Cole Palmer vom FC Chelsea mit einem Schuss auf das Tor gegen Aston Villa

Titelkampf am Boxing Day: Spitzentrio im Fernduell

In den meisten Ligen ruht der Ball über die Weihnachtsfeiertage, doch in England wartet traditionell der allseits beliebte Boxing Day. Auch wenn es in diesem Jahr am 26. Dezember selbst nur eine Partie gibt (Manchester United vs Newcastle United, 21:00 Uhr), so dürfen sich Fans der Premier League dennoch freuen. Denn am Samstag (27.12.) spielen nacheinander Manchester City, der FC Arsenal und Aston Villa – ein zeitversetztes Fernduell der drei Topteams! Setzt sich das Spitzentrio weiter ab oder muss ein Team federn lassen?

Citizens klarer Favorit bei Abstiegskandidat

Den Anfang macht am „Boxing-Day-Samstag“ Manchester City. Die Skyblues haben sieben der vergangenen acht Ligaspiele gewonnen und dabei immer mindestens drei Tore erzielt. Diesen Trend wollen Erling Haaland und Co. bei Kellerkind Nottingham Forest fortsetzen (Anstoß 13:30 Uhr). Mit 41 Toren hat das Team von Pep Guardiola die mit Abstand meisten der Liga erzielt (Arsenal und ManUnited je 31), dazu stellen die Citizens nach zuletzt drei Siegen ohne Gegentor mittlerweile auch die zweitbeste Defensive in Englands höchster Spielklasse (16 Gegentore, Arsenal steht bei 10). Doch nicht nur in der Liga ist ManCity nach leichten Startschwierigkeiten voll im Saft, seit dem 29. November haben die Skyblues alle sieben Pflichtspiele gewonnen und dabei 21 Tore geschossen.

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Ob der Tabellenzweite auch über Nottingham rollt oder die „Tricky Trees“ zum Stolperstein werden? In den vergangenen drei Spielzeiten gab es sieben Duelle zwischen den beiden Teams, fünf Mal gewann Manchester City (1 Unentschieden, 1 Niederlage) – immer ohne Gegentor. Bedenkt man die Situation des Klubs aus Nottingham, der zwischenzeitlich neun Ligaspiele in Serie ohne Sieg blieb und derzeit nur auf Platz 17 steht, liegen die Chancen hoch, dass die Citizens diesen Trend fortführen können. Vielleicht sogar mit dem vierten 3:0-Sieg in Folge.

Hält das Gunners-Bollwerk wieder dicht?

Im direkten Anschluss an den ersten Jäger ist dann der Gejagte selbst im Einsatz: Ab 16:00 Uhr rollt der Ball im Emirates Stadium in Nordlondon, wo der FC Arsenal den Tabellenneunten Brighton and Hove Albion empfängt. Die Gunners haben als Tabellenführer aktuell nur noch zwei Zähler Vorsprung auf ManCity. Sollten die Skyblues ihre Pflichtaufgabe in Nottingham erledigen, wäre Arsenal also unter Zugzwang, um einen Führungswechsel zu verhindern. Denn zuletzt war der souveräne Spitzenreiter in der Liga immer wieder gestolpert, gewann von den vergangenen sieben Ligaspielen nur noch vier (zuvor sechs von sieben).

Woran es in letzter Zeit hakt, ist schnell identifiziert: Die Abwehr war zu Saisonbeginn noch das absolute Prunkstück der Londoner, wurde dann aber von großem Verletzungspech verfolgt. Konnte Arsenal an den ersten zehn Spieltagen seinen Kasten noch beeindruckende sieben Mal sauber halten, so gelang das zuletzt nur noch zweimal in sieben Partien. Sieben Gegentore gab es in diesem Zeitraum für die beste Abwehr der Premier League – nachdem es zuvor nur drei Gegentreffer in zehn Spielen waren.

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Da kommt Brighton womöglich gerade Recht! Seit fünf Pflichtspielen ist Arsenal gegen die Seagulls ungeschlagen, holte dabei drei Siege – alle ohne Gegentor. So auch beim letzten Aufeinandertreffen Ende Oktober in der 4. Runde des EFL Cups, als die Gunners im eigenen Stadion 2:0 gegen das Team von Fabian Hürzeler gewannen. Gegen Liverpool (0:2) und Sunderland (0:0) blieb Brighton zudem in den letzten beiden Premier-League-Spielen ohne eigenen Treffer.

Verfolgerduell an der Stamford Bridge

Wiederum im Anschluss (18:30 Uhr) steigt dann in Westlondon das Topspiel der Runde: Der Tabellenvierte FC Chelsea hat den Dritten Aston Villa zu Gast. Allerdings trennen die beiden Teams bereits sieben Punkte. Während die Blues in den vergangenen fünf Ligaspielen nur ein einziges Mal die drei Zähler holen konnten (3 Unentschieden, 1 Niederlage), sind die Villans das Team der Stunde in England. Der Klub aus Birmingham hat die letzten sieben Partien in der Premier League allesamt gewonnen und damit die längste Siegesserie innerhalb der Liga. Darüberhinaus hat das Team von Unai Emery bärenstarke elf der letzten zwölf Ligaspiele gewonnen und dabei auch die direkten Konkurrenten Manchester City (1:0) und Arsenal (2:1) bezwungen. Nur gegen den Titelverteidiger FC Liverpool gab es in den letzten drei Monaten eine Pleite in der Liga (0:2).

Allerdings ist die Stamford Bridge für Aston Villa historisch betrachtet kein gutes Pflaster. Von 30 Auswärtsspielen in der Premier League haben die Villans in Westlondon nur sieben gewonnen – bei gleichzeitig 17 Niederlagen. Nur Newcastle (18), Liverpool (19), Manchester City (21) und Manchester United (23) feierten mehr Heimsiege gegen das Team aus Birmingham. In der Vorsaison gewann Chelsea deutlich mit 3:0. Ein weiterer Heimsieg ist für die Blues unabdingbar, will man den Champions-League-Plätzen im neuen Jahr nicht hinterherlaufen müssen.