Ausgerechnet im Derby gegen die Wiener Austria riss die Serie: In der 8. Runde der ADMIRAL Bundesliga kassierte Rapid seine erste Niederlage, tat dies beim 1:3 im eigenen Stadion verdient. Noch vor dem nächsten Länderspiellehrgang gibt es am Sonntag (17:00 Uhr) die Chance zur Wiedergutmachung, die Herausforderung könnte aber kaum größer sein. Denn es geht ausgerechnet zum Angstgegner der Hütteldorfer nach Salzburg.
Rapid top, Salzburg mit Luft nach oben
Der Saisonstart in der ADMIRAL Bundesliga hätte für Rapid Wien und RB Salzburg kaum unterschiedlicher verlaufen können. Auf der einen Seite starteten die Hütteldorfer historisch gut in die neue Spielzeit, sammelten 17 Punkte aus den ersten sieben Partien und hätten mit einem Derbysieg die Vereinsbestmarke aus der Saison 2003/04 eingestellt. Dass dies nicht gelang, tut dem guten Saisonstart unter Neu-Coach Peter Stöger aber keinen Abbruch. Noch immer grüßen die Grün-Weißen von der Tabellenspitze, wenngleich Titelverteidiger Sturm Graz sich nun auf der Überholspur befindet (2 Punkte Rückstand, aber 1 Nachholspiel in der Hinterhand).
Salzburg auf der anderen Seite hat die neue Saison historisch schwach eröffnet. Trotz des 2:1-Erfolgs in Tirol vor einer Woche stehen nur 14 Punkte nach den ersten acht Runden zu Buche – der niedrigste Wert für die Roten Bullen seit der Ligareform 2018/19. Aus den ersten vier Heimspielen in der Liga holte RBS zudem nur sieben Punkte (2 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage) – so wenige wie zuletzt 2015/16 (auch 7). Sollte das Team von Trainer Thomas Letsch nach der 0:2-Heimpleite gegen Sturm Graz zuletzt auch gegen Rapid verlieren, würde man erstmals seit zwei Jahren wieder zwei Bundesliga-Heimniederlagen in Folge kassieren.

Um das zu vermeiden, kommt Rapid als Gast in diesem Jahr eher ungelegen. Denn die Hütteldorfer holten aus ihren ersten vier Auswärtspartien in der Bundesliga starke zehn Punkte (3 Siege, 1 Unentschieden) und kratzen damit an einer weiteren Vereinsbestmarke: 13 Punkte aus den ersten fünf Bundesligaspielen in der Fremde schafften die Wiener nur in der Saison 2019/20. Dennoch raten wir eher zu einer Wette auf die Hausherren (Quote: 1,95) – und das aus guten Gründen!
RB mit Mega-Serie gegen Rapid
Gegen kein Team der Liga hat Rapid Wien häufiger verloren als gegen RB Salzburg. In 176 Bundesliga-Duellen gingen die Hütteldorfer 73 Mal als Verlierer vom Platz – eine Quote von 41,5 Prozent! Zum Vergleich: Die zweitmeisten Niederlagen in der Bundesliga kassierte Rapid gegen Stadtrivale Austria. Mit 68 Niederlagen in 191 Duellen liegt die Quote hier aber nur bei 35,6 Prozent. Gegen Titelverteidiger Sturm Graz sind es 28,5 Prozent der Spiele, die Grün-Weiß historisch verliert (55 Niederlagen in 193 Ligaspielen).
Nimmt man nur den Zeitraum seit der Ligareform vor sieben Jahren, wird es sogar noch heftiger: Denn dann sind es sogar 18 Rapid-Niederlagen in 26 Spielen gegen RB Salzburg (69 Prozent) – zwei von drei Duellen gehen also verloren. Auch in der letzten Saison mussten sich die Wiener in der Meistergruppe in beiden Aufeinandertreffen geschlagen geben (0:2, 2:4), nachdem man im Grunddurchgang noch die Oberhand behielt (3:2, 2:2).

Und wer nun denkt, dass es nicht mehr schlimmer geht, der kennt Rapids Auswärtsbilanz in der Red Bull Arena noch nicht: Sage und schreibe 18 Gastspiele in Salzburg warten die Hütteldorfer in der Bundesliga mittlerweile auf einen Erfolg gegen die Roten Bullen, verloren dabei ganze 14 Mal (77,8 Prozent!). Der letzte Rapid-Sieg in Salzburg liegt über zehn Jahre zurück (2:1 am 1. August 2015). Als erstes Team seit Gründung der Bundesliga gelang den Roten Bullen eine solche Serie.
Torreiches Spiel zu erwarten
Doch das ist nicht der einzige Bundesliga-Rekord, den Salzburg gegen die Hütteldorfer hält. In 24 Heimspielen in Folge gegen Rapid erzielten die Roten Bullen immer einen Treffer – das gelang zuvor noch niemandem in Österreichs höchster Spielklasse! In der vergangenen Saison traf RB in jedem der vier Bundesligaduelle gegen Grün-Weiß sogar mindestens doppelt. Eine 0:1-Handicap-Wette (Quote: 3,30) klingt da doch sehr verlockend.
Für ein torreiches Spiel spricht auch Salzburgs Saisonbilanz. In den acht Ligaspielen mit RB-Beteiligung fielen bereits 28 Tore, 14 Treffer davon in den vier Partien in der Red Bull Arena – macht jeweils einen Schnitt von 3,5 Tore pro Partie. Wer etwas Risikobereitschaft mitbringt, kann also auf „Over 3,5 Tore“ wetten und darf auf den 2,40-fachen Gewinn hoffen, während ein „Heimsieg und Over 3,5 Tore“ sogar eine stolze Quote von 4,50 mit sich bringt.
Jubeln könnte dann auch Salzburgs Petar Ratkov. Der 22-jährige Serbe war beim 2:1 in Tirol an beiden Treffern beteiligt, steuerte dabei erstmals in seiner Bundesliga-Karriere ein Tor und ein Assist bei und stellte mit seinem sechsten Saisontor einen neuen persönlichen Bestwert auf. Im letzten Duell mit Rapid glänzte Ratkov ebenfalls: Beim 4:2-Heimsieg lieferte er starke drei Torvorlagen.
Fotos: Getty Images
*Quotenänderungen vorbehalten