Sturm hat den Ballbesitz, Austria Spieler jagen hinterher

Vorschau 17. Runde: Wölfe jagen Spitzenreiter, Meister zu Gast bei der Austria

Letzte Runde vor der Winterpause! Am 17. Spieltag der ADMIRAL Bundesliga treffen unter anderem Spitzenreiter Red Bull Salzburg und Verfolger Wolfsberger AC sowie der FK Austria Wien und Meister Sturm Graz aufeinander. Dabei könnte es im Topspiel in der Red Bull Arena torreich werden, während der Titelverteidiger in der Hauptstadt seinem Ruf als bestes Auswärtsteam gerecht werden will. Wer legt sich drei Punkte unter den Baum, wer muss zusätzliche Hausaufgaben mit in die Weihnachtsfeiertage nehmen?

RB Salzburg: Zurück an der Tabellenspitze

Ungewohnt lange mussten die Fans in Salzburg warten, doch nun scheint RB seinen Platz an der Spitze wieder gefestigt zu haben. Seit dem 4:1-Erfolg gegen Aufsteiger Ried am 12. Spieltag sind die Salzburger Tabellenführer der Bundesliga und wollen nun auch als solcher in die Winterpause gehen. Letzte Saison musste man noch Sturm Graz den Vortritt lassen und überwinterte mit 26 Punkten nach 16 Spieltagen nur auf Rang 5. In dieser Spielzeit sammelte das Team von Thomas Letsch nun bereits 29 Punkte – dass so wenig Zähler allerdings auch für die Tabellenführung reichen, das gab es zuletzt 2011/12.

Zu verdanken hat man dies eher der schwächelnden Konkurrenz. Rapid Wien brach nach dem Traumstart zuletzt komplett ein, auch Titelverteidiger Sturm tut sich aktuell schwer. Und der Wolfsberger AC, der lange Zeit oben mitspielte, wurde durch den überraschenden Trainerwechsel ausgebremst. Die Roten Bullen selbst verloren einerseits zwar nur eines der letzten neun Ligaspiele (5 Siege, 3 Unentschieden), gewannen aber andereseits von den jüngsten vier Bundesliga-Duellen auch nur eines (2 Unentschieden, 1 Niederlage).

Immerhin können sich die Salzburger auch unter Letsch auf ihre Offensivstärke im eigenen Stadion verlassen. Der Tabellenführer erzielte 20 Tore in acht Heimspielen (2,5 Tore pro Spiel) – Bestwert in dieser Bundesliga-Saison. Dabei traf Salzburg in sieben der acht Heimspiele dieser BL-Saison mindestens doppelt – kein anderes Team in mehr als vier Heimspielen. Aber: Obwohl nur der LASK (16) mehr Punkte in Heimspielen holte als RB (14), holte das Letsch-Team trotz seiner Offensivpower aus den ersten acht Ligaspielen in der Red Bull Arena weniger Punkte als je zuvor in der RB-Ära.

Torreiche erste Halbzeit der Überperformer-Teams?

Für den Wolfsberger AC kommt die Reise nach Salzburg allerdings zur Unzeit. Denn: Die Kärntner verloren ihre letzten beiden Auswärtsspiele in der Liga! Und das, nachdem der WAC in den ersten fünf Partien auf fremden Rasen noch ungeschlagen geblieben war (3 Siege, 2 Unentschieden). Drei Auswärtspleiten am Stück kassierte Wolfsberg in der Bundesliga zuletzt im Frühjahr 2022 (damals sogar 4).

Statistik Vergleich zwischen RB Salzburg und Wolfsberger AC: Salzburg haben die beste Offensive, WAC sind die größten Überperformer.
Credit: Getty Images

Dabei hatte sich der WAC gerade den Ruf des RB-Schrecks erarbeitet. Die Kärntner blieben zuletzt erstmals seit der Saison 2015/16 in drei Ligaspielen in Folge gegen Salzburg ungeschlagen und gewannen die letzten beiden Duelle in der Bundesliga sogar – das gelang zuvor nur 2014, drei Bundesligasiege in Serie gegen die Roten Bullen durfte Wolfsberg noch nie bejubeln. Auch dieses Mal erscheint dies unwahrscheinlich: Die Salzburger verloren in Liga-Heimspielen erst ein einziges Mal gegen den WAC (2020). Wahrscheinlicher ist da, dass die Zuschauer eine torreiche erste Hälfte erleben. Denn RB (17) und der WAC (16) erzielten die meisten Tore der Liga vor der Pause. Außerdem sind Salzburg und Wolfsberg die beiden offensiven Überperformer der Bundesliga: Der WAC (24 Tore) übertraf seinen Expected-Goals-Wert (19,5) um 4,5, während die Roten Bullen 3,1 Tore mehr erzielten (34) als erwartet (30,9).

Titelverteidiger will in Wien nachlegen

Während der WAC also seine vergangenen beiden Auswärtsspiele in der Bundesliga verloren hat, ist Sturm Graz bislang das mit Abstand beste Auswärtsteam des Grunddurchgangs. Die Steirer gewannen sieben ihrer acht Duelle auf fremden Plätzen und holten damit mehr Punkte (21) als je zuvor zum Vergleichszeitpunkt. Mit 18:6 Toren stellt der Titelverteidiger sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive in Auswärtspartien.

Statistiken Sturm: Die Grazer straucheln, sind aber immer noch das beste Auswärtsteam der Liga.
Credit: Getty Images

Fünfmal blieb das Team von Jürgen Säumel dabei sogar ohne Gegentor. Zum Vergleich: Austria Wien blieb erst dreimal ohne Gegentor in der Liga – in der ganzen laufenden Saison! Auf ein Bundesliga-Heimspiel ohne Gegentreffer gegen Sturm wartet die Austria sogar schon seit acht Aufeinandertreffen. In den letzten fünf Ligaduellen mit Sturm in der Generali Arena gelang den Veilchen nur ein Sieg (3 Niederlagen, 1 Unentschieden). Und auf eine echte Heimstärke können die Wiener auch in dieser Saison nicht bauen: Die Austria holte nur zehn Punkte aus den ersten acht Heimspielen – seit der Ligareform waren es nur 2020/21 weniger (damals sogar nur 7 Punkte). Mit nur sieben Toren haben die Wiener aktuell die schwächste Ausbeute im eigenen Stadion! Überhaupt hat die Austria mit 20,18 xG die viertschwächste Offensive der Bundesliga.

Trotzdem sollten die Grazer gewarnt sein: Sturm war zuletzt ein gern gesehener Gegner der Austria. Seit sechs Ligaspielen haben die Wiener nicht mehr gegen die Steirer verloren (4 Siege, 2 Unentschieden). Eine solche Serie gab es zuletzt vor über zehn Jahren (2012 bis 2014 ebenfalls 6 Spiele). Und es kommt noch besser: Die jüngsten drei Aufeinandertreffen konnte Austria Wien allesamt für sich entscheiden! Sollte am Sonntag der vierte Streich in Serie gelingen, wäre es das erste Mal seit 2004, dass die Veilchen vier Ligaspiele in Folge gegen Sturm gewinnen.