Zwei Fußballspieler in rot-weißen Trikots und zwei in schwarz-roten Trikots auf dem Spielfeld, einer der Spieler in Rot-Weiß führt den Ball, ein anderer Spieler in Rot-Weiß macht eine Grätsche

Matchball LASK! Die Linzer könnten schon am Wochenende Meister werden!

Am 31. Spieltag der ADMIRAL Bundesliga kommt es zum Topspiel zwischen Pokalsieger LASK und FC Red Salzburg. Bei einem idealen Spieltagsverlauf könnte der LASK dann schon die Meisterschaft feiern, braucht dafür aber auch Schützenhilfe aus Hartberg, wo Verfolger Sturm Graz gastiert. Nicht weniger brisant ist das Duell in Wien Hütteldorf, wo der SK Rapid im Allianz Stadion den FK Austria Wien zum Derby erwartet. Dann geht es nicht nur um die Vormachtstellung in Österreichs Hauptstadt, sondern auch um den Europacup. Dem Verlierer drohen in die Playoffs.

Macht RB das Saisonfinale so richtig heiß – oder fällt bereits die Meisterentscheidung?

So eng war es selten in der ADMIRAL Bundesliga! Zwei Spieltage vor Schluss haben noch drei Teams Chancen auf den Meistertitel 2026. In der besten Position befindet sich der Linzer ASK, der mit 33 Zählern auf Rang 1 steht und zusätzlichen Rückenwind für das Saisonfinale aus dem Pokalsieg ziehen kann. Auch, weil Sturm Graz zuletzt fünfmal in Folge (!) unentschieden spielte und so nur auf 31 Punkte kommt. Gelingt den Steirern beim TSV Hartberg erneut kein Sieg, könnte die Meisterschaft bereits entschieden sein – außer der Tabellendritte RB Salzburg (29) sorgt mit einem Sieg in Linz für ein dramatisches Herzschlagfinale des Trios am letzten Spieltag. Sollte Sturm verlieren, reicht Linz zum vorzeitigen Titelgewinn sogar ein Unentschieden.

Dass es beim Topspiel in der Raiffeisen Arena (Sonntag, 17:00 Uhr) aber einen Sieger geben wird, steht eigentlich schon vor Anpfiff fest. Denn: In den letzten zehn Bundesligaduellen zwischen dem LASK und Red Bull Salzburg gab es immer einen Gewinner. Die Oberösterreicher siegten dabei viermal, Salzburg sechsmal. Im Grunddurchgang setzte sich beide Male Salzburg durch (3:0, 5:1), in Runde 26 gewann das Team von Trainer Didi Kühbauer (3:2). Zwei Ligasiege in Folge gegen Salzburg gelangen dem LASK in der Red-Bull-Ära allerdings noch nie – ein schlechtes Omen für Sonntag? Die Roten Bullen dürften bei fünf Siegen in den letzten sechs Auswärtsspielen beim LASK (1 Niederlage) in jedem Fall mit viel Selbstvertrauen nach Linz fahren. Die Gastgeber blieben dabei sogar viermal torlos.

Es darf allerdings angezweifelt werden, dass die Linzer Athletiker gegen die Roten Bullen abermals ohne eigenen Treffer bleiben. Schließlich ist der LASK das erfolgreichste Team seit der Ligateilung, kein anderes Team holte so viele Punkte (15) und erzielte so viele Tore (19) wie die Oberösterreicher. Seit sechs Ligaspielen ist das Kühbauer-Team ungeschlagen (4 Siege, 2 Unentschieden), die einzige Niederlage in der Meistergruppe kassierte der LASK in der 24. Runde beim SK Rapid (2:4). Auf der anderen Seite gewann Salzburg nur drei der acht Spiele in der diesjährigen Meisterrunde (2 Unentschieden, 3 Niederlagen) – weniger als fünf Siege (2023/24) holte Salzburg nach der Punkteteilung noch nie.

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Trotzdem stellt das Team von Coach Daniel Beichler weiterhin die Offensive mit den meisten erzielten Toren (54), den meisten Schüssen auf das Tor (164) und den meisten Treffern in Hälfte eins (29) sowie in der Anfangsviertelstunde (10). Der LASK auf der anderen Seite gab in dieser BL-Saison insgesamt die meisten Schüsse (478) ab, verzeichnete den höchsten Expected-Goals-Wert (55,9) sowie die meisten Großchancen (77) und erzielte die meisten Tore in der zweiten Hälfte (29) sowie Schlussviertelstunde (13). Langweilig dürfte den Fans in der Raiffeisen Arena also ganz sicher nicht werden.

Austria vor perfekter Derby-Saison

Linz, Graz, Salzburg – nur eines ist bereits klar: Die Meisterschale wird auch 2026 nicht in der Hauptstadt landen. Beide Wiener Klubs zeigten sich in der Meistergruppe zu unbeständig, um das Spitzentrio wirklich zu fordern, wenngleich zumindest Rapid mit zwei Siegen gegen Red Bull (1:0, 1:0) aufhorchen ließ und sogar Spitzenreiter LASK einmal bezwang (4:2). Nach zwei Siegen gegen Salzburg und die Linzer zum Start in die Meisterrunde ging den Hütteldorfern aber die Luft aus. Von den jüngsten sechs Ligaspielen gewann das Team von Trainer Johannes Hoff Thorup  nur mehr eines (3 Niederlagen, 2 Unentschieden). Mit 27 Zählern hat Rapid somit keine Chance mehr auf den Meistercoup.

Stattdessen müssen die Grün-Weißen den 4. Platz verteidigen, nur einen Punkt hinter Rapid will Rivale Austria im Saisonfinale vorbeiziehen und den Europacup-Playoffs entgehen. Die Veilchen konnten sich bislang in der Meistergruppe nur gegen Schlusslicht Hartberg behaupten (1:0, 1:0), ansonsten waren zwei Remis das höchste der Gefühle seit der Ligateilung (4 Niederlagen). Doch für die Austria geht es nicht nur darum, den Stadtrivalen zu überholen, sondern auch um die perfekte Derbysaison: Die Mannschaft von Coach Stephan Helm ist in dieser Saison gegen den SK Rapid bislang noch ungeschlagen (2 Siege im Grunddurchgang, 1 Unentschieden in der Meistergruppe), eine gesamte Spielzeit ohne Derby-Niederlage gelang der Austria zuletzt 2022/23 (3 Siege, 1 Unentschieden). Erstmals seit 2016/17 könnten die Veilchen wieder beide Auswärtsspiele gegen den Rivalen gewinnen.

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Dazu kommt, dass Rapid in diesem Jahr eher heimschwach ist: Die Hütteldorfer kassierten in der laufenden BL-Saison bereits sechs Heimniederlagen – mehr waren es nur 2005/06 (7). Weil zuletzt aber auch die Austria erstmals in dieser Saison drei BL-Auswärtsspiele in Folge sieglos blieb (1 Unentschieden, 2 Niederlagen), riecht irgendwie alles nach einem Unentschieden im Allianz Stadion. Torlos wird es allerdings wohl auch hier nicht: Die Veilchen stehen mittlerweile bei 15 Ligaspielen in Serie mit mindestens einem Treffer, kassierten gleichzeitig aber auch schon 17 Gegentore in der Meistergruppe, die meisten der sechs Teams.