Michael Gregoritsch, Marcel Sabitzer und Marko ARNAUTOVIC im Bild. Jubel nach einem erzielten Tor

WM Quali-Showdown: Bosnien hat nichts zu verlieren, Österreich (fast) alles!

Nachdem das ÖFB-Team seine Hausaufgaben auf Zypern mit einem 2:0-Sieg erfolgreich erledigt hatte, blickte ganz Fußball-Österreich am späten Samstagabend gespannt nach Zenica. Im Stadion Bilino Polje lieferte sich Bosnien-Herzegowina ein enges und spannendes Duell mit Rumänien. Die Bosnier mussten zwingend gewinnen, um ihre Chance auf die direkte Qualifikation zur FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko aufrechtzuerhalten. Sollte das Team von Trainer Sergej Barbarez jedoch nicht als Sieger vom Platz gehen, wäre Österreich das WM-Ticket nicht mehr zu nehmen gewesen.

Und bis zur 79. Spielminute war die rot-weiß-rote Freude auch entsprechend groß. Dann jedoch erzielte Esmir Bajraktarevic den 2:1-Führungstreffer für Bosnien. Haris Tabakovic machte in der Nachspielzeit alles klar. Somit kommt es am Dienstag um 20:45 Uhr am letzten Spieltag der WM-Qualifikation zum allesentscheidenden Duell zwischen Österreich und Bosnien um den direkten Aufstieg!

ÖFB-Team in der Favoritenrolle

Die Ausgangslage ist klar: Österreich geht mit 18 Punkten als Tabellenführer in das Entscheidungsspiel. Bosnien liegt mit zwei Zählern weniger auf Platz 2. Dem Team von Trainer Ralf Rangnick würde demnach ein Unentschieden genügen, um den Gruppensieg und die damit verbundene direkte WM-Qualifikation zu sichern. Sollten die Bosnier jedoch im Wiener Ernst-Happel-Stadion gewinnen, müsste man im März in den Playoffs antreten und wäre zum Siegen verdammt, wenn 16 Mannschaften um die letzten vier europäischen WM-Plätze kämpfen. Ein Szenario, das um jeden Preis verhindert werden soll!

Gegenüberstellung zwischen Tabellenführer Österreich und Verfolger Bosnien. Österreich führt in fast allen Kategorien
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Auch wenn in nur einem Spiel immer alles möglich ist, geht Österreich dennoch als Favorit in die entscheidende Partie gegen Bosnien. Ein großer Trumpf ist dabei die Heimstärke des ÖFB-Teams! Die bisherigen drei Partien vor heimischem Publikum in der WM-Qualifikation wurden bei einem Torverhältnis von 13:1 gewonnen, wenngleich der 10:0-Sieg gegen San Marino nicht zu hoch gewichtet werden sollte. Dennoch: Die letzte Pflichtspielheimniederlage datiert vom 13. Oktober 2023. Damals unterlag man im Rahmen der EM-Qualifikation Belgien mit 2:3. Seither hat man fünf von sieben Pflichtspielen vor heimischem Publikum gewonnen (2 Unentschieden).

Und auch das Hinspiel in Bosnien-Herzegowina konnte Österreich erfolgreich bestreiten. Durch Tore von Marcel Sabitzer und Konrad Laimer besiegte das Rangnick-Team die Südosteuropäer mit 2:1, obwohl man nur auf einen Expected-Goals-Wert von 1,30 xG in dieser Partie kam (Bosnien: 1,92 xG). Überhaupt gehört das ÖFB-Team zu den effizientesten des ganzen Wettbewerbs. Mit einer Chancenverwertung von 21,65 Prozent steht man auf Rang 4, nur Norwegen, die Türkei und die Schweiz sind noch besser in dieser Kategorie. Da auch Datenanbieter Opta eine Siegeswahrscheinlichkeit von 69,8 Prozent für Rot-Weiß-Rot berechnet (Remis: 17 Prozent), erscheint eine Wette auf einen österreichischen Erfolg (Quote: 1,42) besonders attraktiv!

Kein Torfestival zu erwarten

Auch der historische direkte Vergleich zwischen diesen beiden Mannschaften spricht leicht für Österreich. In insgesamt fünf Pflichtspielen ging das ÖFB-Team zweimal als Sieger vom Platz, nur einmal unterlag man Bosnien-Herzegowina. Im Rahmen der UEFA Nations League verlor man im September 2018 auswärts mit 0:1. Die weiteren beiden Begegnungen endeten jeweils in einem Remis. Besonders auffällig dabei: Viele Tore und klare Ergebnisse gibt es bei diesem Duell nicht zu sehen! Nur einmal fielen mehr als zwei Treffer in einem Spiel (beim 2:1-ÖFB-Sieg im September), nur einmal siegte eines der beiden Teams mit mehr als einem Tor Abstand. Dies ist jedoch schon über 24 Jahre her (2:0-Sieg Österreichs im Rahmen der WM-Qualifikation im September 2001).

Doch auch in der aktuellen Runde der European Qualifiers verfügen beiden Mannschaften über starke Defensiven. Österreich hat in sieben Spielen erst drei Gegentreffer bei einem Expected-Goals-Against-Wert von 5,69 xGA kassiert. Nur fünf Teams haben einen besseren Gegentorschnitt pro Spiel als das ÖFB-Team (0,43). Auch die bosnische Abwehr wusste mit sechs Gegentoren in sieben Spielen bei einem Expected-Goals-Against-Wert von 8,48 xGA bislang durchaus zu überzeugen. Angesichts der Tatsache, dass in Final- und Entscheidungsspielen zudem traditionell eher wenig Tore fallen und Bosnien sicherlich erst später im Spiel mehr ins Risiko gehen wird, dürfte am Dienstagabend ein eher torarmes Spiel zu erwarten sein. Eine Wette auf „Under 3,5 Tore“ (1,38) oder sogar auf „Under 2,5 Tore“ (2,00) erscheint demnach sehr verlockend.

Trifft Arnautović schon wieder?

Offensiv dürften die Hoffnungen der Österreicher einmal mehr auf Marko Arnautović ruhen. Der 36-Jährige befindet sich in bestechender Form. Nicht nur hat er im Oktober beim 10:0-Sieg gegen San Marino Platz 1 in der ewigen ÖFB-Torjägerliste von Toni Polster übernommen (47 Tore), sondern schoss seine Farben am vergangenen Wochenende auch mit einem Doppelpack zum wichtigen Sieg auf Zypern. Mit acht Treffern in nur sechs Spielen steht er zudem auf Rang 2 in der Torschützenliste der aktuellen WM-Qualifikation und hat einen besseren Toreschnitt (1,33) als Harry Kane (1,0), Cristiano Ronaldo (1,0) oder auch Kylian Mbappé (1,25).

Marko Arnautovics Leistungen in dieser WM-Qualifikation nach sechs Spielen. 8 Tore, 4,8xg-Wert und 50% Chancenverwertung
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Unfassbare 50 Prozent all seiner Schüsse (16) landen im gegnerischen Kasten. Das ist der beste Wert aller Spieler im Wettbewerb mit mindestens neun Schüssen. Schießt Arnautović das ÖFB-Team am Dienstag also endgültig zur WM? Die Chancen stehen gut, dass der 36-Jährige auch gegen Bosnien einnetzt – Quote 2,10!

Quotenstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Änderungen vorbehalten.