Fußballspieler in rotem Trikot mit Ball vor Torwart und Verteidigern in einem Stadion

Stars, Talente und Comebacks: Diese Spieler könnten die WM 2026 prägen

In rund fünf Wochen ist es soweit, dann rollt endlich der Ball bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Vom ersten Tag (11.6.) an haben alle Spieler dasselbe Ziel: Den größten interkontinentalen Titel des Sports in ihr Land zu holen. Auch individuelle Auszeichnungen werden am Ende des Turniers wieder an verdiente Stars übergeben werden. Vom Spieler des Turniers über den besten Torschützen bis hin zum Nachwuchsstar der WM. Wir stellen einige Spieler vor, die Sie auf jeden Fall im Auge haben sollten.

Lionel Messi: Auf der Jagd nach noch mehr Rekorden

In der Nacht vom 16. Juni auf den 17. Juni (03:00 Uhr in Österreich) wird es voraussichtlich soweit sein. Dann wird Lionel Messi im Gruppenspiel gegen Algerien als erster Spieler der Turnier-Geschichte bei seiner sechsten Weltmeisterschaft den Platz betreten. Erst 16 Stunden später kann Cristiano Ronaldo mit Portugal nachziehen. Es ist nicht der einzige der WM-Rekord, den Messi hält – oder bei der WM 2026 jagt. Mit 26 Einsätzen (16 Siege) ist der heute 38-Jährige bereits alleiniger Rekordspieler, mit 13 Treffern Argentinies WM-Rekordtorschütze. Zu Miroslav Klose (16, Deutschland) fehlen „La Pulga“ nur noch drei Tore. Bei den Turnieren 2014 (0:1 n.V. gegen Deutschland) und 2022 (4:2 n.E. gegen Frankreich) führte er sein Team bis ins Endspiel und wurde jeweils als bester Spieler der WM ausgezeichnet. Messi ist damit der bislang einzige Spieler, dem das mehrmals gelang.

Die WM-Qualifikation der südamerikanischen CONMEBOL dominierten Messi und Co. beinahe nach Belieben. Mit 38 Punkten und damit neun Zählern Vorsprung auf die Konkurrenz qualifizierte sich ÖFB-Gruppengegner Argentinien als bestes Team Südamerikas, vor allem die Offensive brillierte dabei mit 31 Treffern in 18 Spielen (12 Siege, 2 Unentschieden). Bedeutenden Anteil daran: Messi, der mit acht Toren erfolgreichster Schütze der Qualifikation war. 44 Abschlüsse (Platz 2) verzeichnete der 38-Jährige, der zudem auch als Spielmacher glänzte und 276 Pässe spielte, die im letzten Drittel landeten sowie sieben Großchancen kreierte (jeweils Platz 2). Nach wie vor hat kein anderer südamerikanischer Spieler einen so großen Einfluss auf die Siegchancen seiner Mannschaft wie der achtmalige Ballon-d’Or-Gewinner.

Équipe Tricolore: Die beste Offensive der Welt?

Im Finale der WM 2022 knipste Messi doppelt – doch ein anderer Weltstar hätte ihm fast die Show gestohlen: Kylian Mbappé. Der 27-Jährige erzielte sogar einen Dreierpack und traf wie Messi auch beim Elfmeterschießen, letztlich mussten sich Mbappé und Frankreich aber geschlagen geben. Es wäre ansonsten die erfolgreiche Titelverteidigung gewesen, nachdem die Équipe Tricolore schon 2018 den Titel holte und der damals 19-jährige Mbappé als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Mit insgesamt acht Treffern kürte sich Mbappé 2022 immerhin zum besten Torschützen des Turniers, kommt insgesamt nun auf zwölf WM-Tore und könnte demnächst Just Fontaine (13) als besten WM-Torjäger Frankreichs ablösen. Bei der letzten Weltmeisterschaft gab nur Messi (32) mehr Torschüsse ab als Mbappé (31), der dabei die bessere Trefferquote (25,8 Prozent) hatte. In der laufenden Klubsaison kommt der Franzose, der aktuell eine Muskelverletzung auskuriert, auf 42 Tore in 43 Einsätzen, nur Harry Kane (Bayern, 57 in 52) hat eine bessere Quote und braucht weniger Minuten pro Tor (71,28) als Mbappé (84,62). In der Qualifikation war der Stürmerstar von Real Madrid an acht Treffern beteiligt (5 Tore, 3 Assists), nur fünf Spieler kamen auf mehr, darunter auch Marko Arnautovic (8+1).

In Nordamerika nimmt Les Bleus nun das dritte WM-Endspiel in Folge in Angriff. Und „Angriff“ ist das Stichwort bei Frankreich! Der zweimalige Weltmeister (1998, 2018) verfügt wohl über die beste Offensive der Welt. Neben Superstar Mbappé darf Cheftrainer Didier Deschamps auch auf die Dienste des aktuellen Ballon-d’Or-Siegers Ousmane Dembélé (aktuell 20 Tore + 11 Vorlagen in 39 Einsätzen für PSG) sowie Michael Olise (25+28 in 53), der in der laufenden Saison mit Bayern München für einen neuen Torrekord in der Bundesliga sorgte, hoffen. Schon 2022 hatte Frankreich die beste Offensive der WM (16 Tore, 102 Schüsse).

Kane oder Haaland? Das Duell um den Golden Boot

Im Rennen um den Goldenen Schuh für Europas besten Torjäger kann der verletzte Mbappé wohl nicht mehr eingreifen, wobei ein Spieler ohnehin bereits uneinholbar scheint: Harry Kane. Der Kapitän der Three Lions erzielte für Bayern München bereits 33 Tore in der Liga und damit die meisten aller Spieler in Europa. Hinzu kommen sieben Treffer im Pokal und 13 in der Champions League, zumindest da liegt Mbappé aktuell noch vorne (15). Für England erzielte der 32-Jährige in acht Qualifikationsspielen acht Treffer, jeder zweite seiner Schüsse (31) kam auch auf das Tor (16), jeder vierte Abschluss zappelte im Netz. Bei der WM 2018 wurde Kane mit sechs Treffern Torschützenkönig.

Nur ein Spieler war in der WM-Qualifikation der UEFA noch erfolgreicher: Erling Haaland. Der Norweger in Diensten von Manchester City erzielte sagenhafte 16 Tore und brauchte dafür nur 41 Schüsse – eine bärenstarke Trefferquote von 39 Prozent! Alle 44 Minuten erzielte Haaland damit ein Tor, von allen Spielern mit mindestens zwei Treffern war nur sein Teamkollege Thelo Aasgaard noch schneller (4 Tore, 29,5 Minuten/Tor). Genau wie Mbappé erzielte Haaland für seinen Verein bereits 24 Ligatore, hinzu kommen drei im FA Cup und acht in der Königsklasse. Im Rennen um den WM-Torschützenkönig 2026 wird wohl kein Weg an Mbappé, Kane und Haaland vorbeiführen.

Lamine Yamal: Stiehlt ein 18-Jähriger allen die Show?

Mit gerade einmal 16 Jahren wurde er 2024 bei der EM in Deutschland zum besten jungen Spieler des Turniers gewählt, bei der Wahl des Ballon d’Or 2025 wurde er als 18-Jähriger Zweiter. Zweifelsohne ist er aktuell einer der besten Fußballer der Welt: Lamine Yamal. Mit vier Torvorlagen hatte der Spanier bei der EM die meisten aller Spieler, auch bei der WM-Qualifikation fiel der Jungspund auf. Obwohl Yamal nur zwei Einsätze hatte, bereitete er die zweitmeisten Tore der Iberer vor (3), kreierte die drittmeisten Großchancen (4) und spielte die viertmeisten Pässe in den gegnerischen Strafraum (17).

Noch beeindruckender sind Yamals Zahlen in der laufenden Klub-Saison. 11 Tore konnte der 18-Jährige vom FC Barcelona (aktuell wie Mbappe aufgrund einer Muskelverletzung raus) in der Liga bereits vorbereiten, nur fünf Spieler schafften in Europas Top-5-Ligen mehr. Auch seine 25 kreierten Großchancen sind ein absoluter Top-Wert (Platz 4), ebenso die 759 Pässe im letzten Drittel (3) sowie seine 208 Pässe in den gegnerischen Strafraum. Die größte Stärke des technisch versierten Flügelstürmers ist aber das Dribbling: 265 Mal bat Yamal seine Gegenspieler in der Primera Division zum Tanz, jedes zweite Dribbling war erfolgreich (133). Zahlen, die kein anderer Spieler in Europas Top-5-Ligen vorweisen kann.

Yan Diomande: Afrikas neuer Stern am Fußball-Horizont

Ein der wenigen Spieler, die Yamal im Dribbling das Wasser reichen können, ist Yan Diomande. Der 19-jährige Ivorer wechselte im Sommer von Leganes in den Red-Bull-Kosmos nach Leipzig und überzeugte dort vom ersten Tag an. Mit 109 erfolgreichen Dribblings in der Bundesliga ist er der zweitbeste Dribbler Europas, seine Erfolgsquote von 54,77 Prozent ist dabei sogar einen Tick besser als Yamals (50,19). Mit sieben Torvorlagen und 16 kreierten Großchancen ist er einer der herausragenden Offensivspieler in Deutschland. Bei der WM will er die Elfenbeinküste nun bei der vierten WM-Teilnahme nach 2006, 2010 und 2014 erstmals in die K.o.-Phase führen.

Dabei zeigte der Youngstar beim Afrika Cup bereits, dass er auch auf der großen Bühne keine Angst hat: 37 Mal setzte Diomande zum Dribbling an, 19 Mal zog er an seinem Gegenspieler vorbei, kein Spieler schaffte das häufiger. Auch seine zehn kreierten Chancen waren ein Top-Wert (Platz 9), wenngleich ihm keine Torvorlage gelang (1 eigener Treffer). Neigt sich die Zeit von Afrikas Weltstars Mo Salah und Sadio Mane langsam, aber sicher dem Ende entgegen, so geht in Westafrika ein neuer Stern am Fußballhorizont auf.

Luka Vuskovic: Folgt der Durchbruch auf internationaler Bühne?

Joao Neves (21, Portugal), Desire Doue (20, Frankreich), Arda Güler (21, Türkei), Nico O’Reilly (21, England) oder Aleksandar Pavlovic (21, Deutschland) – in der Altersklasse U21 gibt es noch jede Menge weiterer Youngsters, die um die Auszeichnung des besten jungen Spielers der WM 2026 kämpfen werden. Doch es lohnt sich auch ein Blick auf die Spieler, die beim bevorstehenden Turnier ihren großen Nationalmannschaftsdurchbruch feiern könnten. Zu diesen zählt neben Salzburg-Knipser Kerim Alajbegovic (18, Bosnien und Herzegowina) vor allem Luka Vuskovic (19).

Der Kroate wechselte im Sommer auf Leihbasis von Tottenham zum Hamburger SV, wo er auf Anhieb Stammspieler und Leistungsträger des Aufsteigers wurde. Mit 282 Duellen führte der Kroate in der Liga die meisten aller Hamburger und gewann dabei starke 195 – sechstbester Wert unter allen Spielern der Bundesliga, seine Zweikampfquote von 69,15 Prozent ist absolut herausragend (nur zwei Bundesliga-Spieler mit mind. 35 Zweikämpfen sind besser). Dabei ist der 19-Jährige nicht nur auf dem Boden sondern auch in der Luft stark, 140 gewonnene Kopfballduelle (75,68 Prozent Erfolgsquote) werden nur von zwei Spielern in Deutschlands höchster Spielklasse übertroffen. Insgesamt 110 Ballgewinne sicherte Vuskovic seiner Mannschaft und zählt damit zu einem elitären Kreis in der Bundesliga.

Mit 1200 erfolgreichen Pässen (83,16 Prozent Passgenauigkeit) ist er zudem der Passkönig des HSV, 346 davon kamen in die gegnerische Hälfte (Platz 4), 158 sogar ins letzte Spieldrittel (Platz 3). Nachdem sich der Innenverteidiger bei Kroatiens Testspielen gegen Kolumbien (90 Minuten, 2:1) und Brasilien (82/1:3) zuletzt empfehlen durfte, will er bei der WM nun auch auf internationaler Ebene seinen Durchbruch feiern – und den Vatreni nach Platz 2 (2018) und 3 (2022) wieder zu einem erfolgreichen Turnier verhelfen.

Comeback zum Saisonfinale: Der DFB hofft auf zwei Rückkehrer

Die letzte erfolgreiche Weltmeisterschaft unserer Nachbarn aus Deutschland liegt derweil schon etwas länger zurück. Nach dem Titel 2014 blamierte sich der DFB bei den jüngsten beiden Turnieren regelrecht und schied zweimal in Folge bereits in der Vorrunde aus. Unter Trainer Julian Nagelsmann soll dieses Jahr wieder an erfolgreichere Zeiten angeknüpft werden. Für die Mission fünfter WM-Titel feierten dabei zwei Spieler nach langen Verletzungspausen gerade rechtzeitig ihr Comeback: Kai Havertz (26, FC Arsenal) und Jamal Musiala (23, Bayern München).

Im ersten Saisonspiel gegen Manchester United zog sich Havertz eine schwere Knieverletzung zu, erst 146 Tage später stand der Offensivspieler wieder auf dem Platz (insgesamt 39 verpasste Spiele). Noch länger war die Leidenszeit von Musiala, der bei der Klub-WM im Sommer 2025 einen Wadenbeinbruch erlitt und damit fast 200 Tage fehlte (30 verpasste Spiele). Während Havertz nun im Saisonfinale für Arsenal in 835 Minuten Einsatzzeit neun Torbeteiligungen verzeichnete, aber noch immer nicht bei voller Fitness angekommen ist (aktuell erneut mit Muskelproblemen raus), sammelte Musiala trotz zwischenzeitlicher Sprunggelenksprobleme in Bayerns Super-Offensive elf Scorer in 873 Spielminuten. Spätenstens bei der WM wollen die beiden DFB-Stars wieder in Topform sein und zum entscheidenden Faktor für ihr Team werden.

Während beide die WM-Qualifikation komplett verpassten, konnte Havertz zuletzt immerhin schon bei den Tests gegen die Schweiz (4:3, 63 Minuten) und Ghana (2:1/45, 1 Elfmetertor) seine Rückkehr in die Nationalmannschaft feiern und seinen Wert unter Beweis stellen. Mit dem 26-Jährigen verlor der DFB zuvor nur eine von 13 Partien (8 Siege, 4 Unentschieden, 1:2 n.V. im EM-Viertelfinale gegen Spanien), anschließend unterlag Deutschland in drei von zehn Länderspielen (6 Siege, 1 Unentschieden). Mit Musiala waren es sogar 16 Partien, von denen nur die gegen Spanien verloren ging. Auch wenn der DFB zuletzt sieben Siege in Folge einfuhr: Die Comebacks von Havertz und Musiala machen das Team von Nagelsmann nochmal eine Klasse besser und sind ein enormer Boost, um endlich wieder eine erfolgreiche WM zu spielen.