen begann allerdings erst, als der Gastgeber in der 16. Minute nach einer Roten Karte von Alessandro Golinucci in Unterzahl agieren musste. Fünf der sechs Treffer erzielte das Barbarez-Team zudem erst in den letzten 20 Spielminuten.

Ein historisch torarmes Duell

Blickt man auf den direkten Vergleich zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina, so lässt sich kein Favorit in dieser Begegnung ausmachen. Im Gegenteil: Ausgeglichener könnte die bisherige Bilanz nicht sein. Immerhin gewannen beide Teams bislang jeweils genau ein Spiel. Die restlichen drei direkten Aufeinandertreffen endeten unentschieden – darunter ein Freundschaftsspiel. Die bislang jüngsten Duelle fanden 2018 im Rahmen der UEFA Nations League statt. Das Hinspiel in Bosnien-Herzegowina verlor Rot-Weiß-Rot mit 0:1, im Rückspiel reichte es immerhin zu einem torlosen Remis. Den einzigen Sieg fuhr das ÖFB-Team im September 2001 ein (2:0). Lang ist’s her!

Besonders auffällig jedoch: Das Duell zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina ist ein historisch torarmes! Nie fielen mehr als zwei Tore in einem Spiel, einmal gab es nur einen Treffer, einmal nicht einmal den. Zudem erzielte das Team von Trainer Barbarez – den 6:0-Sieg gegen San Marino ausgeklammert – in den ersten drei Qualifikationsspielen trotz drei Siegen nur vier Tore (1,3 Treffer pro Spiel) bei einem Expected-Goals-Wert von 5,02. Da wir ein enges und umkämpftes Spitzenspiel erwarten, rechnen wir damit, dass sich dieser Trend fortsetzt – weshalb eine Wette auf „Unter 2,5 Tore“ (Quote: 1,75) oder für Mutige sogar auf „Unter 1,5 Tore“ (3,20) besonders attraktiv erscheint.

Überhaupt zeigten sich die Abwehrreihen beider Mannschaften bislang äußerst stabil. Sowohl das ÖFB-Team als auch die Bosnier kassierten nur jeweils einen Gegentreffer. Demnach blieb die Rangnick-Elf also in zwei von drei Spielen ohne Gegentor, Bosnien-Herzegowina behielt sogar in drei von vier Partien eine weiße Weste. Gelingt dies auch am Dienstagabend? Bei einem bosnischen Zu-Null-Sieg lockt eine Quote von 7,40 (!), bei einem ÖFB-Erfolg ohne Gegentor liegt diese immerhin noch bei 2,60.

Österreich reist als leichter Favorit nach Zenica

Doch kann die Auswahl von Trainer Ralf Rangnick wirklich drei Punkte aus Zenica entführen und die Tabellenführung übernehmen? Laut Datenanbieter Opta ist dies das wahrscheinlichste Resultat (56,7 Prozent). Bosnien-Herzegowina kommt vor Anpfiff auf eine Siegeswahrscheinlichkeit von 21,5 Prozent, in 21,8 Prozent der Fälle ist ein Unentschieden zu erwarten.

Angesichts der Tatsache, dass bisher 60 Prozent aller direkten Duelle dieser beiden Teams in einer Punkteteilung endeten und das ÖFB-Team auswärts in einer hitzigen Atmosphäre im Stadion Bilino Polje antreten muss, lautet unser Tipp: Unentschieden (3,50)! Wer dennoch Rot-Weiß-Rot die Daumen drückt und seine Wette absichern möchte, sollte bei einer jedoch deutlich geringeren Quote von 1,17 darauf setzen, dass das ÖFB-Team nicht als Verlierer vom Platz geht (X2).

*Quotenänderungen vorbehalten